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„Gruselige Nacht zusammen“

Kaum zu glauben, aber wahr: Sehr lebendig bewegten sich diese "untoten" Frauen, dargestellt von Carola Philipps und Sabine Roggendorf (links) während des Events "Abendgrauen - Die Gruselnacht"  durch das LVR-Freilichtmuseum Kommern. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress Kaum zu glauben, aber wahr: Sehr lebendig bewegten sich diese "untoten" Frauen, dargestellt von Carola Philipps und Sabine Roggendorf (links) während des Events "Abendgrauen - Die Gruselnacht" durch das LVR-Freilichtmuseum Kommern. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress Wieder mal ein voller Erfolg und ein tolles Erlebnis für die, die das Glück hatten, Eintrittskarten zu ergattern: „Abendgrauen – Die Gruselnacht“ im LVR-Freilichtmuseum Kommern

„Wir wünschen Ihnen keine »gute Nacht«, wir wünschen Ihnen eine schlaflose, eine unruhige und spannende Nacht“: Mit diesen Worten begrüßte Museumsdirektor Dr. Josef Mangold das Herausgeber-Duo Ralf Kramp und Manfred Lang, das seit fast 15 Jahren mit seinen Events „Abendgrauen – Die Gruselnacht“ für die mittlerweile dreibändige und über tausendseitige Eifeler Schauergeschichtensammlung „Abendgrauen“ (KBV-Verlag, Hillesheim) wirbt.

Untote und Gehenkter im Museumswald
Nicht die einzige Begegnung der dritten Art, die man in der Nacht auf Sonntag im LVR-Freilichtmuseum Kommern machen konnte: Drei Untote und ein Gehenkter in der Museumsbaugruppe Westerwald. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Das LVR-Freilichtmuseum Kommern war von Samstag auf Sonntag einmal mehr Austragungsort einer solchen „Gruselnacht“, zu der das Museum neben Kramp und Lang auch die Krimi- und Gruselautoren Carola Clasen, Erika Kröll, Dr. Michael Siefener und Uwe Voehl eingeladen hatte.

Während Carola Clasen, Kramp, Voehl und Siefener neue Storys in Scheunen, Stuben und einem Kelterhaus der Museumsbaugruppe „Westerwald“ vorlasen, entführte Manfred Lang viermal auf halbstündige Nachtwanderungen durchs Museum und durch die Eifeler Schauerliteratur.

Das LVR-Freilichtmuseum lieferte einmal mehr die prächtig, also äußerst spärlich und effektiv illuminierte Kulisse für „Abendgrauen – Die Gruselnacht“. Und die Akteure der „Gespielten Geschichte“, die das Museum bei Tageslicht als von den Museumsbesuchern befragbare Augen- und Ohrenzeugen vergangener Epochen bevölkern, hatten sich anlässlich der Gruselnacht in furchterregende Untote verwandelt.


Ralf Kramp und Josef Mangold
Abendgrauen-Mitherausgeber Ralf Kramp und Museumsdirektor Dr. Josef Mangold eröffneten die Gruselnacht, die bereits seit Ende der neunziger Jahre mit Unterbrechungen im LVR-Freilichtmuseum Kommern zu Gast war. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Hoch zu Ross kam eine „Gevatterin Tod“ des Weges, Museumsschmied Dieter Knoll schwang drohend den Zuschlaghammer, andere zeterten als Klageweiber an einer Bahre oder unter einem im Eichbaum Gehenkten.

Probleme, die zur Verfügung stehenden Eintrittskarten loszuwerden, hatte das LVR-Freilichtmuseum nicht. Wie seit Jahren war der Kartenvorverkauf binnen weniger Tage mit einem Totalausverkauf beendet.

Bei vordergründig-heimeligem Kerzenschein jagten die Autoren ihren Zuhörern mit zum Teil eigens für die Veranstaltung verfassten, gespenstisch-skurrilen Texten wohlige

Pferd mit Schmied in GespensterSzene vor der Museumsschmiede
Der Schmied und das fahle Pferd, eine unheimliche Szene vor der Kommerner Museumsschmiede, in der Dieter Knoll (links) bei Tageslicht als ausgesprochen friedfertiger Zeitgenosse seinem Traditionshandwerk nachgeht. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Schauer über die Rücken. In Ralf Kramps neuer Geschichte „Der Milchatem“ lauerte das Grauen unter dem Schnee, und der Teufel höchstpersönlich schickte seinen tödlich-fahlen Odem über das Eifeler Land.

