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Eifel gegen Rechtspopulisten

Oliver Paasch, Regierungschef 77.000 deutschsprachiger Belgier in nder bisherigen „Deutschsprachigen Gemeinschaft“, die sich ab 15. März „Bundesland Ostbelgien“ nennen wird, legte in Berlin stellvertretend für Eifel und Ardennen ein eindrucksvolles Bekenntnisse zu Europa ab – und erklärte den Rechtspopulisten und Nationalisten den Widerstand aufrechter Europäer. Foto: Helmut Gassen/pp/Agentur ProfiPress Oliver Paasch, Regierungschef 77.000 deutschsprachiger Belgier in nder bisherigen „Deutschsprachigen Gemeinschaft“, die sich ab 15. März „Bundesland Ostbelgien“ nennen wird, legte in Berlin stellvertretend für Eifel und Ardennen ein eindrucksvolles Bekenntnisse zu Europa ab – und erklärte den Rechtspopulisten und Nationalisten den Widerstand aufrechter Europäer. Foto: Helmut Gassen/pp/Agentur ProfiPress Eifel-Ostbelgien-Abend am Rand der ITB wurde in Berlin zur Demo für Frieden und Zusammenarbeit in Europa – Ministerpräsident Oliver Paasch: „Generationen nach uns das Schicksal der Väter und Mütter ersparen“

Wolfgang Spelthahn (Zukunftsinitiative Eifel): „Amerikanische Prsäidenten bauen keine Mauern, sie helfen, sie zu beseitigen“ – Staatssekretär Günther Horetzky: „Starke Gemeinschaft in Eifel und Ardennen steht gegen die grassierende Europhobie“







Eifel/Berlin – Zu einer Demonstrationsveranstaltung gegen Rechtspopulismus und Nationalismus wurde der Eifel-Ostbelgien-Abend am Mittwoch am Rande der Internationalen Tourismusbörse in Berlin.

Wirtschaftsstaatsekretär Dr. Günther Horetzky hatte dazu in die Landesvertretung NRW eingeladen, wo er selbst und der ostbelgische Ministerpräsident Oliver Paasch stellvertretend für Eifel und deutschsprachiges Ostbelgien eindrucksvolle Bekenntnisse zu Europa ablegten.

Und zwar keineswegs pathetisch, sondern witzig und pointiert. „Wir interessierten uns in Eupen für ein niederländisches System zur externen Evaluierung von Schulen und ließen es uns in Den Haag erläutern“, begann Oliver Paasch: „Dabei erfuhren wir, dass sich auch die flämische Territorialregierung und das deutsche Bundesland Hessen für das System erwärmten.“

Weil man mit den niederländischen Originaldokumenten zum Projekt sprachlich nicht so gut klar kam wie die flämischen Kollegen, so Paasch, „besorgten wir uns die von Wiesbaden ins Deutsche übersetzten Unterlagen.“ So wurde die externe Evaluierung aus den Niederlanden mit deutschen Ausführungsbestimmungen in Belgien eingeführt.

Neu ab 15. März: „DG“ heißt
„Bundesland Ostbelgien“



Damit war der grenzüberschreitende Prozess aber noch nicht beendet, so der Ministerpräsident der 77.000 Einwohner zählenden Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, die ab dem 15. März offiziell „Bundesland Ostbelgien“ heißen soll: „Kurz darauf erreichte uns eine Anfrage aus Mainz, wo man sich ebenfalls für das niederländische Evaluierungsverfahren interessierte.“
Also seien er und seine Ministeriumsmitarbeiter in die rheinland-pfälzische Hauptstadt gereist, um als Belgier das aus Holland stammende Verfahren mit in Hessen ins Deutsche übersetzten Anleitungen dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium vorzustellen.

