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Bleiberg-Soldaten im Ausland

Standortältester Christian Reichert begrüßt die Gäste zum Neujahrsempfang der Mechernicher Streitkräfte. Foto: M. Lang/pp/ProfiPress Standortältester Christian Reichert begrüßt die Gäste zum Neujahrsempfang der Mechernicher Streitkräfte. Foto: M. Lang/pp/ProfiPress Garnison Mechernich ist gesichert – 30 Millionen werden investiert – Standortältester Christian Reichert dankt beim Neujahrsempfang allen, die sich für den Erhalt der Bundeswehr eingesetzt haben

Mechernich – Deutlich weniger Gäste als ehedem im Casino an der Friedrich-Wilhelm-Straße verzeichnete die Bundeswehr am Donnerstag beim traditionellen Neujahrsempfang. Er fand im „Gebäude 19“, der früheren Bundeswehr-Fahrschule in der Bleibergkaserne statt und zog unter hundert geladene Gäste an.

Darunter Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, seine Stellvertreter Peter Wassong (Politik) und Thomas Hambach (Verwaltung) sowie Vize-Landrätin Dr. Sabine Dirhold und Vertreter von Vereinen und Organisationen wie Willi Greuel und Reiner Züll von der Hilfsgruppe Eifel für tumor- und leukämiekranke Kinder und Robert Lang und Karl-Heinz Cuber von der Reservistenkameradschaft Mechernich.

Auch einige Ratspolitiker wurden gesichtet wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Egbert Kramp und die FDP-Ratsherrn Oliver Totter und Peter Paul von Mayrhofen. Auch Schulleiter Micha Kreitz vom städtischen Mechernicher Gymnasium am Turmhof machte den Streitkräften am Bleiberg seine Aufwartung.  


Kritik an der NRW-Bauverwaltung

Die Neujahrsansprache hielt Oberstleutnant Christian Reichert, der Chef des Bundeswehr-Depots West, in seiner Eigenschaft als Standortältester. Dazu bediente sich der Leiter vom „Handelshaus Amazon der Bundeswehr“, wie er seinen Ersatzteil- und Nachschubbetrieb mit Hauptstandorten in Diepholz und Mechernich einmal nannte, durchaus launiger Worten und einiger Kritik.

Letztere übte Reichert wie schon sein Vorgänger Dietmar Brüders vor allem an der Bauverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Bauvorhaben, deren Finanzierung längst steht, nicht in der erwarteten Geschwindigkeit realisieren kann, weil ihr dazu die Personalkapazität fehlt. Reichert: „Hoffentlich wird unser Klagen bald erhört.“

Insgesamt sollen in den militärischen Anlagen auf dem Mechernicher Bleiberg rund 30 Millionen Euro investiert werden. Erste Neubauhallen gehen programmgemäß im Herbst 2017 in Betrieb.

„Es ist wieder Bewegung in die Bundeswehr gekommen“, sagte Reichert: „Wir wachsen und expandieren auch am Standort Mechernich.“ Die leidige Schließungsdiskussion der Garnison könne man getrost zu den Akten legen, wobei der Kommandeur allen - vor allem politischen und wirtschaftlichen - Kräften dankte, die sich für den Verbleib der Bundeswehr in Mechernich eingesetzt hatten.

Lange vorbei sind die Zeiten, als am Bleiberg nur Soldaten einer Waffengattung und einer Einheit Dienst taten, nämlich die rund 2000 Soldaten und Zivilbediensteten des längst aufgelösten Luftwaffenversorgungsregimentes 8.


Neun verschiedene Einheiten


Heute sind es neun verschiedene Bundeswehr-Dienststellen, das genannte Depot, die Bundeswehr-Feuerwehr, das Sanitätsversorgungszentrum, das Bundeswehrdienstleistungszentrum, das Kalibrierzentrum, das Systemzentrum 23, das Untertage-Rechenzentrum, und das Betriebszentrum IT, Waffensystem-Unterstützungsteam Flugabwehrraketen sowie vorübergehend wegen Bauarbeiten in der Kreisstadt das Familienbetreuungszentrum Euskirchen.

