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Rathaussturm: Bürgermeister ergibt sich mit einem Lächeln

Von der ehemaligen Jugendprinzessin Sarah Falk (l.) und der Ex-Prinzessin Heike Massong in den Gewahrsam genommen, schwenkte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick lächelnd die weiße Fahne auf dem Mechernicher Rathausbalkon. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress Von der ehemaligen Jugendprinzessin Sarah Falk (l.) und der Ex-Prinzessin Heike Massong in den Gewahrsam genommen, schwenkte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick lächelnd die weiße Fahne auf dem Mechernicher Rathausbalkon. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress Mehrere Generationen ehemaliger Narrenherrscher übernahmen das Kommando in Mechernich

Mechernich – Am Ende war die Übermacht zu groß, so viel geballter närrischer Aristokratie musste sich der Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick geschlagen geben, hatten sich in Ermangelung eines aktuellen Narrenherrschers doch etliche ehemalige Tollitäten vor dem Rathaus in Stellung gebracht.

Man ließ ihm sogar die freie Wahl, als er den Rathausschlüssel aushändigen musste.

„Wem gebe ich denn jetzt den Schlüssel?“ Ohne lange zu überlegen, entschied Schick sich für „zwei lecker Mädche“, von denen er sich nach dem obligatorischen Gefecht mit sichtlichem Wohlgefallen hatte abführen lassen: Sarah Falk, Jugendprinzessin 2015 und Heike Massong, die mit ihrem Vater Peter Massong in der Session 2009/2010 als Generationen vereinendes Prinzenpaar inthronisiert worden war, holten Schick, nachdem er lange genug die weiße Fahne geschwenkt hatte, vom Rathausbalkon herunter und lieferten ihn den Besatzern aus.

Bis dahin war vor dem Rathaus ordentlich Remmidemmi gemacht worden. Heinz „Addy“ Sechtem, der Kommandant der Mechernicher Prinzengarde, forderte Schick mit Nachdruck auf, die Geschicke der Stadt für die kommenden närrischen Tage in die Hände der Narren zu legen. Böller aus der Kanone der Prinzengarde wurden umgehend beantwortet von Schicks Pistolenschüssen. Doch dem Bürgermeister half weder die Tarnung aus vielen bunten Ballons noch die bunt kostümierte Belegschaft. Der Schusshagel nutzte nix – am Ende gab sich der Mechernicher Beamtenbunker geschlagen.

Dem Kanonendonner von unten ließ Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick Schüsse aus der Pistole folgen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
Dem Kanonendonner von unten ließ Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick Schüsse aus der Pistole folgen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
„Muss ich heut mit schwerem Herzen diese Schmach nun hier verschmerzen: Dass mich stürzt kein neuer Prinz – nein, seht her, die Alten sind’s“, rief der überwältigte Bürgermeister. Veteran unter den „Alten“ war der 82-jährige Peter-Josef Kramp, genannt „Piefe-Pitter“, eine Mechernicher Institution und Prinz Karneval 1980/81. Das Küken in der Riege war die ehemalige Jugendprinzessin Sarah Falk, und dazwischen waren etliche andere Vertreter des närrischen Adelsgeschlechts am Bleiberg erschienen, um im von Marcel Hembach ausgerufenen „Freistaat Mechernich“ die Amtsgeschäfte zu übernehmen.

In seiner Regierungserklärung nannte Hembach auch schon einmal das designierte Dreigestirn der Session 2017/18: Mit Prinz Hans-Peter I., Bauer Thomas und Jungfrau Rafaela – gemeint waren Bürgermeister, Beigeordneter und Kämmerer – wollte der Festausschuss in der kommenden Session quasi den Bock zum Gärtner machen. Zur Vorbereitung verdonnerte Hembach das Trio zu Aufräumarbeiten am Veilchendienstag. Und Ex-Jungfrau Volka alias Volker Nüßmann ernannte der Festausschuss zum EDV-Minister, der das Internet in Kommern-Süd und Mechernich-Nord lahmlegt. Und zwar so lange, „bis diese sich mit der Osttangente und dem Neubaugebiet anfreunden“, frotzelte Hembach.

Keine Frage: Bis Aschermittwoch sind die Geschäfte am Bleiberg geregelt und die Narren und der „Rote Baron“ Wolfgang Weilerswist haben das Haus in ihrer Hand. Schick muss sich gedulden, bis er mit seinen Mitarbeitern wieder die Oberhand in den Amtsstuben erhält. Das wolle er tun, versprach er: „Dem komm ich nach, unn zwar ohn Tränen, laut jelaach. Hab‘ ich Durst und meide Schlaf und wünsch von Herzen Euch - Alaaf!“

                                                                                                         pp/Agentur ProfiPress

                                                                                                                                                            (24. Februar 2017)

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