Eifelbotschafter mit Sabine Preiser-Marian, der Bürgermeisterin der Stadt Bad Münstereifel, beim Eifel-Ostbelgien-Abend anlässlich der ITB in der NRW-Vertretung in Berlin. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress
Eifelbotschafter mit Sabine Preiser-Marian, der Bürgermeisterin der Stadt Bad Münstereifel, beim Eifel-Ostbelgien-Abend anlässlich der ITB in der NRW-Vertretung in Berlin. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress
Oliver Paasch hatte mit dieser Schilderung zunächst die Lacher auf seiner Seite. Gleichwohl verdeutlichte er damit, wie verflochten und aufeinander angewiesen die Beziehungen im vereinten Europa inzwischen sind. Sein Vater habe in seinem Leben viermal die Staatsbürgerschaft wechseln müssen, seine Heimatstadt St. Vith sei im Zweiten Weltkrieg zu weit über 90 Prozent zerstört worden, so Paasch: Deshalb gebe es keine Alternative zur Einheit und Zusammenarbeit in der Europäischen Union.

Der Eifel-Ostbelgien-Abend war von Anna Quadflieg, der Leiterin der deutschsprachigen und flämischen Botschaftsabteilung in Berlin, eröffnet worden. Sie konnte neben Hans-Peter Thiel, dem amtierenden Präsidenten

der Zukunftsinitiative Eifel, zahlreichen Landräten und Bürgermeistern, zwei Staatssekretären - außer Günther Horetzky war auch Thomas Rachel aus dem Bildungsministerium gekommen -, dem Eifeler Bundestagsabgeordneten Patrick Schnieder und rund 250 geladenen Gästen aus Eifel und Ardennen auch Ghislaine Jean Maurice D’hoop, den belgischen Botschafter in Deutschland, begrüßen.

„Wer Internierungslager baut, hat
 ITB-Botschaft nicht verstanden“



Der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn vom Präsidium der Zukunftsinitiative Eifel mahnte in seiner Ansprache, ein amerikanischer Präsident dürfe eine Ära des Kampfes für Menschenrechte und friedliche Koexistenz nicht durch den Bau einer gigantischen Mauer zwischen den USA und Mexiko gefährden: „Gerade in dieser Stadt Berlin, die über 25 Jahre durch eine Mauer geteilt war, werden wir daran erinnert, dass sich gerade amerikanische Präsidenten mit aller Energie und Vehemenz für den Fall der Mauer eingesetzt haben . . .“

Wer beispielsweise in Ungarn Internierungslager für Flüchtlinge einrichten wolle, der habe nicht nur „die Botschaft der Internationalen Tourismusbörse nicht verstanden“, so Spelthahn, der konterkariere auch den jahrzehntelang bewährten Friedensprozess in Europa: „Grenzen spielen für uns in der Eifel keine Rollen. Lassen Sie uns gemeinsam der Agonie entgegentreten, die sich in Europa angesichts von Brexit und  Rechtspopulisten breitmacht!“

Lobte in Berlin die gute deutsch-belgische Zusammenarbeit auf dem Tourismussektor: NRW-Staatssekretär Dr. Günther Horetzky. Foto: Helmut Gassen/pp/Agentur ProfiPress
Lobte in Berlin die gute deutsch-belgische Zusammenarbeit auf dem Tourismussektor: NRW-Staatssekretär Dr. Günther Horetzky. Foto: Helmut Gassen/pp/Agentur ProfiPress

Gastgeber NRW-Wirtschaftsstaatsekretär Dr. Günther Horetzky schlug ähnliche Töne an: „Mir ist es ein wichtiges Anliegen, Sie als eine große Gemeinschaft begrüßen zu können.“ Eifel und Ostbelgien seien markante Stützpfeiler im Widerstand gegen die um sich greifende Europhobie, so Horetzky. Ein Drittel der jährlich 22,1 Millionen Touristen in Nordrhein-Westfalen kämen aus den Beneluxstaaten. Die zahllosen Eifeler und Niederrheiner, Rheinländer und Westfalen, die in umgekehrter Richtung über die Grenzen wechseln, nicht mitgerechnet.


Ministerpräsident Oliver Paasch schloss, bevor 28 Eifeler Europa-Miniköche unter Anleitung von Stephan Kohler und Thomas Herrig die Gäste mit Eifeler Köstlichkeiten sowie Bier aus Bitburg und Belgien bewirteten: „Lassen Sie uns und den Generationen nach uns das Schicksal unserer Mütter und Väter ersparen und den Populisten mutig entgegentreten, die an den Grundfesten Europas rütteln.“


                                                                                                           pp/Agentur ProfiPress


                                                                                                                                                                    (10. März 2017)


Weitere Bilder:


Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress
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Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress
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