Heute Van Gogh, morgen Macke
Mal malt er wie Vincent van Gogh, dann wieder wie August Macke. Die Kubisten stehen ihm zuweilen stilistisch Pate, ein anderes Mal die niederländischen Meister, wieder ein anderes Mal lässt sich Hermann Nöthen von der naiven Bauernmalerei inspirieren.
Als 14jähriger fing er mit Blei- und Buntstuften an, er kennt sich mittlerweile auch im Umgang mit Öl- und Aquarellfarben prima aus. Allerdings ist seine Palette heutzutage vorzugsweise mit Acrylfarben bestrichen.
Hermann Nöthen (72) ist ein Tausendsassa, nicht nur was sein größtes Hobby, die Malerei, angeht. Jahrzehntelang war der gebürtige Euskirchener 1. Schwimmmeister und Betriebsleiter im Gartenhallenbad der Stadt Mechernich. Noch heute gibt er in der städtischen Eifel-Therme Zikkurat in Firmenich hervorragend besuchte Kurse in Wassergymnastik für fortgeschrittene Semester.
Töpfer wird Schwimmmeister

Dieses kubistisch beeinflusste Bild mit eingearbeiteten lokalen Mechernicher Motiven verehrten Hermann Nöthen und Strempts Ortsvorsteher Wulf Dietrich Simon (ganz links) dem Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Es hängt in dessen Amtszimmer im neuen Mechernicher Rathaus. Foto: Manfred Lang/pp/ Agentur ProfiPressDer gelernte Töpfer bei den Westdeutschen Steinzeugwerken in Euskirchen, der nach deren Niedergang in der Schlosserei der Zuckerfabrik Pfeiffer & Langen in Euskirchen arbeitete, machte 1960 seine größte Leidenschaft zum Beruf. Damals trat der unter Bezirksleiter Willi Eckstein bereits an der Steinbachtalsperre einsatzerprobte Rettungsschwimmer eine Lehre als hauptberuflicher „Hilfsschwimmmeister“ an, die er 1964 an der Sporthochschule Köln mit der Prüfung zum Schwimmmeister abschloss.
In Hermann Nöthens Atelier „Auf dem Sommer“ in Mechernich-Strempt hängen einige Aufnahmen aus seiner Sport- und Rettungsschwimmerzeit.
Eines der Schwarz-Weiß-Fotos zeigt ihn bereits als sechsjährigen Wettkampfteilnehmer 1944 im alten Euskirchen Schwimmbad. Doch die Urkunden und Bilder aus der Schwimmerlaufbahn, einschließlich der Hauptberuflichen, haben einen anderen Stellenwert in Hermann Nöthens Leben als die Bilder, die er selbst gemalt.

Ehefrau Franziska, geborene Paar, schreibt in erster Linie, kaligrafiert und malt aber auch in Ergänzung ihrer Texte. Hermann Nöthen bewundert ihre Arbeit. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress„Das ist Gefühl, das ist Ausdruck“, sagt der Autodidakt. „Die Malerei hat mich immer fasziniert“, verrät der Ehemann und dreifache Familienvater: „Als Jugendlicher entdeckte ich, dass sie mir Spielraum für Kreativität bot – und ich auch Dinge Gestalt annehmen lassen konnte, die sich ausschließlich in meinem Kopf abspielten.“
Später, im Berufs- und Familienalltag, brachte ihm die Beschäftigung mit Pinsel, Farben und Leinwand „Entspannung und Erholung“: „Wenn ich nach Hause kam, und zum Malen ins Atelier im Keller ging, dann fiel alles andere von mir ab.“
Pensionär büffelt Farbenmischlehre
Nach der Pensionierung ist Hermann-Josef Nöthen - so sein vollständiger, dem Heiligen Prämontratensermönch von Steinfeld entlehnter Vorname - von der Eingangs- in die Fortgeschrittenenklasse aufgestiegen. Besonders, seit der vor sieben Jahren einen Lehrgang in Farbemischlehre besuchte und sich insbesondere in der Öl- und Acrylmalerei fortbildete.

