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Viel Beifall für die „Menschen des Jahres“

Der Kaller Helmut Lanio, Träger des „Eifel-Awards“, berichtete im Gespräch mit den Radio-Euskirchen-Moderatoren Susanne Edl und Norbert Jeub über sein unermüdliches Engagement für die Eifel. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress Der Kaller Helmut Lanio, Träger des „Eifel-Awards“, berichtete im Gespräch mit den Radio-Euskirchen-Moderatoren Susanne Edl und Norbert Jeub über sein unermüdliches Engagement für die Eifel. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress „Radio-Euskirchen“-Talkshow im Zülpicher Seepark-Gebäude: Helmut Lanio und Mechernicher Hochwasser-Opfer mit dabei

Zülpich – Sportler, Sängerin, Hochwasseropfer und unermüdliche Kämpfer für die gute Sache – in einem Jahr voller Ereignisse haben Menschen in der Region mit ihrem Engagement, ihrem Schicksal oder ihren Leistungen für Aufsehen und Schlagzeilen gesorgt. In der Talkshow „Menschen des Jahres“ des Senders „Radio Euskirchen“ ließen sie im Gespräch mit den Moderatoren Susanne Edl und Norbert Jeub das Publikum im Seepark-Gebäude in Zülpich noch einmal teilhaben an ihrem Leben.

Ein solcher „Mensch des Jahres“ ist der Kaller Helmut Lanio. Ob das von ihm vor vier Jahren mitbegründete Nordeifeler Literaturfestival Lit.Eifel, das Kloster Steinfeld als geistiges und geistliches Zentrum der Region mit dem zugehörigen Gymnasium Hermann-Josef-Kolleg, das aus der ursprünglichen „Monschau Klassik“ entstandene „Monschau Festival“ oder die sich seit 30 Jahren für krebskranke und behinderte Kinder einsetzende Hilfsgruppe Eifel: „Er hat in der Eifel kulturell und sozial viel bewegt“, sagte Radio-Euskirchen-Redakteurin Susanne Edl. Dafür wurde er kürzlich mit dem Eifel-Award der Zukunftsinitiative Eifel ausgezeichnet.

Dass ihn bei alledem neben dem Wunsch zu helfen und einem großen persönlichen Faible für die Kultur auch ein gehöriges Maß an Heimatverbundenheit antreibt, ließ Lanio im Gespräch mit den beiden Radioprofis anklingen. „Ich bin begeistert, wenn ich sehe, wie lebendig die Eifel geworden ist und wie toll sich unsere Heimat in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat“, sagte er. Begeistert von seinem Gastspiel in der Eifel sei auch der große Schriftsteller Martin Walser gewesen, berichtete Lanio in der Talkshow und hob das Renommee hervor, dass die Lit.Eifel in ihrem vierten Jahr bereits genieße: „Einen Martin Walser kann man nicht einfach buchen. Viele Verlage werden auf uns aufmerksam.“ Sein persönlicher Traum für das Monschau Festival sei ein Konzert mit der französischen Sängerin Patricia Kaas, „doch im Moment liegen unsere Honorarvorstellungen weit auseinander“, verriet er mit einem Schmunzeln.

Der Kommerner Ortsvorsteher Rolf Jaeck (2.v.l.) und die Hochwasser-Opfer Inez Toegel aus Kallmuth (3.v.l.) und Jasmin Thimonds aus Kommern (2.v.r.) schilderten eindringlich die Ausmaße des Hochwassers im Sommer, aber auch die enorme Solidarität in der Bevölkerung. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
Der Kommerner Ortsvorsteher Rolf Jaeck (2.v.l.) und die Hochwasser-Opfer Inez Toegel aus Kallmuth (3.v.l.) und Jasmin Thimonds aus Kommern (2.v.r.) schilderten eindringlich die Ausmaße des Hochwassers im Sommer, aber auch die enorme Solidarität in der Bevölkerung. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress
Im Laufe der Talkshow kam es auch zu berührenden Momenten, etwa als Opfer des Hochwassers vom vergangenen Sommer das Podium betraten. „Sie verlieren nicht nur Ihr Hab und Gut, Sie verlieren Ihr Heim“, sagte Inez Toegel aus Kallmuth. „Das Wasser lief“, beschrieb sie kurz und bündig, was sich nach dem sintflutartigen Sturzregen im Juli ereignete und was sie heute eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ nennt. „Es war ein Jahrtausend-Ereignis“, sagte der Kommerner Ortsvorsteher Rolf Jaeck, der sich darin erinnerte, dass zwei alte Menschen mit Booten aus ihren Häusern gerettet werden mussten. Und er sprach auch davon, dass manche Betroffene noch immer nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten.


