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Nach neun Jahren: Aus für das „Internationale Nähen“

Carla Brandholt-Witschonke (6.v.l.) übergab zum vorläufigen Ende des „internationalen Nähens“ Mechernich einen Scheck über 200 Euro an Maria Jentgen von der Mechernich-Stiftung (4.v.r.). Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (3.v.l.) und Kämmerer Ralf Claßen (r.), Vorsitzender der Mechernich-Stiftung, sorgen für die passende Kulisse. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress Carla Brandholt-Witschonke (6.v.l.) übergab zum vorläufigen Ende des „internationalen Nähens“ Mechernich einen Scheck über 200 Euro an Maria Jentgen von der Mechernich-Stiftung (4.v.r.). Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (3.v.l.) und Kämmerer Ralf Claßen (r.), Vorsitzender der Mechernich-Stiftung, sorgen für die passende Kulisse. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress Keine Nachfolgerinnen für die Gruppe in Eicks – Zum Abschluss 200 Euro an die Mechernich-Stiftung gespendet

Mechernich-Eicks – Nach neun Jahren ist Schluss: Carla Brandholt-Witschonke, die in ihrem Atelier in Eicks das „Internationale Nähen“ ins Leben gerufen hat, gab bei einem Termin im Mechernicher Rathaus das vorläufige Ende der multikulturellen Handarbeitsgruppe bekannt. „Es war eine wunderschöne Zeit, und ich freue mich, dass wir zur Völkerverständigung beitragen konnten“, sagte sie rückblickend.

Manche der Frauen hätten in der Gruppe das Nähen gelernt, andere konnten es bereits.


Neben der Handarbeit sei es vor allem auch darum gegangen, sich vorurteilsfrei zu begegnen und über alles offen reden zu können, so die Initiatorin.

Mehr als 70 Frauen aus 20 Ländern aus Asien, der arabischen Welt, Afrika und Europa haben in den vergangenen neun Jahren mitgearbeitet. Dabei sind nicht nur an der Nähmaschine viele Projekte entstanden, deren Erlöse an die Hilfsgruppe Eifel, die Beratungsstelle Donum Vitae und die Mechernich Stiftung gespendet wurden. Sondern es wurden auch Freundschaften geschlossen und anderen gemeinsame Aktivitäten unternommen.

Maria Jentgen von der Mechernich-Stiftung macht sich wurfbereit, um die Stofftorwand für das AWO-Familienzentrum „Regenbogen“ zu testen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
Maria Jentgen von der Mechernich-Stiftung macht sich wurfbereit, um die Stofftorwand für das AWO-Familienzentrum „Regenbogen“ zu testen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
Regelmäßig trafen sich zwischen zehn und fünfzehn Frauen bei Carla Brandholt-Witschonke, um wunderschöne Patchworkdecken zu nähen oder auch Hausschuhe für das Mechernicher AWO-Familienzentrum „Regenbogen“, eine „schuhfreie“ Kindertagesstätte. Hunderte Kissen haben die Frauen für die Aktion „Herzen gegen Schmerzen“ hergestellt und für die Brustkrebspatientinnen der Krankenhäuser in Euskirchen und Düren gespendet. Sogar ein internationales Nählexikon ist entstanden.


Nach und nach schrumpfte die Gruppe, bis zuletzt nur noch fünf Frauen regelmäßig zu den Treffen erschienen. „Das ist aber kein internationales Nähen mehr“, erklärte die Initiatorin. Oft hätten die Frauen mittlerweile mehrere kleine Kinder oder seien berufstätig und fänden deshalb keine Zeit mehr. Mehrmals sei – leider vergeblich – versucht worden, neue Frauen hinzuzugewinnen, bedauert Carla Brandholt-Witschonke. „Wenn es wieder Interesse gibt, wäre ich gerne bereit, das internationale Nähen wiederzubeleben.“

Frauen aus zehn Nationen haben an dieser Patchworkdecke gearbeitet, die für einen guten Zweck versteigert wurde. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
Frauen aus zehn Nationen haben an dieser Patchworkdecke gearbeitet, die für einen guten Zweck versteigert wurde. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
So lange freut sie sich, dass ihre Idee so viele Nachahmerinnen gefunden hat, denn mittlerweile gibt es im Kreis Euskirchen mehrere ähnliche Gruppen. Zum Abschluss überreichte sie im Beisein mehrerer Begleiterinnen im Mechernicher Rathaus einen Scheck über 200 Euro an Ralf Claßen und Maria Jentgen von der Mechernich-Stiftung sowie ein Geschenk an Elisabeth Schwister, die Leiterin des AWO-Familienzentrums „Regenbogen“:

Aus den übriggebliebenen Stoffresten hatten die Frauen eine Torwand und Bälle genäht. „Das ist ja toll“, freute sich Elisabeth Schwister über die Spielidee für Regentage.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick dankte Carla Brandholt-Witschonke für ihr Engagement, das dazu beigetragen habe, Barrieren abzubauen. Schick: „Denn die Religionen bieten nach wie vor viel Sprengstoff.“

Frauen, die Interesse daran haben, dass das internationale Nähen in Eicks fortgeführt wird, können sich jederzeit bei Carla Brandholt-Witschonke, Tel. 0 24 43/90 28 766 melden. Ebenso Schulen, die mit ihrer Unterstützung kreatives Nähen im Rahmen des Landesprogramms „Kultur und Schule“ anbieten möchten, das sie bereits an zahlreichen Schulen im Kreisgebiet durchgeführt hat. „Aber leider noch an keiner Mechernicher Schule“, bedauert sie.

http://cbw-patchwork-art.blogspot.de/

                                                                                                         pp/Agentur ProfiPress

                                                                                                                                                                  (16. Mai 2017)