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Mein Kumpel, der Pfarrer

„Wir machen hier und heute Kirche!“ Die Gottesdienste des Eifeler Jugendseelsorgers Hardy Hawinkels sind gut inszenierte Happenings. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress „Wir machen hier und heute Kirche!“ Die Gottesdienste des Eifeler Jugendseelsorgers Hardy Hawinkels sind gut inszenierte Happenings. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress Hardy Hawinkels ist seit 2000 Jugendseelsorger in der Eifel – New-Key-Gottesdienste unter anderem in Strempt und Breitenbenden – Seit Jahren beim Camp St. Agnes der GdG St. Barbara Mechernich mit dabei

Eifel/Mechernich – „Hardy, ich habe am Mittwoch Gesellenprüfung“, sagt Stefan (17) zum Eifeler Jugendseelsorger Hawinkels (53). Dann die entscheidende Frage: „Kannst Du mich segnen?“ Hardy kann, will und tut es. Coram Publico im Jugendzeltlager „Camp St. Agnes“, völlig unspektakulär, ohne Aufhebens, keiner kichert, keiner guckt weg, alles im grünen Bereich.

Das ist „New Key“, Eifeler Jugendkirche. So heißen nicht nur die monatlichen Gottesdienste an wechselnden Orten in wechselnden Gotteshäusern, die von wechselnden Vorbereitungsteams vorbereitet werden. „New Key“ ist auch ein neuer Schlüssel zu christlichen Umgangsformen in der speziellen Kultur junger Eifeler Christen und „ihrem“ Pastor.

Denn einer, nämlich er, Hardy Hawinkels, 53 Jahre jung, katholischer Priester, gebürtiger Selfkanter, Wahl-Eifeler, ist immer dabei, wenn wechselnde Teams vor wechselnden Gottesdienstgemeinden „New Key“ feiern, darunter auch in Strempt und beim Motorradgottesdienst in Breitenbenden. Und er ist auch dabei, wenn junge Christen in der Eifel ihr eigenes Ding in die Tat umsetzen – wie beispielsweise seit 22 Jahren beim „Camp St. Agnes“, das die GdG St. Barbara Mechernich zu Beginn der Sommerferien organisiert.

An wechselnden Orten, das versteht sich von selbst. „Am Lagerfeuer unter freiem Himmel, die Schlafzelte im Rücken, bekommt man am ehesten eine Ahnung davon, was sich unsere religiösen Vorfahren seit Abrahams Tagen auf ihren Nomadenzügen von ihrem Gott erzählt haben“, sagt Pfarrer Hawinkels.

Den Titel „Pfarrer“ hat der Jugendseelsorger erst vor kurzem akzeptiert, bis dahin nannte er sich Kaplan. Was eh keinen interessierte, weil die jungen Leute „Hardy“ zu ihm sagen. Dabei ist der Geistliche, Counselor und Supervisor, Bezirkskurat der Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) und Hausseelsorger im Hermann-Josef-Haus Urft einst auf den Vornamen „Hans-Peter“ getauft worden.

Wie sein verstorbener Vater Joachim ging der junge Haarener beruflich zunächst zur Post, dann zur Christlichen Arbeiterjugend (CAJ), wo er sich berufs- und praxisbegleitend zum Gemeindereferenten ausbilden ließ, ehe er an der Theologisch-Philosophischen Fakultät der Bonner Friedrich-Wilhelms-Uni „noch etwas mehr“ Theologie studierte.

Hardy Hawinkels war also schon als Laie im Kirchendienst tätig, dann nach der Priesterweihe auf zwei Kaplanstellen und dabei mit der Aufgabe betraut, Gemeindeleitung zu kompensieren. Die Annahme einer Ortspfarrerstelle lehnte er irgendwann ab – stattdessen übernahm er 2000 die Stelle des Regionalen Jugendseelsorgers Eifel, was Hardy Hawinkels bis heute ist. Außerdem wirkt der 53-Jährige als Subsidiar in mehreren Gemeinden und ist Hausseelsorger im Hermann-Josef-Haus.

15 Jahre war er auch Schulseelsorger, seit 2013 hat ihn der Bischof als graduierter Counselor (pädagogisch-therapeutischer Berater) für die Supervisionsarbeit der pastoralen Mitarbeiter beauftragt.

Bei all dem ist Hardy Kumpel geblieben. Die jungen Leute mögen ihn, haben schnell Zugang zu seiner Art, Gott und die Welt zu erklären. Das hat wenig Gestelztes, Hardy redet Klartext, seine Gottesdienste sind gut inszenierte Happenings mit flotter Musik und griffigen Themen und Bildern.

„Wir machen hier und heute Kirche“ ist einer seiner Lieblingssprüche im eingangs erwähnten Camp. Unter freiem Himmel werden Bänke und Altar aufgebaut, ein Kreuz in den Boden gerammt, Farne, Blumen und Zweige zusammengetragen. Gitarre und Cajon ersetzen die Orgel, eine Gruppe sucht Texte aus, eine Musik, eine schreibt die Fürbitten – und schließlich feiern alle zusammen Gott im Leben…

                                                                                                         pp/Agentur ProfiPress

                                                                                                                                                                  (11. Mai 2017)