„Die Dienststellen am Standort sind nicht nur Teile der Bundeswehr, sondern wir sind auch als Organisation sowie als Menschen integriert in die Stadt Mechernich, den Kreis Euskirchen und die Region“, sagte Christian Reichert, und der Neujahrsempfang diene der Transparenz der in Mechernich stationierten Einheiten: „Sie sollen wissen, was hier oben auf dem Bleiberg los ist.“
Reichert ließ seine Zuhörer aber auch nicht im Unklaren darüber, dass Angehörige aller Teilstreitkräfte von Mechernich aus auch im Ausland operieren. So TDL-Trupps vom Bleiberg, die beim verstärkten Air Policing Baltikum (VAPB) der NATO in Estland eingesetzt sind.

Dort sind vier deutsche Eurofighter aus Nörvenich stationiert, um den Luftraum abzusichern und bei Bedarf Alarmstarts durchzuführen und letztlich auch Präsenz an der Ostflanke der NATO zu demonstrieren. Die Mechernicher Kameraden sorgen im Servicebereich dafür, dass diese Eurofighter und andere Waffensysteme mit den Führungsgefechtsständen kommunizieren können und einen effektiven Einsatz ermöglichen.

Im Rahmen des Programmes zur „Harmonisierung der Führungs- und Informationssysteme“ (HaFIS) entstehe zurzeit in der Untertageanlage (UTA) in Mechernich ein gemeinsames Rechenzentrum, in dem die unterschiedlichen Systeme der Streitkräfte zentral zusammengefasst werden sollen, so Reichert.

Im Kalibrierzentrum der Bundeswehr werden jährlich mehr als 50.000 Geräte geeicht. Neben der laufenden Kalibrierarbeit kümmert sich die Einheit verstärkt um Nachwuchsgewinnung von hochspezialisierten zivilen und militärischen Kalibriertechnikern und baut ein dringend benötigtes Multifunktionsgebäude mit fast 4000 Quadratmetern Nutzfläche.

313 Einsätze bei der Bundeswehr-Feuerwehr


Die Abgesetzte Fachgruppe Mechernich des Systemzentrums 23 besteht aus 65 Soldaten und zivilen Mitarbeitern. Ihr Fachauftrag ist die Instandsetzung von Flugabwehrraketen Patriot. 2016 wurden am Bleiberg maßgebliche Weichen zur Modernisierung dieses Waffensystems gestellt.

Das Systemzentrum 23 Abgesetzte Fachgruppe Mechernich bildet im Durchschnitt zwischen 80 und 100 Soldaten für die von der IHK anerkannte zivile Laufbahn als Personalkaufmann/frau und Wirtschaftsfachwirt/-in aus. Es werden Unteroffiziere, die als Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr dienen, für ihr späteres Berufsleben nach der Bundeswehr mit ziviler Anerkennung fortgebildet.

Die Bundeswehrfeuerwache Mechernich hat 74 Leute – es gibt noch Bedarf. 2016 kam es zu 313 Einsätzen, von der Bekämpfung von Wassereinbrüchen nach den Starkregen im Juni über Brandsicherheitswachen im Zuge der Modernisierung der Untertageanlage bis hin zu nachbarlichen Hilfeleistungen im Rahmen der Hochwassereinsätze im Stadtgebiet Mechernich, einem Flugzeugabsturz in Bergheim sowie einer Gemeinschaftsübung mit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Mechernich im Bergbaumuseum.

Das Depot und andere Mechernicher Einheiten unterstützen Einsätze der Bundeswehr auf dem Balkan und in Afghanistan, aber auch die Mittelmeeroperationen der Marine oder die Einsätze in Afrika wie Mali, Sudan und Südsudan. Reichert: „Hier unterstützen die Einheiten am Standort täglich, mittelbar oder unmittelbar sowohl durch ihre Leistungen als auch teilweise durch konkrete personelle Unterstützung. Das war in 2016 so und das wird im Jahr 2017 genauso sein.“

                                                                                                       pp/Agentur ProfiPress

                                                                                                                                                        (10. Februar 2017)
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