125 Jahre Kapellenverein Roggendorf

1888 wurde mit dem Bau der Roggendorfer Kapelle in Form einer neuromanischen Basilika begonnen. Foto: Erna Katzinski/pp/ Agentur ProfiPressIm Laufe der Jahrzehnte änderten sich viele Aufgaben – 1888 gab es eine Orgel, 1904 kam der elektrische Strom in die Kapelle – Festmesse am 22. August mit anschließendem Pfarrfest
Der Kapellenverein Roggendorf wird 125 Jahre alt. Es war am 15. November 1885 als Roggendorfer Bürger den „Katholischen Bürgerverein zu Roggendorf“ gründeten. Die Roggendorfer wollten nämlich eine ansehnliche Kapelle bauen. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits die evangelische Kirche in Roggendorf, was ebenfalls ein Anstoß gewesen sein dürfte, die kleine bestehende Kapelle durch einen größeren Bau zu ersetzen, wie Erna Katzinski vom Kapellenverein Roggendorf jetzt in der aktuellen Eifel-Regional-Ausgabe der KirchenZeitung Aachen berichtet.
„Jedes aktive Mitglied des neugegründeten Vereins zahlte damals einen Beitrag von 20 Pfennig - was heute als verschwindend gering anmutet, bedeutete für die damalige Zeit etwa acht Prozent des Schichtlohns eines Bergmanns“, so die KirchenZeitung weiter.
Die KirchenZeitung Aachen zitiert dazu Erna Katzinski mit den Worten: „Die Witwe Kreuser schenkte mit Urkunde vom 15. Juli 1890 die neuerrichtete Kapelle der katholischen Kirchengemeinde Mechernich.

Pfarrpatron der Roggendorfer Kapelle ist St. Johannes Baptist, der enthauptet wurde. Foto: Erna Katzinski/pp/Agentur ProfiPressDas Herz- und Prunkstück der Kapelle erhielt diese 1891 mit dem dreiteiligen Schnitzaltar aus der Zeit um 1500, ebenfalls als Geschenk der Witwe Kreuser.“
Der Kirchenpatron St. Johann Baptist aus der alten Kapelle erhielt seinen Standplatz auf dem rechten Seitenaltar. Der Einbau der Orgel erfolgte 1888; 1904 kam das elektrische Licht in die Kapelle. Drei neue Glocken wurden 1927 eingeweiht. Eines der Prachtstücke in der Kapelle ist das aus der alten Kapelle übernommene Kreuz an der rechten Seite des Chorraumes.
Erst im Jahre 1934, so die KirchenZeitung weiter, habe sich der Status des Vereins geändert. Aufgenommen worden seien jetzt die „Förderung kirchlicher Belange“. 1934 konnte die Muttergottesstatue am linken Seitenaltar geweiht werden. 1935 wurde der Taufstein von Steinmetz Philipp Simons aus Mechernich seiner Bestimmung übergeben, der mittlerweile als Sockel für den Altartisch dient.
Ersatz für die im 2. Weltkrieg eingezogenen Glocken gab es erst 1954 - mit Klangabstimmung auf das Geläut der evangelischen Kirche. Von Oktober 1974 bis Mai 1975 nahm der Kapellenverein umfangreichen Renovierungsarbeiten Angriff.
„1992 erstrahlte der Hochaltar nach umfangreicher Restauration in neuem Glanze, wofür der Verein selbst 10.000 DM aufbrachte. Zeitgemäß veränderten und erweiterten sich im Laufe der Jahrzehnte die Aufgaben des Vereins. So gibt es im caritativen Bereich einen Besuchsdienst für Alte, Kranke und Jubilare“, so die KirchenZeitung weiter.

Prunkstück der Kapelle Roggendorf ist der Schnitzaltar aus der Zeit um 1500. Im Jahre 1891 wurde dieser dem Kapellenverein von der Witwe Kreuser als Geschenk überlassen. Foto: Erna Katzinski/pp/Agentur ProfiPress
Im Zuge der wirtschaftlichen und personellen Problematik des Bistums Aachen sei aber auch an Roggendorf der Strukturwandel nicht spurlos vorbeigegangen. Erna Katzinski: „So verringerte sich zum Bedauern der Filialgemeinde das Angebot an Gottesdiensten und kirchlichen Festen drastisch. Nicht nur durch den Priestermangel, sondern auch aufgrund mangelnder Bereitschaft der Bürger zum Ehrenamt und Mittun in der Kirche trat eine enorme Veränderung ein.“
Deshalb hoffe das Team des Kapellenvereins auf mehr Bereitschaft zum Miteinander im Jubiläumsjahr.
„Es wäre schön, wenn die junge Generation die 125-jährige Tradition fortsetzen würde“, Katzinski.
Eine besondere Möglichkeit zum Miteinander gibt es am Sonntag, 22. August, um 10.45 Uhr bei der Festmesse in der Filialkirche Roggendorf mit anschließendem Pfarrfest am Dorfgemeinschaftshaus.
pp/Agentur ProfiPress
(12.8.2010)




