In Dr. Michael Siefeners Erzählung machen sich Alptraum und Angst in einer namenlosen Stadt breit, Köpfe ruhen in erkalteten Feuerstellen und Blut spritzt in „greller, peinigender Deutlichkeit“.

Manfred Lang erzählte „freihändig“ und ohne Manuskript auf seinen Nachtwanderungen. Unter anderem rezitierte er Tillman Röhrigs Übertragung einer alten Eifelsage unter dem Titel „Das Leichenhemd“ mitten auf dem

Sensefrau auf Pferd
Der "Sensenmann" war diesmal eine Frau: Aber auch vor der "Gevatterin Tod" hatten die Besucher im LVR-Freilichtmuseum Kommern ordentlich Bammel.  Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
mit Grablichtern ausgestatteten Friedhof der Museumsbaugruppe Eifel. Pfarrer Paul Spülbecks Erinnerungen an wider Erwarten ereignisreiche „Totenwachten“ in Dollendorf und Üxheim gab Lang im „Haus Elsig“ zum Besten, wo das Team des LVR-Freilichtmuseums Kommern eine authentische Szene zum Thema aufgebaut hatte.

Die Mischung aus Grusel und Literatur, Spiel- und Erzählkunst, Fiktion und volkskundlicher Information ist die Mischung, die „Abendgrauen – Die Gruselnacht“ gerade im LVR-Freilichtmuseum Kommern zu einem ganz besonderen Erlebnis für die Besucher macht.

Ihr Finale fand auch diese Gruselnacht wieder bei einem mitternächtlichen Stelldichein auf dem Dorfplatz der Museumsbaugruppe Westerwald, wo die Autoren diesmal von bizarren Todesfällen berichteten, die sich angeblich in aller Welt zugetragen haben.


Autor Dr. Michael Siefener mit Zuhoerern am Tisch
Eigentlich war es Autor Dr. Michael Siefener, der seine Zuhörer in Bann zog und dabei auch ordentlich erschreckte, aber hier scheint der Schriftsteller selbst äußerst überrascht, als der Fotograf sein Blitzlicht auf ihn richtet. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Da war die Rede von einem argentinischen Erfinder, der von der eigenen Ehefrau versehentlich in der von ihm konstruierten Turbine geschreddert wird, von einem polnischen Mannsbild, das sich zum  Ausdruck seiner maskulinen Wesensart mit der Motorsäge enthauptet, von einem Österreicher, der beim Tapezieren in einem Tapetenknäuel erstickt, und schließlich von einem flämischen Zoowärter, der zwischen kopulierende Elefanten gerät.


pp/Agentur ProfiPress

(31.10.2011)



Kriminalschriftstellerin Carola Clasen liest
Die Kriminalschriftstellerin Carola Clasen stellte im LVR-Freilichtmuseum Kommern einmal mehr unter Beweis, dass sie im Kreis der vorwiegend männlichen Gruselautoren ihre Frau zu stehen weiß. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress


 

 








 



Nachstellung einer Eifeler Aufbahrungsszene im Haus aus Elsig
Im „Haus aus Elsig" (Museumsbaugruppe Eifel) hatte das Team von Museumsdirektor Dr. Josef Mangold eine originalgetreue Eifeler Aufbahrungsszene nachgestellt, wie sie früher in den Wohnstuben üblich war, und wo die Nachbarschaft und Familie vom Sterbetag an bis zum Beerdigungstag zur „Totenwacht“ zusammenkam. Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress

Gespielte Geschichte Figur \"Nepomuk\" als Vampir
Der preußische Landwirtschaftsbeamte Johann Nepomuk Schwerz, den Karl-Heinz Mertens im Alltag des LVR-Freilichtmuseums im Team der „Gespielten Geschichte“ verkörpert, hatte sich anlässlich der Gruselnacht in eine unnatürlich blasse Figur mit Vampir-Gebiss verwandelt.  Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress