Als die Mähmaschine die Sense ablöste

Auf der Veranstaltung „Nach der Ernte“ werden auch traditionelle Feldarbeiten gezeigt. Foto: LVR/pp/Agentur ProfiPressTraditionsveranstaltung „Nach der Ernte“ im LVR-Freilichtmuseum Kommern dokumentiert, wie sich die Landtechnik im Rheinland entwickelte – Rund 100 Arbeitstiere und Maschinen erwartet – Kleine und große Besucher können bei zahlreichen Aktionen mitmachen
Bei der großen Traditionsveranstaltung „Nach der Ernte“ im LVR-Freilichtmuseum Kommern soll am Wochenende, 18. und 19. September, erstmals die Entwicklung der Landtechnik im Rheinland in den Mittelpunkt des Geschehens rücken.

Flegeln im Takt: Besucher können „Nach der Ernte“ mitdreschen. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPressRund 100 Arbeitstiere und Maschinen werden zu der großen Schau über die Arbeiten erwartet, welche die Altvorderen noch vor dem Winter erledigen mussten.
Wer möchte, kann auch selbst zum Dreschflegel greifen und erleben, wie von der Jungsteinzeit bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in schweißtreibender Arbeit das Getreide aus den Ähren befreit wurde. Welche Erleichterung die Dreschmaschine brachte, mit denen Lohndreschunternehmen nach der Ernte von Hof zu Hof fuhren, kann man danach gut einschätzen.

Walter Keil aus Gymnich ist einer der Fuhrleute, die die Ernte zu den Museumsdreschplätzen fahren. Foto: LVR/pp/Agentur ProfiPressEin historischer Dreschkasten mit Strohpresse, über Riemen vom Dampfross angetrieben, ist im zweitgrößten deutschen Freilichtmuseum im Einsatz und zeigt den einfacheren Weg zum hülsenlosen Getreide.
Kaltblutrösser wie Ardenner, Noriker, Rheinisches Kaltblut oder die riesigen Shire-Horses sollen die hoch beladenen Erntewagen zu den verschiedenen Dreschplätzen im Museum fahren, weitere Pferde werden Acker- und Erntegeräte ziehen. Sie kommen aus dem ganzen Rheinland, aus Belgien und Luxemburg.

Landtechnik steht in diesem Jahr bei der Veranstaltung „Nach der Ernte“ im Mittelpunkt. Foto M. Faber/LVR/pp/Agentur ProfiPressEine ganze Reihe der schweren Kaltblüter werden im Museumswald Baumstämme rücken.
Aber auch zahlreiche historische Traktoren werden im Einsatz sein. Sie kommen mit alten Schlagkarren, mit Pflügen und Rechen, Mähmaschinen, Heuwendern und Kartoffelrodern. Die Belastungen der Bäuerinnen, die neben ihrer Sorge um Kinder und Haushalt voll in die landwirtschaftliche Arbeit eingebunden waren, werden ebenfalls Thema der Veranstaltung des LVR-Freilichtmuseums Kommern sein.
So werden die Museumsbäuerinnen mit Sauerkraut-Ansetzen, Obstdörren und anderen Arbeiten der Vorratshaltung und Hofversorgung an die „Hausaufgaben“ der Frauen von damals erinnern. Auch beim Sauerkrautstampfen dürfen die Besucher selbst Hand anlegen.
Dass auch das dörfliche Handwerk „Nach der Ernte“ reichlich eingebunden war, wird ebenfalls gezeigt: Der Stellmacher wird Arbeitsgerät und Wagen reparieren, der Schmied Arbeitspferde neu beschlagen, Strohdachdecker decken das Dach einer Scheune neu. Feucht eingelagertes Getreide konnte sich leicht entzünden. Deshalb soll auf der Museumsveranstaltung auch eine pferdegezogene Feuerwehr-Spritze zum Einsatz kommen. Ein großer Bauernmarkt auch mit Bio-Produkten rundet das Angebot ab.
pp/Agentur ProfiPress
(6.9.2010)
Westerwälder Rindergespanne im LVR-Freilichtmuseum Kommern - Auch Glan-Donnersberger-Rinder bei der großen Schau „Nach der Ernte“
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