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Das Aquädukt in Vussem, ein Teil der römischen Wasserleitung, die in der Antike die Colonia Agrippina, das heutige Köln, mit exzellentem Trinkwasser aus der Eifel versorgte.
Die Geschichte der Stadt Mechernich geht bis in prähistorische Zeiten zurück. In den Höhlen des Kartsteins haben bereits vor 80.000 Jahren Menschen Schutz vor Wind und Wetter gesucht. Archäologen fanden bei Ausgrabungen viele zu Werkzeugen umfunktionierte Knochen und behauene Steine. Sie stammen vom Neandertaler, einer vor etwa 30.000 Jahren ausgestorbenen Menschenart.

Weitere Funde belegen die Anwesenheit des „Ahrensburger Rentierjägers“, eines Nomadenvolkes am Ende der bislang letzten Eiszeit. Die Funde der jüngeren Steinzeit datieren um das vierte vorchristliche Jahrtausend. Die im Rheinland einzigartigen Funde aus Mechernich sind im Rheinischen Landesmuseum in Bonn dokumentiert.

Reichhaltiger sind die zu besichtigenden Funde aus der Antike, vor allem römische Wasserleitungen, Tempel- und Wegefragmente. Die Vertreter des Imperiums und vor ihnen schon die Kelten bauten am Mechernicher Bleiberg Erze ab und verhütteten sie. Ein halbes Jahrhundert vor Christus wurden die germanischen Eburonen von den Römern verdrängt.

Die ersten urkundlichen Nachrichten stammen von 1308 („Megternich“). Mechernich hatte im 16. Jahrhundert eine eigene Gerichtsbarkeit, war eine den Rheinischen Reichsritterschaften gehörige reichsunmittelbare Herrschaft. Dies wurde Mechernich vermutlich mit Einwilligung der früheren Gebieter und unterstand ohne Mittelsperson dem deutschen Kaiser. Jedenfalls gehörte es zu Beginn des 30jährigen Krieges zu den 75 bestehenden Herrschaften.


Die ältesten Teile der Kommerner „Burg“ stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das mehrfach umgebaute mittelalterliche Gemäuer war Sitz der herzoglich-arenbergischen Amtleute in Kommern und wird noch heute von deren Nachfahren bewohnt. (Bild: Medienzentrum Kreis Euskirchen)
Die Besitzverhältnisse am Bleiberg änderten sich häufig. Zuletzt war der Herzog von Arenberg Mitbeteiligter an Mechernich, bis Napoleon allen Herrschaften linksrheinisch ein Ende machte. Das besetzte Gebiet wurde in Departements und Cantone aufgeteilt. Mechernich kam zum Kanton Gemünd im Department Roer. Nach Übernahme des Landstrichs durch die Preußen entstand der Kreis Gemünd, 1829 vereinigten sich die Kreise Gemünd und Blankenheim zum Kreis Schleiden. Dieser ging 1972 in den heutigen Kreis Euskirchen über.

Jahrhundertelang war Mechernich ein kleines Eifeldorf mit etwa 500 Einwohnern. Der Einfluss des Bergbaus war anfangs gering, weil der Hauptteil des Bleiberges mit den Ortschaften Roggendorf und Strempt in der arenbergschen Baronie Kommern lag. Auch die durch Napoleon nach der Besetzung der Rheinlande eingeführte neue Gebietsteilung, wonach Mechernich mit Roggendorf, Strempt und dem Bleiberg zur Mairie (Bürgermeisterei) Vussem kam, änderte das Ortsbild vorerst nicht.

Erst der große Aufschwung am Bleiberg, herbeigeführt durch die Gebrüder Kreuser, vergrößerte den Ort in der zweiten Hälfte des 19.   Jahrhunderts sehr schnell. 1882 waren über 4500 Menschen im Bleierzabbau und der Verhüttung tätig. Der Bergbau nahm wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung Mechernichs und prägte das Gesicht des Ortes.


Wie überall im Reich liefen auch in Mechernich Tausende um die Hakenkreuzfahnen zusammen. Während der Pogromnacht kam es zu schweren Verwüstungen am Besitz der jüdischen Mitbürger.
Die einst blühende jüdische Gemeinde, die sich zur Zeit der Blüte des Bergbaus entwickelt hatte, ging unter der Naziherrschaft unter. Viele Mechernicher jüdischen Glaubens kamen um.
      
Der Bau der Eisenbahn und die Einrichtung einer Bahnstation hatte wesentlichen Anteil an der Aufwärtsentwicklung des Ortes. Um 1870 entstanden große zusammenhängende Bergarbeiterwohnstätten, z.B. in der Bergstaße und der Weierstraße. Nach einer beispiellosen Modernisierung des Bleibergwerks nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem weltweit führenden Bergwerksunternehmen kam die Schließung zum 1. Januar 1958 plötzlich und mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen. Die Zeitungen titelten damals: „In Mechernich geht das Licht aus“. Dennoch gelang im Lauf der Jahrzehnte der Umbau zu einem gemischtwirtschaftlichen Standort.



 
 
 
 
 
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