Solferino, back to the Roots

Kappentausch vor der "Fiacollata" unter deutschen und italienischen Rotkreuzlern, vorn von links die Mechernicher Rotkreuzfunktionäre Manfred Lang und Wenzel Hausmann. Foto: rz/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfioPressMechernicher zurück zu den Anfängen des Roten Kreuzes: Rotkreuzler nahmen an der „Fiacollata 2010“ teil – Internationaler Fackelzug über jenes Schlachtfeld in Italien, auf dem Henry Dunant seine Inspiration zur Gründung des Roten Kreuzes erhielt – In Genf die Hauptquartiere der beiden großen internationalen Rotkreuz-Organisationen IFRC (Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften) und IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz) besucht
„Es ist eine Mischung aus Gänsehautgefühl und ausgelassener Lebensfreude, die einen da mitreißt.

6000 Rotkreuzler aus aller Welt versammeln sich bei einem fröhlichen Happening im Burg- und Kirchhof, um anschließend bei Einbruch der Dunkelheit mit einem Fackelzug über das ehemalige Schlachtfeld von Solferino zu ziehen. Foto: ml/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress
Das ist auch für einen alten Hasen wie mich Rotkreuz-Feeling pur“, sagte Rotkreuz-Kreisgeschäftsführer Rolf Zimmermann nach seiner Rückkehr aus Solferino. Dort hatte der 58-jährige Aktivist, der sich Zeit seines Lebens im Roten Kreuz engagiert, zum zweiten Mal überhaupt an der „Fiacollata“ teilgenommen. Jenem Gedenkmarsch, mit dem Jahr für Jahr Tausende Rotkreuzler aus aller Welt an die Gründung ihrer Internationalen humantitären Organisation vor 151 Jahren erinnern.
Der Schweizer Kaufmann Henry Dunant war am 24.6.1859 in Solferino, zehn Kilometer südlich des Gardasees, nach einer verheerenden Schlacht im italienischen Unabhängigkeitskrieg auf 30 000 Verwundete getroffen, für die es kaum medizinische Versorgung gab.

Auf dem Domvorplatz des Städtchens Castiglione endet die "Faciollata". Dort hatte Henry Dunant 1859 spontane Hilfe unter anderem mit den Frauen des Dorfes Castiglione organisiert, die gegen Skepsis und Widerstand ihrer Männer und Brüder die Verwundeten ohne Unterschied ihrer nationalen Herkunft in Kirchen und Häusern pflegten. In Castiglione entstand der programmatische Ruf gegen Krieg und Völkerfeindschaft: „Tutti fratelli“ („Wir sind alle Brüder!“). Dort schlug die Geburtsstunde des 1863 gegründeten Roten Kreuzes. Foto: rz/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPressDunant organisierte spontane Hilfe unter anderem mit den Frauen des Dorfes Castiglione, die gegen Skepsis und Widerstand ihrer Männer und Brüder die Verwundeten ohne Unterschied ihrer nationalen Herkunft in Kirchen und Häusern wuschen, verbanden und versorgten. Dort, wo der programmatische Ruf gegen Krieg und Völkerfeindschaft entstand - „Tutti fratelli“ („Wir sind alle Brüder!“), schlug die Geburtsstunde des 1863 gegründeten Roten Kreuzes.
Beim Gedenkmarsch zogen diesmal knapp 6000 Rotkreuzler bei Einbruch der Dunkelheit mit Fackeln zehn Kilometer weit von Solferino nach Castiglione, zwei Eckpunkten des Schlachtfeldes von 1859. Mit Rolf Zimmermann unterwegs waren eine ganze Reihe Jugendrotkreuzler und Rotkreuzler aus dem Roten Kreuz im Kreis Euskirchen und JRK-Landesverband Nordrhein, darunter auch die Mechernicher Rotkreuz-Funktionäre Wenzel Hausmann und Manfred Lang. 
Bei der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in Genf trafen Rolf Zimmermann (links) und Wenzel Hausmann (rechts) mit Frank Mohrhauer, dem Leiter der Zentralabteilung (Cooperation and Government Support Department) zusammen, der aus dem benachbarten Rotkreuz-Kreisverband Jülich (Kreis Düren) stammt. Foto: ml/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress2011 ist die Reise einer größeren Rotkreuz- und Jugendrotkreuz-Gruppe aus der Stadt Mechernich und dem Kreis Euskirchen geplant.
Nicht Einzelkämpfer, sondern Teil einer großen Gemeinschaft
Rolf Zimmermann sagte, die Teilnahme an der „Fiacollata“ sei eigentlich für jeden Rotkreuzler einmal im Leben Pflicht. Das gutgelaunte Happening auf dem hochgelegenen Kirch- und Burgplatz, aber auch der atmosphärisch einmalige Fackelzug durch die Nacht mache einem bewusst, dass man nicht Einzelkämpfer in der Eifel, sondern Teil einer weltweiten humanitären Hilfsorganisation sei, die die Ernsthaftigkeit zu helfen mit der Freude und der Liebe zum prallen Leben verbindet.

