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Zeichen gegen das Vergessen

Bedrückt lauschen die Teilnehmer den Ausführungen von Franz Josef Kremer. Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress Bedrückt lauschen die Teilnehmer den Ausführungen von Franz Josef Kremer. Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress Schüler und Kirchen erinnerten mit einem Gedenkgang an das Ende der jüdischen Gemeinde in Mechernich

Viele hunderte Menschen gedachten am Abend des 9. November im gesamten Kreisgebiet der Opfer der Reichspogromnacht vor 73 Jahren.

So auch in Mechernich, wo mehr als 100 Schüler und Bürger aus dem Stadtgebiet an das Ende der jüdischen Gemeinde in Mechernich vor 70 Jahren erinnerten.


Aufgestellte Kerzen rund um die Stolpersteine der Familie Cohn

Aufgestellte Kerzen rund um die Stolpersteine der Familie Cohn. Diese hatte der Künstler Gunter Demnig erst kürzlich vor dem früheren Wohnhaus der jüdischen Familie an der Ecke Heerstraße / Weyerstraße verlegt.  Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress
Dazu beteiligten sie sich an einem von der evangelischen und katholischen Kirche sowie den weiterführenden Schule des Kernortes organisierten Gedenkgang. „Heute ist es genau 73 Jahre her, dass die Synagogen in ganz Deutschland brannten - auch hier in Mechernich", sagte Franz Josef Kremer von der katholischen Pfarrgemeinde St. Johann Baptist. Dabei erinnerte er an die rund 70 vertriebenen jüdischen Mitbürger. Der älteste Vertriebene sei mit 85 Jahren Jakob Heumann gewesen, die jüngste die achtjährige Helga Cohn. Vor genau 70 Jahren, im Jahr 1941 wurde, auch der letzte jüdische Mitbürger aus Mechernich deportiert.

Gestartet wurde die nachdenkliche Prozession an der Rathergasse, Ecke Turmhofstraße.

Schüler beim Gedenkgang in Mechernich
Die Schüler der weiterführenden Schulen in Mechernich hatten Texte vorbereitet, in denen sie an die deportierten jüdischen Bürger Mechernichs erinnerten. Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress
An diesem Platz stand bis 1937 die Synagoge. Der dort aufgestellte Gedenkstein wurde vorübergehend wegen Bauarbeiten abgebaut und im Mechernicher Bauhof zwischengelagert. Aber das soll sich  so schnell wie möglich ändern. „Uns ist zugesagt worden, dass der Gedenkstein in Kürze vor dem Rathaus aufgestellt wird“, sagte Franz Josef Kremer.

Vom ehemaligen Standort der Synagoge ging es weiter zur Weyer-Straße, Ecke Heerstraße, wo Künstler Gunter Demnig am 20. Oktober  Stolpersteine zum Gedenken an das Schicksal der Eheleute Cohn und ihrer Kinder verlegt hatte.

Teilnehmer des Gedenkganges vor dem Rathaus
Vor dem Mechernicher Rathaus versammelten sich zahlreiche Bürger, um den Beiträgen der Schüler in Erinnerung an die ehemalige jüdische Gemeinde zu lauschen. Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress
Dort wollten Schüler mit Vorträgen an das Schicksal ermordeter Kinder aus Mechernich gedenken. Weil aber der Verkehrslärm die Lautsprecheranlage übertönte, wurde der Vortrag kurzerhand vor das Mechernicher Rathaus verlegt.

Den nächsten Halt legten die Teilnehmer vor dem einstigen Wohnhaus des Bäckermeisters Andreas Girkens ein. Ihn ermordeten die Nazis, weil er jüdischen Mitbürgern geholfen hatte. Der Gedenkgang endete dort, wo die letzten jüdischen Mitbürger Mechernich verlassen mussten: vor dem Bahnhof.

Firmlinge der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist erinnerten hier an alle deportierten Juden und das Schicksal, das sie erwartete.


pp/Agentur ProfiPress

(14.11.2011)