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Tolles Spiel der „Top Dogs“

Das Leiden steht Susanne Wrage (Steffi Künzel) ins Gesicht geschrieben. Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress Das Leiden steht Susanne Wrage (Steffi Künzel) ins Gesicht geschrieben. Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress Der Theaterverein „Akteur“ und die Theatergruppe „Nah dran“ agierten erstmals gemeinsam – Neue Schauspieler brachten frischen Wind – Zuschauer wurden gefordert

Mechernich – Die Hobbyschauspieler des Mechernicher Theatervereins „Akteur“ sind zufrieden. Noch fast einem Jahr der Stückauswahl und des Probens haben sie in drei Aufführungen ihr jüngstes Stück „Top Dogs“ des Schweizer Autors Urs Widmer auf die Bühne gebracht. Dabei kooperierten die Akteure erstmals mit der Theatergruppe

„Nah dran“ der evangelischen Kirchengemeinde Euskirchen.

In beiden Gruppen war die Personaldecke recht dünn – so entschloss man sich zu einer gemeinsamen Produktion. Doch schon bevor es richtig losging, gab es „Nachwuchs“. Mit Jana und Steffi Künzel aus Reetz sowie Frank Behr aus Buschoven stießen gleich drei neue Schauspieler hinzu. Neu war auch Regisseurin Maria Glombek, ebenfalls aus Reetz.

Etwa seit Jahresbeginn übte die Gruppe das Stück ein. Die Zuschauer bekamen zunächst im Saal der evangelischen Kirche Euskirchen und danach in der Aula des Gymnasiums am Turmhof Mechernich, wo der Theaterverein beheimatet ist, eine skurrile und charakterstarke Inszenierung zu sehen. Widmers Stück verfolgt keine fortschreitende Geschichte, sondern ist collagenartig. Acht Topmanager haben ihre Jobs verloren. In einem Outplacementcenter werden sie auf das Leben ohne Job vorbereitet. Die Fassaden der Coolness bekommen schnell Risse. So spurlos, wie sie es zunächst darstellen, sind die Entlassungen doch nicht an ihnen vorübergegangen.

Die Figuren wechseln dabei ihre Rollen – mal agieren sie als Betroffene, mal bei ihren Kollegen als Coaches. So forderte das Stück von den Zuschauern eine hohe Aufmerksamkeit, wie die Akteure in den Gesprächen nach den Aufführungen immer wieder zu hören bekamen. Dennoch waren die Besucher voll des Lobes.

Den Schauspielern gelang immer wieder eine Gratwanderung zwischen schonungslosen und witzigen Szenen. So jammerte Heinrich Krause (Georg Oleschinski) etwa darüber, dass seine Frau ihn mit den beiden Kindern verlassen hatte, vergaß dabei aber den Namen des Sohnes: „Zwei wunderbare Kinder: Sabine und der … äh … der andere… der Bub.“ Für Erheiterung sorgte auch Hanspeter Müller (Johannes Mager), der demonstrierte, wie er sich mit seinem Chef auf eine Bergwanderung begeben will, indem er Stühle stapelte und diese erklomm – mit dem Ziel, den Chef vom Gipfel hinunterzustürzen. Überzeugend gab Steffi Künzel die unsichere, selbstmitleidige und dauernölende Susanne Wrage.

Am Schluss wurden Frank Behr, Resi Esch-Redlin, Steffi und Jana Künzel, Johannes Mager, Georg Oleschinski, Christel Rodemers und Anke Viganske mit viel Applaus belohnt. Zum Gelingen trugen aber auch Adolf Behlke (Licht), Dajana Voß (Ton), Julia Holberg (Souffleuse) sowie Christian Behr und Caspar Holberg (Bühne) bei.

                                                                                                           pp/Agentur ProfiPress

                                                                                                                                                           (23. Dezember 2016)

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