In der Eifel-Therme Zikkurat tanzen jeden Dienstag noch immer um die 30 Kursteilnehmer in der Wassergymnastik nach Hermann Nöthens Pfeife. Seit der Begründung im Jahre 1970 war Hermann Nöthen 1. Schwimmmeister und Betriebsleiter im Gartenhallenbad Mechernich. Nach dem Neubau der städtischen Eifeltherme an der Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat in Mechernich-Firmenich setzte der beliebte Schwimmanimateur dort seine segensreiche Arbeit fort. Foto: ml/pp/ProfiPressSeither hat Hermann Nöthen, dessen Ehefrau Franziska sich schriftstellerisch und ebenfalls bildend künstlerisch betätigt, nebenher auch eine ganze Reihe Ausstellungen beschickt.
So seit dem Winter 2006/2007 regelmäßig die Gemeinschaftsausstellung Mechernicher Künstler im städtischen Gymnasium am Turmhof, außerdem die Kaller Kunstmeile und den Herbstsalon für Kunst und Kunsthandwerk im Euskirchener Kreishaus.
Hermann Nöthens Kreativität beschränkt sich keineswegs auf die Malerei. Von Jugend an ist er ein guter Sänger und mischte bereits im Werkschor des Westdeutschen Steinzeugwerke mit, später auch im Kirchenchor St. Matthias bei den Euskirchener Franziskanern, wo er auch Messdiener war.
Für Straßenkinder in Uganda und andere gute Zwecke der Pfarre Strempt engagiert sich der am 2. September 1938 geborene Hermann Nöthen außerdem in der örtlichen „Aktion Spatenstich“. Für deren Basare steuert der pensionierte Schwimmbadleiter selbst gebastelte Krippen und Vogelhäuschen „mit sich selbst nachfüllender Futterkammer“ bei.

Erst machte der gelernte Töpfer Hermann Nöthen sein Hobby Schwimmen zum Beruf, dann seine Leidenschaft, die Kreativität, zum Lebensinhalt. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPressDer Grund, warum der Hobbymaler bei den „Pänz“ seines Heimatortes Strempt ganz besonders hoch im Kurs steht, ist wiederum völlig anderer Natur:
Hermann-Josef Nöthen repariert nämlich Fahrräder aus dem Dorf. Und das – bis auf die Materialkosten – meist für Gotteslohn.
In ihre Wahlheimat Strempt kamen Franziska und Hermann Nöthen und ihre beiden ältesten Söhne Claus und Peter vor 32 Jahren, als ihr heutiges Wohnhaus „Auf dem Sommer“ zwangsversteigert wurde.
Schnell wurden die früheren Euskirchener, die wegen des Gartenhallenbades zunächst in eine Dienstwohnung nach Mechernich gezogen waren, am Bleiberg heimisch.
Ex-Gardist komponiert Gassenhauer

Einen Tag vor Vollendung seines 72. Lebensjahres war Hermann Nöthen über diesem Plakat anzutreffen, das Motive aus dem Nationalpark Eifel und von der Burg Vogelsang zeigt. Die plakative Arbeit soll auf das Patenschaftsjahr der Stadt Mechernich über den Förderverein des Nationalparks Eifel hinweisen. Sie sollte anlässlich einer Ausstellung zum Mechernicher Brunnenfest 2010 fertiggestellt sein. Foto: ml/pp/ProfiPressExplizit im Strempter Karneval konnte Hermann Nöthen auf einschlägige Gardistenerfahrung aus der Kreisstadt zurückgreifen. Alljährlich komponiert und textet er Karnevalsschlager, die er selbst zur Gitarre vorträgt. Seinen Gassenhauer „Komm Trina, komm, loss alles stonn, loss mer richtisch Fastelovend fiere jonn . . .“ singt und spielt man in Strempt noch heute.
Sohn Peter, heute Staatsanwalt und Bürgermeister in der Pfalz, fragte den Papa, als er den beim Einüben des Trina-Songs belauschte, ob er das nicht in der Kindersitzung singen könne. Hermann Nöthen übte mit dem Sohn: Der Auftritt wurde zu seinem großen Erfolg. Er ebnete den Weg für eine Jungkarnevalistenkarriere der Brüder Claus und Peter Nöthen.
Als kleines „Colonio-Duett“ traten die beiden außer in Strempt auch im ganzen Kreisgebiet und darüberhinaus, unter anderem in Euskirchen und Düren auf.

