Dank blauer Tonne wird ab 2012 das Altpapier öfter abgeholt
Über die geplante Umstellung auf die blaue Tonne informierte die Verwaltung in einer Veranstaltung im Sitzungssaal des Rathauses, an der rund 70 Vereinsvertreter teilnahmen.
Rund 70 Vereinsvertreter aus 42 Orten der Stadt erfuhren Details zur Umstellung auf die „blaue Tonne“. Foto: Rudolph Greuel/pp/Agentur ProfiPressBürgermeister Dr. Hans-Peter Schick äußerte die Hoffnung, dass durch die blaue Tonne das Volumen des gesammelten Altpapiers noch erhöht und damit auch die Einnahmen der sammelnden Vereine steigen würden.
Mit dem Ratsbeschluss, die blaue Tonne einzuführen, ist man in Mechernich einem für die Vereine durchaus schädlichen Prozess zuvorgekommen, denn laut einem EU-Erlass sollen ja Altpapiersammlungen demnächst gewerblich freigegeben werden. Heißt im Klartext: Unternehmer könnten in den Dörfern und Stadtteilen Papier-Container aufstellen.
Durch die flächendeckend verteilten blauen Tonnen für alle Wohngebäude sind Papier-Container für gewerbliche Unternehmen im Stadtgebiet jedoch nicht mehr lukrativ.
Beruhigt nahmen die Vereinsvertreter die erfreuliche Nachricht zur Kenntnis, dass es weiterhin 41 Euro pro Tonne Altpapier gibt. Foto: Rudolph Greuel/pp/Agentur ProfiPressWas ändert sich nun für die Bürger? Lothar Hilgers und Dieter Karls (Sachbearbeiter Abfallwirtschaft) klärten zunächst einmal auf, dass 2012 ein Übergangsjahr sei, in dem man Erfahrungen sammeln werde und in den Abfuhrbezirken teils im Vierwochen-, teils im Sechswochen-Rhythmus die Sammlungen durchführe. Die Intervalle der Sammlungen werden kürzer, es wird öfters als bisher gesammelt. Momentan wird an einer Ausschreibung gearbeitet, um das Einsammeln dann ab 2013 für weitere acht Jahre an ein Unternehmen zu vergeben, ab 2013 soll dann der Vierwochen-Rhythmus für das ganze Stadtgebiet gelten.
Gegenüber der bisherigen Praxis wird es ab 2012 teils größere Sammelbezirke geben, in denen die Firma Schönmackers bis auf den Bezirk Strempt / Weißenbrunnen / Denrath/ Heufahrtshütte (donnerstags) jeweils an Samstagen das Altpapier abholt. Dabei müssen die Vereine/Ortskartelle pro Fahrzeug zwei „Lader“ stellen, diese „Lader“ dürfen aus arbeitsrechtlichen und versicherungstechnischen Gründen aber nicht jünger als 18 Jahre sein.
Die Sammelbezirke sind wie folgt eingeteilt (Abholung jeweils ab 7.30 Uhr):
Bezirk A:
Antweiler/Wachendorf/Lessenich/Rissdorf (2 Fahrzeuge/4 Lader).
Verantwortlich: Kath. Kirchengemeinde Antweiler, Dorfgemeinschaft Lessenich, Dorfverschönerungsverein Rissdorf.
Bezirk B:
Bergbuir/Bleibuir/Wielspütz/Bescheid/Voissel (1 Fahrzeug/2 Lader).
Verantwortlich: Vereinsbund Bergbuir.
Bezirk C:
Bergheim/Lorbach (1 Fahrzeug/2 Lader).
Verantwortlich: Junggesellenverein Lorbach, Ortskartell Bergheim.
Bezirk D:
Breitenbenden/Vussem/Eiserfey/Vollem (2 Fahrzeuge/4 Lader).
Verantwortlich: TSV Feytal.
Bezirk E:
Firmenich/Obergartzem (2 Fahrzeuge /4 Lader)
Verantwortlich: Vereinskartell Firmenich-Obergartzem.
Bezirk F:
Berg, Eicks, Floisdorf (1 Fahrzeug / 2 Lader).
Verantwortlich: Dorfgemeinschaft Berg, Musikverein Eicks, Vereinskartell Floisdorf.
Bezirk G:
Glehn/Hostel (1 Fahrzeug/2 Lader).
Verantwortlich: Vereinskartell Hostel, DJK Glehn/Hostel.
Bezirk H:
Harzheim/Holzheim/Weiler a.B. (1 Fahrzeug/2 Lader).
Verantwortlich: Vereinskartell Holzheim, Jugendgruppe Harzheim, Junggesellen Weiler a.B.
Bezirk I:
Kalenberg/Kallmuth (1 Fahrzeug/2 Lader).
Verantwortlich: Dorfjugend Kallmuth, Bürgerverein Kalenberg.
Bezirk J:
Kommern/Kommern-Süd/Schaven/Gehn/Katzvey (4 Fahrzeuge/8 Lader).
Verantwortlich: Freiwillige Feuerwehr, LG Kommern.
Bezirk K:
Mechernich (4 Fahrzeuge/8 Lader).
Verantwortlich: TUS Mechernich, Festausschuss Mechernicher Karneval.
Bezirk L:
Roggendorf/Schützendorf/Lückerath (1 Fahrzeug/2 Lader).
Verantwortlich: IG Roggendorfer Karneval, Dorfgemeinschaft Lückerath.
