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225 Menschenleben gerettet

Kreisbrandmeister Udo Crespin (l.) und Bezirksbrandmeister Manfred Savoir (r.) ehrten Alois Poth (v.l.), Bürgermeister a. D. Herbert Radermacher und Harald Heinen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress Kreisbrandmeister Udo Crespin (l.) und Bezirksbrandmeister Manfred Savoir (r.) ehrten Alois Poth (v.l.), Bürgermeister a. D. Herbert Radermacher und Harald Heinen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress Steigende Mitgliederzahl der Feuerwehren im Kreis Euskirchen – Insgesamt 2738 Einsätze im Jahr 2016 – Auszeichnungen für Harald Heinen, Herbert Radermacher und Alois Poth – Mitgliederbindung als großes Ziel ausgemacht

Kreis Euskirchen/Kall – Ein Wildschwein aus Holz, eine erfreuliche Entwicklung beim Nachwuchs sowie die Verleihung der höchsten Auszeichnung, die die Feuerwehr zu bieten hat: Die Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Euskirchen in der Kaller Bürgerhalle hatte auch ohne Wahlen einiges zu bieten.

Gleich drei offizielle Ehrungen fanden am Ende statt, wobei einer der Ausgezeichneten eigentlich gar kein Feuerwehrmann ist, auch wenn er erst vor wenigen Wochen von der Freiwilligen Feuerwehr Kall zum Ehrenbrandmeister ernannt wurde. Aber der jüngst aus dem Amt ausgeschiedene Bürgermeister Herbert Radermacher erhielt die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille, denn, so beschrieb es Bezirksbrandmeister Manfred Savoir, der Kaller Bürgermeister a. D. habe sich während seiner Amtszeit durch sein besonderes Engagement für die Feuerwehr verdient gemacht. „Es war gut, Sie erlebt zu haben“, meinte auch Udo Crespin, oberster Feuerwehrmann im Kreis Euskirchen.

Anschließend konnte Radermacher von der Bühne aus zusehen wie zwei seiner ehemaligen Mitarbeiter ebenfalls ausgezeichnet wurden. Der einstige Ordnungsamtschef Alois Poth erhielt das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze, unter anderem dafür, weil er in seiner Doppelrolle als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und der Gemeindeverwaltung als Bindeglied wirkte. Dass Poth immer noch sehr emsig ist, zeigte sich dadurch, dass Manfred Savoir ihn gleich mehrfach aufrufen musste. Poth kümmerte sich im Thekenbereich nämlich mit Mitgliedern der Jugendfeuerwehr darum, dass bei den hochsommerlichen Temperaturen alle 95 Delegierte in der Kaller Bürgerhalle mit Getränken versorgt wurden.

Mit der höchsten Auszeichnung, die die Feuerwehr zu bieten hat, dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold, wurde Kalls Wehrleiter Harald Heinen, gleichzeitig auch stellvertretender Kreisbrandmeister und stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, dekoriert. Heinen leitet seit 30 Jahren die Geschicke der Kaller Gemeindewehr – laut Savoir ein überaus ungewöhnlich langer Zeitraum. Alleine Heinens Verdienste für die Feuerwehr aufzuzählen wäre abendfüllend. Savoir bezeichnete ihn deshalb auch als Motor der Feuerwehr nicht nur in Kall, sondern im gesamten Kreis.

Wildschwein aus Holz für Manfred Savoir

Ob Entlastung oder Kassenprüferwahl: Die 95 anwesenden Delegierten waren immer einer Meinung. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Ob Entlastung oder Kassenprüferwahl: Die 95 anwesenden Delegierten waren immer einer Meinung. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Zum Schluss wurde aus dem Ehrenden aber auch ein Geehrter: Weil Manfred Savoir in diesem Jahr seinen Posten als Bezirksbrandmeister niederlegt, schenkte ihm der Kreisfeuerwehrverband Eifeler Spezialitäten und ein Wildschwein aus Holz.

Damit der Jahresbericht kein trockenes Vortragen von Fakten wird, hatte sich der Kreisfeuerwehrverband eine von Kreisbrandmeister Udo Crespin moderierte Talk-Runde ausgedacht.