Mal gegenständlich, mal völlig abstrakt: "Zerstörung" nannte der Wahl-Strempter diese chaotische Komposition, zu der ihn der Beginn des zweiten Irakkrieges anregte. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPressClaus Nöthen ist heute Diplom-Ingenieur und Computerfachmann bei Bayer Leverkusen, Peter Jurist und Bürgermeister.
In Strempt wurde mit Alexander der dritte und jüngste Sohn von Franziska und Hermann Nöthen geboren. Er ist heute Elektrotechnikmonteur und arbeitet in Obergartzem.
Keiner von ihnen ist in Hermann und Franziskas künstlerische Fußstapfen getreten, aber die sechs Enkelkinder, drei Mädchen und drei Jungen, sind ausnahmslos sehr stolz darauf, dass „Opa und Oma Künstler sind“.
pp/Agentur ProfiPress
(2.9.2010)
Töpfer wird Schwimmmeister

Dieses kubistisch beeinflusste Bild mit eingearbeiteten lokalen Mechernicher Motiven verehrten Hermann Nöthen und Strempts Ortsvorsteher Wulf Dietrich Simon (ganz links) dem Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Es hängt in dessen Amtszimmer im neuen Mechernicher Rathaus. Foto: Manfred Lang/pp/ Agentur ProfiPressDer gelernte Töpfer bei den Westdeutschen Steinzeugwerken in Euskirchen, der nach deren Niedergang in der Schlosserei der Zuckerfabrik Pfeiffer & Langen in Euskirchen arbeitete, machte 1960 seine größte Leidenschaft zum Beruf. Damals trat der unter Bezirksleiter Willi Eckstein bereits an der Steinbachtalsperre einsatzerprobte Rettungsschwimmer eine Lehre als hauptberuflicher „Hilfsschwimmmeister“ an, die er 1964 an der Sporthochschule Köln mit der Prüfung zum Schwimmmeister abschloss.
In Hermann Nöthens Atelier „Auf dem Sommer“ in Mechernich-Strempt hängen einige Aufnahmen aus seiner Sport- und Rettungsschwimmerzeit.
Eines der Schwarz-Weiß-Fotos zeigt ihn bereits als sechsjährigen Wettkampfteilnehmer 1944 im alten Euskirchen Schwimmbad. Doch die Urkunden und Bilder aus der Schwimmerlaufbahn, einschließlich der Hauptberuflichen, haben einen anderen Stellenwert in Hermann Nöthens Leben als die Bilder, die er selbst gemalt.

Ehefrau Franziska, geborene Paar, schreibt in erster Linie, kaligrafiert und malt aber auch in Ergänzung ihrer Texte. Hermann Nöthen bewundert ihre Arbeit. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress„Das ist Gefühl, das ist Ausdruck“, sagt der Autodidakt. „Die Malerei hat mich immer fasziniert“, verrät der Ehemann und dreifache Familienvater: „Als Jugendlicher entdeckte ich, dass sie mir Spielraum für Kreativität bot – und ich auch Dinge Gestalt annehmen lassen konnte, die sich ausschließlich in meinem Kopf abspielten.“
Später, im Berufs- und Familienalltag, brachte ihm die Beschäftigung mit Pinsel, Farben und Leinwand „Entspannung und Erholung“: „Wenn ich nach Hause kam, und zum Malen ins Atelier im Keller ging, dann fiel alles andere von mir ab.“
Pensionär büffelt Farbenmischlehre
Nach der Pensionierung ist Hermann-Josef Nöthen - so sein vollständiger, dem Heiligen Prämontratensermönch von Steinfeld entlehnter Vorname - von der Eingangs- in die Fortgeschrittenenklasse aufgestiegen. Besonders, seit der vor sieben Jahren einen Lehrgang in Farbemischlehre besuchte und sich insbesondere in der Öl- und Acrylmalerei fortbildete.

In der Eifel-Therme Zikkurat tanzen jeden Dienstag noch immer um die 30 Kursteilnehmer in der Wassergymnastik nach Hermann Nöthens Pfeife. Seit der Begründung im Jahre 1970 war Hermann Nöthen 1. Schwimmmeister und Betriebsleiter im Gartenhallenbad Mechernich. Nach dem Neubau der städtischen Eifeltherme an der Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat in Mechernich-Firmenich setzte der beliebte Schwimmanimateur dort seine segensreiche Arbeit fort. Foto: ml/pp/ProfiPressSeither hat Hermann Nöthen, dessen Ehefrau Franziska sich schriftstellerisch und ebenfalls bildend künstlerisch betätigt, nebenher auch eine ganze Reihe Ausstellungen beschickt.
So seit dem Winter 2006/2007 regelmäßig die Gemeinschaftsausstellung Mechernicher Künstler im städtischen Gymnasium am Turmhof, außerdem die Kaller Kunstmeile und den Herbstsalon für Kunst und Kunsthandwerk im Euskirchener Kreishaus.
Hermann Nöthens Kreativität beschränkt sich keineswegs auf die Malerei. Von Jugend an ist er ein guter Sänger und mischte bereits im Werkschor des Westdeutschen Steinzeugwerke mit, später auch im Kirchenchor St. Matthias bei den Euskirchener Franziskanern, wo er auch Messdiener war.
Für Straßenkinder in Uganda und andere gute Zwecke der Pfarre Strempt engagiert sich der am 2. September 1938 geborene Hermann Nöthen außerdem in der örtlichen „Aktion Spatenstich“. Für deren Basare steuert der pensionierte Schwimmbadleiter selbst gebastelte Krippen und Vogelhäuschen „mit sich selbst nachfüllender Futterkammer“ bei.