Bezirk M:
Satzvey (1 Fahrzeug/2 Lader).
Verantwortlich: Vereinskartell Satzvey.
Bezirk N:
Strempt/Weißenbrunnen/Denrath/Heufahrtshütte (1 Fahrzeug/2 Lader).
Verantwortlich: Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Strempt
Bezirk O:
Weyer/Dreimühlen/Urfey (1 Fahrzeug/2 Lader).
Verantwortlich: Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Weyer
In allen Bezirken erfolgt 2012 die Abfuhr von Altpapier samstags im Intervall von sechs Wochen, nur in den Bezirken J (Kommern) und K (Mechernich) alle vier Wochen. Im Bezirk N (Strempt) wird donnerstags ab 14 Uhr alle sechs Wochen gesammelt.
Für die „Lader“, die bislang das gebündelte Papier auf Anhänger oder in ein Sammelfahrzeug der Fa. Schönmackers werfen mussten, ändert sich die Arbeitsweise. Damit sie erfahren und lernen, wie sie künftig die blauen Tonnen am Sammelfahrzeug einklinken und entleeren, sind für Termine festgelegt worden, bei denen sie theoretisch und praktisch auf die neue Situation eingestellt werden.
Dies geschieht am Samstag, 12. November, auf dem Bauhof in Mechernich. Termin für die Lader der Sammelbezirke A,B,C ist 9 Uhr, für die Bezirke D,E,F 9.45 Uhr, für die Bezirke G,H,I 10.30 Uhr, für die Bezirke J,K,L 11.15 Uhr und für die Bezirke M,N,O um 12 Uhr.
Belehrung für die Vereinshelfer ist Pflicht
Nach der Belehrung müssen die „Lader“ die Teilnahme an der Unterweisung per Unterschrift testieren. Dieter Karls: „Es dürfen nur Lader mit dem Fahrzeug mitfahren und sammeln, die ihre Unterschrift geleistet haben.“ Lothar Hilgers: „Es wäre gut, wenn die Vereine möglichst viele Lader zu der Unterweisung schicken würden.“ Grund: Aufgrund der kürzeren Intervalle (mehr Sammlungen als bislang) wäre es sinnvoll, ein möglichst großes Sammler-Potenzial zu haben.
Fachbereichsleiter Helmut Schmitz sieht das Übergangsjahr 2012 als ein Jahr an, in dem man auch vermutlich manchmal improvisieren müsse: „Es wäre vermessen, zu glauben, dass auf Anhieb alles hundertprozentig laufen wird.“ Die Stadt hat zunächst einmal 8000 blaue Tonnen geordert, was einer Investition von etwa 200 000 Euro gleich kommt. Man geht zunächst einmal von einem Deckungsgrad von 90 Prozent aus, wobei man sich an den Erfahrungen der Stadt Zülpich orientiert, wo diese Tonne ja bereits eingeführt ist.
Blaue Tonne ist kostenlos
Prinzipiell bekommt jedes Wohngebäude zunächst einmal eine blaue Tonne (240 Liter Fassungsvermögen). Die Hausbesitzer müssen diese Tonne jedoch nicht bezahlen, sie wird ihnen quasi von der Stadt geliehen. Bei Mehrfamilienhäusern wird man eine zweite oder dritte Tonne ausliefern. Dieter Karls: „Da müssen wir erste Erfahrungen sammeln. Wenn weitere Tonnen geordert werden, sind wir flexibel.“
Ein kleines Problem dürfte es bisweilen aber auch geben, wie Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick nicht verhehlte: „Neben der grauen, braunen und gelben Tonne nun auch noch eine blaue Tonne unterzubringen, dürfte auf den Dörfern – wo man noch Platz hat – noch relativ einfach sein, in der Kernstadt Mechernich könnte es da schon Probleme geben.“ Vermutung: Manch einer hat keinen Platz für diese Tonne oder will sie auch nicht.
Zwar gibt es in Mechernich eine Satzung über Anschluss- und Benutzungszwang, aber Helmut Schmitz relativiert das: „In Ausnahmefällen würden wir auch tolerieren, wenn einzelne Hausbesitzer wie bislang das Papier gebündelt am Abholtag deponieren.“ Und: Sollte die blaue Tonne bis oben hin gefüllt sein, dürfe man zusätzliches Altpapier gebündelt dazu legen. Ab 2013, wenn überall einmal im Monat geleert werde, dürfe sich das Thema dann erledigt haben.
Laut Erhebungen der Stadt Mechernich wird im Stadtgebiet jährlich ein Volumen von knapp 2000 Tonnen Altpapier eingesammelt. Die Vereine, die in ihren Orten verantwortlich sind, bekommen je Tonne bisher 41 Euro ausbezahlt, und das soll auch so bleiben.
Bis zum 14. November werden die 8.000 Tonnen zentral und dezentral geliefert. Bis spätestens Mitte Dezember sollen sie an alle Wohngebäude ausgeliefert sein. Wie die blauen Tonnen ausgeliefert werden oder ob sie in einzelnen Bezirken abgeholt werden müssen, ist nachfolgend im Zeitplan aufgeführt. In der nächsten Ausgabe des Mechernicher Bürgerbriefes am 18. November erfahren die Bürger, an welchem Samstag im Jahr 2012 jeweils in ihrem Bezirk Altpapier gesammelt wird.
pp/Agentur ProfiPress
(4.11.2011)
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