Dabei berichtete unter anderem das Führungstrio der Kreisjugendfeuerwehr, Kerstin Brandhoff, Christian Heinrichs und Kathrin Hörnchen, über die Entwicklung in der Nachwuchsabteilung und über besondere Projekte, etwa einen Polen-Austausch.

Ein beeindruckendes Statistikwerk hatte der „Herr der Zahlen“ beim Kreisfeuerwehrverband, der frühere stellvertretende Vorsitzende Karl-Georg Hardy, zu bieten. Insgesamt gab es zum Stichtag 31. Dezember 2016 im Kreis Euskirchen 4301 Feuerwehrleute. 2617, darunter 178 Frauen, gehören zur Einsatzabteilung, 719, davon 117 Frauen, zur Jugendfeuerwehr und 965 Mitglieder stark ist die Ehrenabteilung. Insgesamt ist die Zahl der Feuerwehrleute im Vergleich zum Jahr 2015 um 40 gestiegen. Besonders der Zuwachs bei der Jugendfeuerwehr freut Udo Crespin: „Das ist eine markante Aussage, denn die Jugendfeuerwehr ist die Hauptgenerierungsquelle für die Einsatzabteilungen.“

Das Durchschnittsalter, in dessen Berechnung die Einsatzabteilungen und Jugendfeuerwehren einfließen, beträgt 31,83 Jahre und ist damit ungefähr auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Die Unterschiede in den elf Kommunen sind aber enorm: In Zülpich (35,55 Jahre) sind die Feuerwehrkräfte fast sechseinhalb Jahre älter als bei den Nesthäkchen in Kall (29,12 Jahre). Deutlich geringer ist übrigens das Alter der insgesamt 265 Feuerwehrfahrzeuge im Kreis: Sie sind durchschnittlich 15,18 Jahre alt, wobei vier bereits seit mehr als vier Jahrzehnten im Einsatz sind.

Menschenrettung als primäres Ziel

Die Jahresberichte wurden in Interviewform vorgetragen. Hier berichtet Kathrin Hörnchen über den Polen-Austausch. Es hören zu (v.l.): Kerstin Brandhoff, Oliver Geschwind, Harald Heinen und Walter Wolff. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Die Jahresberichte wurden in Interviewform vorgetragen. Hier berichtet Kathrin Hörnchen über den Polen-Austausch. Es hören zu (v.l.): Kerstin Brandhoff, Oliver Geschwind, Harald Heinen und Walter Wolff. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Etwa jedes zweite Mitglied der Einsatzabteilungen und Jugendfeuerwehren hat im Jahr 2015 an einer Aus-, Fort- oder Weiterbildung teilgenommen, etwa zwei Drittel von ihnen direkt in der jeweiligen Stadt oder Gemeinde.

„Das primäre Ziel der Feuerwehr ist die Menschenrettung“, meinte Kreisbrandmeister Udo Crespin. Deshalb war für ihn die wichtigste und entscheidendste Zahl in Hardys umfangreicher Statistik die 225. Denn so viele Menschen wurden im Jahr 2016 gerettet.


Wer glaubt, dass die Feuerwehr hauptsächlich mit Bränden zu tun hat, irrt gewaltig. Von den insgesamt 2738 Einsätzen waren im vergangenen Jahr nur 363 Brände, darunter neun Großbrände. Dem gegenüber stehen 1201 technische Hilfeleistungen. Dazu gehören auch die Wasser- und Sturmschäden, die durch die Unwetterlagen im vergangenen Sommer einen Zuwachs von 234 auf 325 Einsätze hatten.

Ein paar Ziele hat sich der Kreisfeuerwehrverband auch auf die Fahnen geschrieben. So soll die Bereitschaft Düren/Euskirchen wieder intensiver zusammenarbeiten. Eine Großübung der Bereitschaft ist im Oktober an der Rurtalsperre bei Heimbach geplant. Neuerungen gibt es auch im Bereich Ausbildungen, etwa ein neues Seminar Einsatztaktik für Feuerwehrleute in Leitungsfunktionen. Großes Ziel ist die Mitgliederbindung, da seien aber auch Politik und Verwaltungen gefragt, so Crespin.

                                                                                                         pp/Agentur ProfiPress

                                                                                                                                                                  (23. Juni 2017)


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Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
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