Logo der Stadt Mechernich
Bilderleiste Kopf
Blauer Kasten
  Stadtplan // eCards // Datenschutz // Sitemap // English
 
   Kontakt // Impressum
 

Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf


Die Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf fällt auf. Dass es sich bei dem Beton-Turm um ein Gotteshaus handelt, erkennt man eigentlich erst im Inneren. Geplant hat sie der Stararchitekt Peter Zumthor. Foto: Gunnar Tameer Eden/pp/Agentur ProfiPress
Die Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf wurde von dem Schweizer Star-Architekten Peter Zumthor entworfen – Außergewöhnlicher „Betonturm“ mit extravagantem Inneren

Wer von Wachendorf aus Richtung Rißdorf spazieren geht, dem fällt sie sofort auf: die von Landwirt Hermann-Josef Scheidtweiler und seiner Frau Trudel gestiftete Bruder-Klaus-Kapelle. Allerdings wird erst im Inneren klar, dass es sich bei diesem eigentümlich geformten Betonturm von 12 Metern Höhe um ein geweihtes Gotteshaus handelt. Allenfalls das kleine Kreuz über der dreieckigen Eingangstür weist von außen auf die sakrale Bedeutung des Gebäudes hin.


Über dem dreieckigen Eingang, der die Form des Innenraums aufnimmt, ist ein kleines Kreuz eingelassen. Mehr weist von außen nicht darauf hin, dass es sich bei dem Turm um ein Gotteshaus handelt. Foto: gte/pp
Entworfen und mitgebaut hat es der Schweizer Star-Architekt Peter Zumthor. Als der das Kölner Diözesanmuseum baute, schrieben ihm die Scheidtweilers einen Brief. Darin baten sie den Eidgenossen, eine Kapelle zu entwerfen. Sie wollten das Bauwerk Bruder Klaus widmen, also dem Heiligen Nikolaus von der Flüe. Der ist nämlich Schutzpatron der Katholischen Landjugendbewegung, die dem Ehepaar Scheidtweiler von Jugend an sehr am Herzen liegt.

Bruder Klaus (1417-1487, heilig gesprochen 1947) war aber auch Schweizer – und der Lieblingsheilige von Zumthors Mutter. So entstanden ein persönlicher Kontakt und ein einzigartiges Bauprojekt, für das der international renommierte Architekt auf jegliches Honorar verzichtete.

Zu Beginn der Bauphase wurden 112 Baumstämme im Wald von Bad Münstereifel für das Innengerüst der Kapelle geschlagen. Die wurden zu einem eher kleinen, zeltartigen Raum zusammengefügt, der nun in vielen Schichten mit Beton aus einer Mischung aus rötlich-gelben Sand, Flusskies und Zement verkleidet wurde.

Als der zwölf Meter hohe Turm fertig war, köhlerten die Scheidtweilers und ihre Helfer aus Familie und dem Freundeskreis die Baumstämme durch ein drei Wochen brennendes Feuer aus.


Rund 300 Glas-Halbkugeln sind in den Wänden eingelassen. Durch die Röhren dahinter dringt Licht in Innere der Kapelle und zaubert eine einzigartige Atmosphäre. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress
Der brenzliche Geruch wird noch lange in der Andachtsstätte wahrnehmbar sein und ist Programm:

Alle vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft) sollen dort vereint werden. So kann durch eine Öffnung an der Spitze Regen eindringen und einen kleinen See auf dem besonderen Fußboden bilden:

Der ist nämlich aus einem Blei-Zinngemisch hergestellt worden und bietet durch dieses ungewöhnliche Material eine Verbindung zur Bleiberg-Stadt Mechernich.