Erst machte der gelernte Töpfer Hermann Nöthen sein Hobby Schwimmen zum Beruf, dann seine Leidenschaft, die Kreativität, zum Lebensinhalt. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPressDer Grund, warum der Hobbymaler bei den „Pänz“ seines Heimatortes Strempt ganz besonders hoch im Kurs steht, ist wiederum völlig anderer Natur:
Hermann-Josef Nöthen repariert nämlich Fahrräder aus dem Dorf. Und das – bis auf die Materialkosten – meist für Gotteslohn.
In ihre Wahlheimat Strempt kamen Franziska und Hermann Nöthen und ihre beiden ältesten Söhne Claus und Peter vor 32 Jahren, als ihr heutiges Wohnhaus „Auf dem Sommer“ zwangsversteigert wurde.
Schnell wurden die früheren Euskirchener, die wegen des Gartenhallenbades zunächst in eine Dienstwohnung nach Mechernich gezogen waren, am Bleiberg heimisch.
Ex-Gardist komponiert Gassenhauer

Einen Tag vor Vollendung seines 72. Lebensjahres war Hermann Nöthen über diesem Plakat anzutreffen, das Motive aus dem Nationalpark Eifel und von der Burg Vogelsang zeigt. Die plakative Arbeit soll auf das Patenschaftsjahr der Stadt Mechernich über den Förderverein des Nationalparks Eifel hinweisen. Sie sollte anlässlich einer Ausstellung zum Mechernicher Brunnenfest 2010 fertiggestellt sein. Foto: ml/pp/ProfiPressExplizit im Strempter Karneval konnte Hermann Nöthen auf einschlägige Gardistenerfahrung aus der Kreisstadt zurückgreifen. Alljährlich komponiert und textet er Karnevalsschlager, die er selbst zur Gitarre vorträgt. Seinen Gassenhauer „Komm Trina, komm, loss alles stonn, loss mer richtisch Fastelovend fiere jonn . . .“ singt und spielt man in Strempt noch heute.
Sohn Peter, heute Staatsanwalt und Bürgermeister in der Pfalz, fragte den Papa, als er den beim Einüben des Trina-Songs belauschte, ob er das nicht in der Kindersitzung singen könne. Hermann Nöthen übte mit dem Sohn: Der Auftritt wurde zu seinem großen Erfolg. Er ebnete den Weg für eine Jungkarnevalistenkarriere der Brüder Claus und Peter Nöthen.
Als kleines „Colonio-Duett“ traten die beiden außer in Strempt auch im ganzen Kreisgebiet und darüberhinaus, unter anderem in Euskirchen und Düren auf.

Mal gegenständlich, mal völlig abstrakt: "Zerstörung" nannte der Wahl-Strempter diese chaotische Komposition, zu der ihn der Beginn des zweiten Irakkrieges anregte. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPressClaus Nöthen ist heute Diplom-Ingenieur und Computerfachmann bei Bayer Leverkusen, Peter Jurist und Bürgermeister.
In Strempt wurde mit Alexander der dritte und jüngste Sohn von Franziska und Hermann Nöthen geboren. Er ist heute Elektrotechnikmonteur und arbeitet in Obergartzem.
Keiner von ihnen ist in Hermann und Franziskas künstlerische Fußstapfen getreten, aber die sechs Enkelkinder, drei Mädchen und drei Jungen, sind ausnahmslos sehr stolz darauf, dass „Opa und Oma Künstler sind“.
pp/Agentur ProfiPress
(2.9.2010)

Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Für den örtlichen Strempter Pfarrbasar, dessen Reinerlös unter anderem Straßenkindern in Uganda und anderen guten Zwecken dient, ist sich Hermann Nöthen auch nicht zu schade, Vogelhäuschen und Weihnachtskrippenställe zu basteln.
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