„Nettersheim“ entsteht in Kommern
Dass die Halle in Kommern wieder in altem Glanz erstrahlt, ist den Holz- und Waldtagen 2008 in Nettersheim geschuldet.
Dort wurde Dr. Josef Mangold, Direktor des LVR-Freilichtmuseums Kommern, vom Nettersheimer Bürgermeister Wilfried Pracht auf die Halle angesprochen. Ursprünglich sollte die antike Halle in den Holz-Campus Eifel integriert werden, doch dann passte sie nicht mehr ins Konzept. Ob er Verwendung für die Halle habe, fragte Pracht. Dr. Mangold: „So ein großes, gut erhaltenes historisches Gebäude für das Museum zu erhalten, ist ein Glücksfall.“ So lasse sich die Geschichte des Bauwerks, das nach dem 2. Weltkrieg auf den Fundamenten einer ursprünglich im Jahre 1906 errichteten Halle wieder aufgebaut wurde, sehr gut rekonstruieren. Die Halle ist 14 Meter breit, 40 Meter lang und zehn Meter hoch.
Die alte Halle wurde sorgfältig in ihre Einzelteile zerlegt. Der Abbau dauerte mehrere Wochen. Zum einen musste das Eternit/Asbest-Dach fachmännisch entsorgt werden, zum anderen wurden die einzelnen Schritte des Abbaus durch das Team von Dr. Carsten Vorwig, dem Bauforscher am LVR-Freilichtmuseum Kommern, genau dokumentiert. „Die Wandsegmente wurden komplett ausgebaut, verpackt und dann auf Tiefflader verladen“, sagt Vorwig. Anfang 2010 wurde die Halle nach Kommern geschafft. Vor dem Aufbau in Kommern ging es allerdings den Schädlingen an den Kragen, denn im Holz hatte sich der Nagekäfer eingenistet. Die einzelnen, vom Ungeziefer befallenen Wandteile wurden thermobehandelt, also verpackt und dann langsam mit warmer Luft aufgeheizt. „Bei 60 Grad Celsius überleben dann auch die Larven der Holzschädlinge nicht“, so Carsten Vorwig.
Im LVR-Freilichtmuseum zeigt ein Betonfundament von 14 mal 40 Meter die zukünftigen Ausmaße. Zurzeit werden die 1500 Kilogramm schweren Holzbögen aufgestellt. Per Kran werden sie in die richtige Position gebracht und anschließend in den dafür vorgesehenen Verankerungen eingelassen. Insgesamt zehn Binder bilden die Bogenkonstruktion für das freitragende Dach der Halle.
Im Frühjahr 2012 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann wird die Halle, die sich hinter den Werkstätten des Freilichtmuseums befindet, für Lagerzwecke und als Unterstellmöglichkeit für historische Geräte ausgebaut. Als Dank gegenüber den Spendern wird die Halle auf den Namen „Halle Nettersheim“ getauft.
(29.9.2011)
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