Bauhistoriker Dr. Carsten Vorwig vom LVR-Freilichtmuseum Kommern meint: „Von außen ist die Kapelle ungewöhnlich und sogar gewöhnungsbedürftig. Der Baustil ist völlig anders als ortsüblich. Wenn man aber ins Innere tritt, wird man mit einem Aha-Erlebnis wachgerüttelt, denn die Innenarchitektur ist völlig anders als erwartet. Die ungewöhnliche, aber gelungene Lösung fasziniert.“


Der Fußboden im zeltartigen Inneren der Kapelle ist mit einer Blei-Zinn Mischung überzogen und stellt damit eine Verbindung zur Bleiberg-Stadt Mechernich her. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress
Mechernichs Stadtplaner Thomas Schiefer beschreibt seinen Eindruck zu der Kapelle so: „Das ist schon seltsam, inmitten der Landschaft eine harte architektonische Form. Architektur, die anzuecken scheint.
Und dann in der Ruhe der Betrachtung stellt man fest, irgendwie ist das doch stimmig. Die Farbe des Betons passt zu den erdfarbenen Äckern der Umgebung, die Form ist ergänzender Teil der Landschaft, ohne diese zu verletzen. Im Innern, in der meditativen Stille des Raumes, werden die Elemente Licht, Wasser, Feuer plötzlich physisch wahrnehmbar.

Das Leben des naturverbundenen Einsiedlers Bruder Klaus wird spürbar im Geruch des verbrannten Holzes, im Wasser auf dem Boden und im Licht, das beim Blick nach oben zu einem Sternenhimmel wird, der sich im Unendlichen zu verlieren scheint.


Bruder Klaus, dem Schutzpatron der Katholischen Landjugendbewegung, hat Landwirt Hermann-Josef Scheidtweiler die Kapelle gestiftet. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress

In der Umsetzung all dessen in Architektur, dokumentiert sich ein Architekt, der sich auch heute noch Baumeister nennen darf. Die Architektur wird mit ihrer starken Aussagekraft zu Kunst - und zu einem Kleinod, für dessen Komposition wir Bauherrn und Baumeister in Zeiten schöpferischer Reduziertheit dankbar sein sollten“.

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick weist darauf hin, dass nicht jeder die Kapelle schön finden wird. „Jede Zeit hat ihren eigenen Baustil, auch was die Kirchen angeht.

Vielleicht werden erst zukünftige Generationen dieses Bauwerk vermehrt schätzen. Architektur ist immer eine Sache des Geschmacks. Mir gefällt die Kapelle. Dort wird Spirituelles und Architektonisches vereint und der Innenraum ist ein wirklicher Andachtsraum. Spannend wird sein, wenn der Beton durch den Zahn der Zeit Patina ansetzt.“

Bei gutem Wetter kommen tagsüber fast ständig Besucher zu dem Mechernicher Ausnahme-Gotteshaus. Schon am Parkplatz an der Hauptstraße durch Wachendorf ist ein Fußweg zur Andachtsstelle ausgeschildert.


Der Innenraum ist von der Fläche zwar klein, hat dafür aber zwölf Meter Höhe. Eine Holzbank lädt zum Verweilen ein. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress
Karl-Heinz Haus, der Generalsuperior der Mechernicher Ordensgemeinschaft „Communio in Christo“, sieht die Kapelle als Experiment, dessen Besucherzustrom für sich spricht. Er sagt:
„Es ist bemerkenswert, dass eine gläubige Familie aus einer tiefen Verbundenheit mit dem Schweizer Nationalheiligen Nikolaus von Flüe in der Lage ist, mit einer öffentlichen Kapelle ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen, das über sich selbst hinaus weist. Was mich an Nikolaus von Flüe, einem der letzten spätmittelalterlichen Mystiker, beeindruckt:

Er war nicht der lebensfremde Heilige, der fernab der Probleme der Menschen und der Welt Haus und Hof verlassen hat. Er wurde von den Zeitgenossen als »lebender Heiliger« in der Schweiz schon früh als Friedensstifter verehrt und als Ratgeber und Fürbitter von einfachen Menschen, auch von in- und ausländischen Gesandten, aufgesucht.


