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Dörfer mit Menschen, die anpacken

In Bergbuir lauschten Franz Unterstetter (l.) und die Mitglieder der Kommission den Ausführungen von Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (r.), Christof Marx (2.v.l.), Diplomingenieur für Landespflege bei der Stadt Mechernich sowie den Vertretern des Vereinsbundes. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress In Bergbuir lauschten Franz Unterstetter (l.) und die Mitglieder der Kommission den Ausführungen von Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (r.), Christof Marx (2.v.l.), Diplomingenieur für Landespflege bei der Stadt Mechernich sowie den Vertretern des Vereinsbundes. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“: Kommission besuchte Bergbuir, Floisdorf und Eiserfey – Eicks hat sich nachgemeldet

Mechernich – Wie funktioniert das Miteinander von Jung und Alt? Was geschieht mit alter Bausubstanz? Wie ist es insgesamt um die Lebensqualität im Dorf bestellt? Unter diesen Kriterien nahm die Bewertungskommission des Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ im Stadtgebiet Mechernich die Ortschaften Bergbuir, Floisdorf und Eiserfey unter die Lupe. Eicks wurde nachgemeldet, hier steht der Besuch der Jury noch aus.


Der Fokus auf soziale, kulturelle, wirtschaftliche, bauliche und ökologische Aspekte macht deutlich, wie sehr sich die Intention des einst als „Blumenwettbewerb“ belächelten Dörfer-Contests inhaltlich gewandelt hat hin zu einem Wettbewerb, der das gemeinschaftliche Engagement für einen lebenswerten ländlichen Raum würdigt.

Im Stadtgebiet Mechernich hat die Teilnahme eine lange Tradition. Bergbuir beispielsweise hat 1980 erstmals teilgenommen, Eiserfey erhielt gar 1965 erstmals eine Anerkennung holte 1995 Gold auf Landesebene und zuletzt 2009 Bronze ebenfalls auf Landesebene. Auch Floisdorf kann auf eine langjährige Beteiligung verweisen, war Anfang der 1970-er Jahre zweimal „Golddorf“ und erreichte zuletzt 2015 im Landeswettbewerb Silber.

Christof Marx (3.v.l.) und Christian Heitmann (4.v.l.) betreuten die Kommission bei ihrem Besuch in Floisdorf. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
Christof Marx (3.v.l.) und Christian Heitmann (4.v.l.) betreuten die Kommission bei ihrem Besuch in Floisdorf. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
Bei ihren Besuchen erhielt die Kommission einen überzeugenden Eindruck davon, dass die Menschen in allen drei Dörfern enorme Anstrengungen unternehmen, damit diese sich weiterentwickeln. Das stellte beide Seiten vor besondere Herausforderungen: Die Vertreter der Dorfgemeinschaft hatten für die Präsentation samt Ortsbegehung ein bis anderthalb Stunden Zeit, um die Fachleute von ihren Konzepten zu überzeugen. Die sechsköpfige Kommission unter der Leitung von Franz Unterstetter bereiste vier Wochen lang zirka 70 teilnehmende Dörfer und steht nun vor der schwierigen Aufgabe zu entscheiden, wer die Sieger des Kreiswettbewerbs sind.

Als „Menschen, die anpacken“ beschrieb Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick die Bewohner im „Wilden Westen“ des Kreises Euskirchen, als er und Christof Marx, Diplomingenieur für Landespflege bei der Stadt Mechernich, das Komitee des Kreises in Bergbuir willkommen hießen. Während es vielerorts Probleme gebe, Traditionsveranstaltungen aufrecht zu erhalten, sei dies in Bergbuir dank eines sehr aktiven Vereinslebens nicht der Fall, lobte Schick das Engagement der Bergbuirer.

Insbesondere werde hier kulturell viel unternommen, eine große Rolle spielten Musik- und Theaterverein. Zudem existiere im Ort noch eine Kneipe, der eine wichtige soziale Funktion als Kommunikationspunkt zukomme, informierten Bruno Groß, verantwortlich für die Dorfverschönerung in Bergbuir und Peter Gransow vom Vereinsbund „De Hommele“. Sie präsentierten auf ihrem Rundgang die mit enormem Aufwand renovierte Jugendhalle, Ort zahlreicher Dorffeste, den neu angelegten Spielplatz, die hoch über dem Ort stehende St.-Barbara-Kapelle und den Bolzplatz, Schauplatz der jährlich stattfindenden offenen Stadtmeisterschaft im Hufeisenwerfen.

In einem der 21 denkmalgeschützten und teils wunderschön restaurierten Gebäude in Eiserfey präsentierte Stephan Wiegmann (r.) die Stärken des Ortes. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
In einem der 21 denkmalgeschützten und teils wunderschön restaurierten Gebäude in Eiserfey präsentierte Stephan Wiegmann (r.) die Stärken des Ortes. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
„Eiserfey packt an“ – dieser Slogan der Dorfgemeinschaft gibt auch hier treffend die Worte von Bürgermeister Schick wieder. Als „Perle im Feytal“ präsentierten Stephan Wiegmann und Johannes Mießeler vom 2016 gegründeten, rührigen Bürgerverein den Ort, der aktuell sein 1150-jähriges Jubiläum mit einer Vielfalt an Veranstaltungen feiert. Rund 50 Bürger sind aktiv an den Planungen und der Durchführung der Feierlichkeiten involviert.

Auf 420 Einwohner kommen 806 Vereinsmitgliedschaften – ein Zeugnis für das auch hier sehr rege Vereinsleben. Neben den monatlichen Altentagen und diversen Straßenfesten finden im Jahresverlauf

regelmäßig neun große Veranstaltungen statt, von denen der Lichterzug zu Karneval und das Musikfestival „Feykultur“ überregional bekannt sind.

Über den kulturellen Bereich hinaus engagiert sich die Dorfgesellschaft in vielen anderen Bereichen wie etwa in der Landschaftspflege und bewies bei der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr eindrucksvoll Gemeinschaftssinn. Mit viel bürgerlicher Eigeninitiative gelingt es außerdem, zahlreiche Projekte für den Fremdenverkehr umzusetzen.

In Floisdorf präsentierte Christian Heitmann, Vorsitzender des Ortskartells, die Stärken des Ortes. Dazu zählen beispielsweise der jahrelange Umbau der maroden alten Schule zum vielgenutzten Dorfgemeinschaftshaus und die gemeinsamen Anstrengungen der acht Dorfvereine, viel für das Miteinander der Generationen zu tun. „Darauf sind wir stolz“, sagte Heitmann und verwies unter anderem darauf, dass hier auch die 16- bis 18-Jährigen ihren Beitrag leisten.

Er präsentierte der Kommission einige besonders schöne Renovierungsbeispiele alter Bausubstanz, so etwa ein Mehrgenerationen-Wohnhaus, das aus einem nicht mehr genutzten landwirtschaftlichen Gebäude entstanden ist und die originalgetreue Sanierung eines 300 Jahre alten Hauses.

„Wir bemühen uns, das gerecht über die Bühne zu bringen“, sagte Unterstetter zum Abschied in Bergbuir. Die Bekanntgabe der Ergebnisse und die Preisverleihung finden auf der Herbsttagung des Kreisverbandes der Gartenbau- und Verschönerungsvereine im November statt. Anschließend werden die Siegerdörfer für den Landeswettbewerb 2018 gemeldet, und die Dörfer erfahren, wie sie im Kreiswettbewerb bewertet wurden.

                                                                                                          pp/Agentur ProfiPress

                                                                                                                                                                   (30. Juni 2017)