Mechernicher setzt Kölner Motto in Szene
„Jedem Jeck sing Pappnas“: So ein hochoffizielles Kölner Sessionsmotto mit seitenweise festgelegtem „Regelwerk“ will
künstlerisch umgesetzt, im übertragenen Sinne aus dem Schlummer des Möglichen „wachjebützt“ werden hinein in das Erwachen der Realität. Spezialist für diese Art des „Bützens“ ist der Künstler Franz Kruse.
Der Wahl-Floisdorfer mit Atelier im früheren Sportlerheim am „Eifelstadion“ hat einmal mehr die karnevalistische Bühnendekoration für das Kölner Maritim-Hotel umgesetzt. Vor Ort am Rhein – und natürlich in seiner Mechernicher Kunstwerkstatt.
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„Jedem Jeck sing Pappnas“: Das Bühnenbild im Kölner Maritim-Hotel trägt wie jede Session die künstlerische Handschrift des Mechernichers Franz Kruse. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPressDas Prozedere ist seit Jahren das Gleiche: Bereits im Spätsommer melden sich die Karnevalsoffiziellen aus der Domstadt bei dem gebürtigen Gelsenkirchener. Er erfährt dann das Motto, wie diesmal „Jedem Jeck sing Pappnas“, und kann sich fortan Gedanken machen, wie er das Thema in Bühnenbild und Deko künstlerisch umsetzen will.
„Kruse Franz“ ist für das Team des Kölner Maritim-Hotels um den neuen Direktor Hartmut Korthäuer der „Spiritus rector“ des Fastelovends. Typisch kölsche Häuserfronten gehören zu seinem Standardrepertoire. Die dem Sessionsmotto geschuldeten Details werden Fastelovend für Fastelovend vom Profi-Bühnenbildner aus der Eifel zugeliefert.
In dieser Session waren dies zwei überdimensional große Masken, die Kruse mit einer roten und einer schwarzen „Pappnas“ versehen hat: Rot steht für die Jecken, die gut „drauf“ sind, Schwarz für die „Fies- unn Miesköpp“, so Franz Kruse zur Agentur ProfiPress. Dazu kamen der eigentliche Motto-Schriftzug und eine lebensgroße Pappnasen-Galerie, die in Tribünenform angeordnet ist.
„Wir reden schon gar nicht mehr darüber, der Auftrag verlängert sich automatisch von Session zu Session“, berichtet Franz Kruse über seinen unkomplizierten Draht zum Kölner Maritim. Daran änderte auch der Direktorenwechsel von Albert Hubert zu Hartmut Korthäuer nichts. Künstlerische Qualität und Zuverlässigkeit sind die Kriterien – und die Gewissheit, dass Franz Kruse bei jedem erdenklichen Sessionsmotto von der Muse geküsst wird.
Kruse muss bei seiner Arbeit unter strenger Beachtung aller DIN-Normen und Brandschutzbestimmungen eine 25 Meter breite, 15 Meter tiefe und acht Meter hohe Bühne bestücken. Dafür braucht er unter anderem ein paar hundert Quadratmeter Sperrholzplatten, Lattenkonstruktionen, unzählige Schrauben, Hängeeisen und 40 bis 50 Liter Farbe.
Da das Atelier am Mechernicher Eifelstadion irgendwann auch einmal räumliche Grenzen hat, muss Kruse so ganz nebenbei auch noch ein logistisches Meisterwerk vollbringen. Die Motive entstehen sozusagen gestückelt und werden dann später am Bestimmungsort wie ein Puzzle zusammengesetzt. Eine anschließende Dokumentation mit zahlreichen Fotos sorgt dann dafür, dass die Maritim-Crew das Bühnenbild immer wieder problemlos ab- und wieder neu aufbauen kann.
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Bühnenbaumeister Franz Kruse (li., hier mit Dino Massi vom Corps à la Suite der Prinzen-Garde Köln 1906 e.V.) war Ehrengast bei der „Danke-Sitzung“ im Kölner Maritim. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPress
Unmittelbar nach dem „jecken Auftrag“ ist Franz Kruse auch wieder verstärkt in die Detailplanungen für die „Galerie im Rathaus“ vor Ort in Mechernich eingestiegen. Nach einer Premierenausstellung mit eigenen Werken von Kruse hat der Schützendorfer Günter Preuss in der Mechernicher Stadtverwaltung noch bis Mitte März ausgestellt. Ab 30. März folgen Ölbilder, Zeichnungen, Aquarelle und Holzschnitte der in London geborenen und in Mechernich-Lorbach lebenden Malerin Yvonne Delisle (www.delisle-art.de). Geplant sind in der Mechernicher Rathaus-Galerie vier Ausstellungen pro Jahr – darüber hinaus könnte sich Kurator Franz Kruse einen „Tag der Künste“ vorstellen.
pp/Agentur ProfiPress
(17.02.2012)
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