Durch eine Öffnung im Dach haben Licht und Regen freien Eintritt in die ungewöhnliche Kapelle. Foto: Gunnar Tameer Eden/pp/Agentur ProfiPress
Nichts ist für unsere Zeit dringlicher, als den Glauben mit unserem Leben und mit den Problemen der heutigen Welt und Gesellschaft zu verbinden."

Eines ist sicher: Die Bruder-Klaus-Kapelle macht Mechernich ein Stück berühmter. Sogar japanische Architekturstudenten wurden an dem „Mechernicher Monument“ angetroffen.

pp/Agentur ProfiPress






Bruder-Klaus-Kapelle rechtlich zementiert -
Nach Ratsbeschluss und Veröffentlichung wird der Bebauungsplan für den von dem Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor konzipierten  Sakralbau, der die moderne Stadt Mechernich weltberühmt machte, rechtskräftig... (mehr)



Minister in der Bruder-Klaus-Kapelle - Meditation und Gebet - Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick spricht Eckard Uhlenberg am Rande auch auf die Ansiedlung einer Fachhochschule für Ingenieure im Anlagenbau an... (mehr)



Gotteshaus des Friedensstifters wurde zum Zankapfel - Bürgerversammlung wegen der Wachendorfer Bruder-Klaus-Kapelle – Kiosk und neuer Parkplatz geplant... (mehr)


Das Gotteshaus vom Bruder Klaus -
Die Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf sorgt mittlerweile international für Aufsehen - Das von Peter Zumthor entworfene Sakralbauwerk wird von Medien und Fachleuten in den höchsten Tönen gelobt... (mehr)


Kiosk und Toilettenanlage an der Zumthor-Kapelle -
Turbulente Debatte, aber einmütiger Beschluss im Mechernicher Stadtentwicklungsausschuss... (mehr)




 
Das Internetportal Rhein-Eifel.TV präsentiert Informationen und Filme über die Sehenswürdigkeiten vom Rheinland über die Eifel bis zur Mosel. Über 75 Filme und mehr als 150 Beiträge zu den wichtigsten Ausflugszielen sind bereits heute abrufbar.

Sehen Sie hier auch einen Film über die Bruder-Klaus-Kapelle und viele andere interessante Beiträge.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag:
Sommerzeit 10:00 - 17:00 Uhr,
Winterzeit: 10:00 - 16:00 Uhr
(entsprechend Uhrumstellung)

53894 Mechernich-Wachendorf
Iversheimer Straße (Parkplatz)
(s.a. unten: Wegbeschreibung zum Download)


Größere Gruppen ab 10 Personen melden sich bitte vorab beim Eigentümer der Privatkapelle - Familie Scheidtweiler - unter Tel. 02256-7127, Fax: 02256-957090 oder eMail info@feldkapelle.de an. Weitere Informationen finden Sie auch auf www.feldkapelle.de.

Führungen sind ebenfalls mit der Familie abzustimmen.
Bitte achten Sie darauf, dass die Andacht gläubiger Menschen nicht durch Fotografieren oder lautes Sprechen gestört wird.
Grundsätzlich ist die Kapelle nur zu Fuß zu erreichen.
Es wird darum gebeten, den ausgeschilderten Parkplatz an der Iversheimer Straße zu nutzen. Von dort beträgt der Fußweg für den Pilger ca. 10 - 15 Minuten.
 

Wegbeschreibung (zum Download):

Wegbeschreibung Bruder-Klaus-Kapelle bei Wachendorf
im pdf-format


Haben Sie noch Fragen?

Touristik-Agentur Mechernich e.V., Sabine Wahlen, Gabriele Schumacher
Telefon: 02443 / 49-4322
Telefax: 02443 / 49-5322
eMail: touristik@mechernich.de

Schiefer, Thomas (Fachbereichsleiter Stadtplanung / -entwicklung, Bauaufsicht)
Telefon: 02443 / 49-4200
Telefax: 02443 / 49-5200
E-Mail: t.schiefer@mechernich.de