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FROHE WEIHNACHTEN

Mechernich-Bleibuir, Pfarrkirche St. Agnes, mit den verschneiten Forsten des Kermeter im Nationalpark Eifel im Hintergrund. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress Mechernich-Bleibuir, Pfarrkirche St. Agnes, mit den verschneiten Forsten des Kermeter im Nationalpark Eifel im Hintergrund. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress Liebe Mechernicher Bürgerinnen und Bürger, sehr geehrte Damen und Herren!

Ich habe Ihnen zu Beginn des Jahres beim Neujahrsempfang der Stadt Mechernich mein Leid, das heißt unser Leid geklagt: Unsere starke Abhängigkeit vom allgemeinen Steueraufkommen und von der Kreisumlage. Beide Posten sind von der Stadt vor Ort nicht beeinflussbar – wir müssen sie hinnehmen, wie Schnee, Eis und Tauwetter. Mit rheinischem Phlegma gesprochen: Et öss, wie et öss! Et kütt, wie et kütt!“ Und: „Et hätt noch lang net ömme joot jejange!“

Dass es im Haushaltsjahr 2011 ohne Haushaltssicherungskonzept und Not-Etat gutgegangen ist, haben wir nicht allein, aber vor allem der Stadt selbst zu verdanken. Wir haben gespart und uns nach der Decke gestreckt, wir haben aber auch richtige und wichtige Investitionen in die Zukunftsfähigkeit dieser jungen, lebendigen und gleichzeitig so traditionsreichen Kommune gesteckt. Wir haben nicht resigniert!

Dabei sind die Rahmenbedingungen nicht besser geworden. Die Kommunen sind in der öffentlichen Hand dieses Staates mit Abstand der kleinste Finger. Städte und Gemeinden sind die öffentlichen Hände, die beim Geldverteilen von oben nach unten mehr und mehr leer ausgehen! Die Möglichkeit eines neuen Gemeindefinanzierungsgesetzes wird seit anderthalb Jahrzehnten „erwogen“ – aber nicht in die Tat umgesetzt. Ich frage Sie: Was können wir uns dafür kaufen? Wie viel kosten leere Versprechen?

Und doch ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen vor Weihnachten zu sagen, dass wir in Rat und Verwaltung nicht nur klagen und „kühmen“, wie man hierzulande sagt, sondern mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, weiterhin konstruktive Politik und Stadtentwicklung für Sie   betreiben. Weihnachten ist ja auch nicht das heitere, in den letzten Jahren fast sommerhafte Pfingstfest. Und es ist auch nicht das triumphale, frühlingshaft aus der Asche des Winters auferstehende Fest, über das hinaus sich laut Adalbert Stifter „kaum etwas Ernsteres und Heiligeres als Ostern“ denken lässt.

„Das Traurige und Schwermütige der Karwoche und darauf das Feierliche des Sonntags begleiten uns durch das Leben“, schreibt Stifter: „Eines der schönsten Feste aber feiert die Kirche fast mitten im Winter, wo beinahe die längsten Nächte und kürzesten Tage sind, wo die Sonne am schiefsten gegen unsere Gefilde steht, und Schnee alle Fluren deckt, das Fest der Weihnacht.“

Ja, liebe Bürgerinnen und Bürger, wir feiern Weihnachten gerade dann, wenn die Rahmenbedingungen am schlechtesten sind, wenn das Jahr am dunkelsten, die Temperaturen am frostigsten und das Leben in der Natur am erloschensten scheinen. Dann feiern wir das Fest der Geburt, das Fest der Hoffnung, das Fest der Freude, das Fest des Lebens.

Portrait Dr. Hans-Peter Schick
Foto: pp/Agentur ProfiPress

Lassen Sie mich Ihnen allen, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Mechernich, den Mitgliedern unserer politischen Gremien, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, des Bauhofes, der Stadtwerke, der Schulen und aller übrigen städtischen Einrichtungen mit ihren Familien, unseren Geschäftspartnern sowie allen Freunden und Bekannten ein friedvolles und vom Mensch gewordenen Gott Jesus Christus gesegnetes Weihnachtsfest sowie Gesundheit, Zufriedenheit, Glück und Erfolg im neuen Jahr 2012 wünschen!

                                I h r

                   Dr. Hans-Peter Schick
                         (Bürgermeister)