„Gruselige Nacht zusammen“
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Nicht die einzige Begegnung der dritten Art, die man in der Nacht auf Sonntag im LVR-Freilichtmuseum Kommern machen konnte: Drei Untote und ein Gehenkter in der Museumsbaugruppe Westerwald. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPressDas LVR-Freilichtmuseum Kommern war von Samstag auf Sonntag einmal mehr Austragungsort einer solchen „Gruselnacht“, zu der das Museum neben Kramp und Lang auch die Krimi- und Gruselautoren Carola Clasen, Erika Kröll, Dr. Michael Siefener und Uwe Voehl eingeladen hatte.
Während Carola Clasen, Kramp, Voehl und Siefener neue Storys in Scheunen, Stuben und einem Kelterhaus der Museumsbaugruppe „Westerwald“ vorlasen, entführte Manfred Lang viermal auf halbstündige Nachtwanderungen durchs Museum und durch die Eifeler Schauerliteratur.
Das LVR-Freilichtmuseum lieferte einmal mehr die prächtig, also äußerst spärlich und effektiv illuminierte Kulisse für „Abendgrauen – Die Gruselnacht“. Und die Akteure der „Gespielten Geschichte“, die das Museum bei Tageslicht als von den Museumsbesuchern befragbare Augen- und Ohrenzeugen vergangener Epochen bevölkern, hatten sich anlässlich der Gruselnacht in furchterregende Untote verwandelt.
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Abendgrauen-Mitherausgeber Ralf Kramp und Museumsdirektor Dr. Josef Mangold eröffneten die Gruselnacht, die bereits seit Ende der neunziger Jahre mit Unterbrechungen im LVR-Freilichtmuseum Kommern zu Gast war. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPressHoch zu Ross kam eine „Gevatterin Tod“ des Weges, Museumsschmied Dieter Knoll schwang drohend den Zuschlaghammer, andere zeterten als Klageweiber an einer Bahre oder unter einem im Eichbaum Gehenkten.
Probleme, die zur Verfügung stehenden Eintrittskarten loszuwerden, hatte das LVR-Freilichtmuseum nicht. Wie seit Jahren war der Kartenvorverkauf binnen weniger Tage mit einem Totalausverkauf beendet.
Bei vordergründig-heimeligem Kerzenschein jagten die Autoren ihren Zuhörern mit zum Teil eigens für die Veranstaltung verfassten, gespenstisch-skurrilen Texten wohlige
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Der Schmied und das fahle Pferd, eine unheimliche Szene vor der Kommerner Museumsschmiede, in der Dieter Knoll (links) bei Tageslicht als ausgesprochen friedfertiger Zeitgenosse seinem Traditionshandwerk nachgeht. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPressSchauer über die Rücken. In Ralf Kramps neuer Geschichte „Der Milchatem“ lauerte das Grauen unter dem Schnee, und der Teufel höchstpersönlich schickte seinen tödlich-fahlen Odem über das Eifeler Land.
In Dr. Michael Siefeners Erzählung machen sich Alptraum und Angst in einer namenlosen Stadt breit, Köpfe ruhen in erkalteten Feuerstellen und Blut spritzt in „greller, peinigender Deutlichkeit“.
Manfred Lang erzählte „freihändig“ und ohne Manuskript auf seinen Nachtwanderungen. Unter anderem rezitierte er Tillman Röhrigs Übertragung einer alten Eifelsage unter dem Titel „Das Leichenhemd“ mitten auf dem
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Der "Sensenmann" war diesmal eine Frau: Aber auch vor der "Gevatterin Tod" hatten die Besucher im LVR-Freilichtmuseum Kommern ordentlich Bammel. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPressmit Grablichtern ausgestatteten Friedhof der Museumsbaugruppe Eifel. Pfarrer Paul Spülbecks Erinnerungen an wider Erwarten ereignisreiche „Totenwachten“ in Dollendorf und Üxheim gab Lang im „Haus Elsig“ zum Besten, wo das Team des LVR-Freilichtmuseums Kommern eine authentische Szene zum Thema aufgebaut hatte.
Die Mischung aus Grusel und Literatur, Spiel- und Erzählkunst, Fiktion und volkskundlicher Information ist die Mischung, die „Abendgrauen – Die Gruselnacht“ gerade im LVR-Freilichtmuseum Kommern zu einem ganz besonderen Erlebnis für die Besucher macht.
Ihr Finale fand auch diese Gruselnacht wieder bei einem mitternächtlichen Stelldichein auf dem Dorfplatz der Museumsbaugruppe Westerwald, wo die Autoren diesmal von bizarren Todesfällen berichteten, die sich angeblich in aller Welt zugetragen haben. ![]()
Eigentlich war es Autor Dr. Michael Siefener, der seine Zuhörer in Bann zog und dabei auch ordentlich erschreckte, aber hier scheint der Schriftsteller selbst äußerst überrascht, als der Fotograf sein Blitzlicht auf ihn richtet. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPressDa war die Rede von einem argentinischen Erfinder, der von der eigenen Ehefrau versehentlich in der von ihm konstruierten Turbine geschreddert wird, von einem polnischen Mannsbild, das sich zum Ausdruck seiner maskulinen Wesensart mit der Motorsäge enthauptet, von einem Österreicher, der beim Tapezieren in einem Tapetenknäuel erstickt, und schließlich von einem flämischen Zoowärter, der zwischen kopulierende Elefanten gerät.
pp/Agentur ProfiPress
(31.10.2011)
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Die Kriminalschriftstellerin Carola Clasen stellte im LVR-Freilichtmuseum Kommern einmal mehr unter Beweis, dass sie im Kreis der vorwiegend männlichen Gruselautoren ihre Frau zu stehen weiß. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Im „Haus aus Elsig" (Museumsbaugruppe Eifel) hatte das Team von Museumsdirektor Dr. Josef Mangold eine originalgetreue Eifeler Aufbahrungsszene nachgestellt, wie sie früher in den Wohnstuben üblich war, und wo die Nachbarschaft und Familie vom Sterbetag an bis zum Beerdigungstag zur „Totenwacht“ zusammenkam. Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress
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Der preußische Landwirtschaftsbeamte Johann Nepomuk Schwerz, den Karl-Heinz Mertens im Alltag des LVR-Freilichtmuseums im Team der „Gespielten Geschichte“ verkörpert, hatte sich anlässlich der Gruselnacht in eine unnatürlich blasse Figur mit Vampir-Gebiss verwandelt. Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress



