Er und die betroffene Kommernerin Jasmin Thimonds erzählten aber auch von der Welle der Hilfsbereitschaft und der großen Solidarität mit den Hochwasser-Opfern. „Die Leute haben für uns gekocht“, sagte Thimonds, die von den Erinnerungen überwältigt wurde und die Tränen nicht zurückhalten konnte. Noch heute hätten sie und ihre neunjährige Tochter Angst.

Zu denen, die geholfen haben, gehörte auch Kölsch-Rocker Stephan Brings, der wegen eines Weihnachtskonzertes nicht an der Talkshow teilnehmen konnte, aber dem Publikum eine Videobotschaft zukommen ließ. „Du sitzt hier und fünf Kilometer weiter schwimmt eine ganze Existenz weg“, fasste der im Mechernicher Ortsteil Kalenberg lebende Musiker sein Mitgefühl mit den Geschädigten in Worte. Unvergesslich bleibt für ihn die Stimmung beim Benefizkonzert in Kommern zugunsten der Hochwasser-Hilfe, bei dem er und zahlreiche Musikerkollegen auf ihre Gage verzichtet haben. „Es war toll bei Euch in der Eifel, da können sich die Kölner ein Scheibchen von abschneiden.“

Mit einer Videobotschaft meldete sich auch der Dom Escher Handball-Nationalspieler Andy Wolff zu Wort, über den bei „Menschen des Jahres“ Mutter Barbara verriet, dass er nicht verlieren könne und sich für den Weihnachtsschmaus im Kreis der Familie „viel Fleisch mit wenig Gemüse“ wünsche. Kurzweilig war auch das Interview mit der jungen „The-Voice-of-Germany“-Teilnehmerin Selina Grinberg aus Blankenheim, die das „Radio-Euskirchen“-Publikum mit ihrer Natürlichkeit und Offenheit für sich einnahm. Die prominenten Coaches der Castingshow seien wirklich so nett, wie es im Fernsehen erscheine, erklärte sie. „Samu hat mir verraten, dass er vor seinen ersten Auftritten immer gekotzt hat. Das hat mich echt beruhigt“, erzählte sie.

Zu Tränen gerührt war auch Camelia Dederichs, Ehefrau von Stefan Dederichs und Schwiegertochter von Winfried Dederichs aus Nettersheim, der vor zehn Jahren die Hilfsorganisation „Rumänien-Sunshine“ gegründet hat, die in diesem Jahr ihren 35. Hilfstransport auf den Weg schickte. Die Familie schilderte eindringlich, mit welchen Schwierigkeiten sie in der Anfangszeit zu kämpfen hatte, aber auch, wie dringend die Menschen vor Ort die Hilfe benötigten. „Deutschland ist ein phantastisches Land, auch wenn hier so viel geschimpft wird“, stellte Stefan Dederichs klar. Der nächste Transport stehe bereits in den Startlöchern, diesmal handele es sich um eine komplette Ausrüstung für die Versorgung von Frühgeborenen, die ein Krankenhaus in Mönchen-Gladbach zur Verfügung gestellt habe.

Die Interviews wurden aufgezeichnet und zwischen den Jahren in der Zeit von sechs bis zehn Uhr im Programm von Radio Euskirchen zu hören sein.

                                                                                                          pp/Agentur ProfiPress

                                                                                                                                                          (12. Dezember 2016)