Junge Rotkreuzler aus allen Nationen, Hautfarben und Religionen gedachten auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Solferino der Geburtsstunde des Roten Kreuzes vor 150 Jahren. Foto: rz/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPressDer Mechernicher Journalist und Diakon Manfred Lang, der mit Rolf Zimmermann die Pressearbeit des Roten Kreuzes im Ktreis Euskirchen macht, zitierte in dem Zusammenhang einen Rotkreuz-Kollegen, der nach der „Fiacollata 2009“ gesagt hatte: „Du hast Dich im Lauf der Jahre daran gewöhnt, dass Du als Rotkreuzler nur ein Tropfen im Meer bist und die Welt nicht verändern wirst. Und plötzlich merkst Du, Du bist nicht allein, es gibt viele Tausend, ja Millionen anderer Tropfen in diesem Meer- und das verändert die Welt doch . . .“
Von Solferino aus besuchten Rolf Zimmermann und seine Begleiter in Genf die Internationale Förderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (International Federation of Red Cross and Red Crescent Societes) , in der 197 nationale Gesellschaften wie das Deutsche Rote Kreuz zusammengeschlossen sind, sowie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, das zurzeit in 80 Krisen- und Kriegsgebieten der Erde im Einsatz ist.
Bei der Föderation traf die Euskirchener Delegation unter anderem mit Frank Mohrhauer, dem Leiter der Zentralabteilung (Cooperation and Government Support Department), zusammen. 
6000 Rotkreuzler aus aller Herren Länder marschierten bei der "Fiacollata 2010" von Solferino zehn Kilometer über das einstige Schlachtfeld nach Castiglione, wo Rotkreuz-Gründer Henry Dunant und die Frauen des Dorfes gegen Skepsis und Widerstand ihrer Männer und Brüder die Verwundeten ohne Unterschied ihrer nationalen Herkunft in Kirchen und Häusern wuschen, verbanden und versorgten. Foto: rz/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPressDer aus dem benachbarten Rotkreuz-Kreisverband Jülich (Kreis Düren) stammende Rotkreuz-Funktionär diskutierte mit den Euskirchenern über Armutsbekämpfung und Katastrophenhilfe, aber auch über äußeres Image und inneren Korpsgeist der weltweit in der Förderation vernetzten über 97 Millionen Angehörigen von 197 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.
Die Euskirchener trafen in Genf auch mit dem Australier Matthiew Cochran, Pressesprecher der „International Federation of Red Cross and Red Crescent Societes“, zusammen sowie mit der Deutschen Nicole Engelbrecht, einer von acht Presseattachés des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), das ausschließlich in Kriegs- und Krisengebieten tätig wird. 
Der Euskirchener Rotkreuz-Kreisgeschäftsführer Rolf Zimmermann (rechts) traf in Genf auch mit dem Australier Matthiew Cochran zusammen, dem Pressesprecher der „International Federation of Red Cross and Red Crescent Societes“, der 197 nationale Rotkreuz-Gesellschaften angehören. Foto: ml/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/ Agentur ProfiPress
Rolf Zimmermann: „Wir vor Ort beim Roten Kreuz im Kreis Euskirchen verstehen uns als Basis des Internationalen Roten Kreuzes, einer Bewegung, die vom Schlachtfeld in Solferino ausgegangen ist und die ganze Welt erfasst hat.“ Der Euskirchener Kreisgeschäftsführer und seine Begleiter gewannen in Solferino und Genf ein intensiveres Gefühl für das Zusammenspiel und die Aufgabenteilung der beiden großen internationalen Rotkreuzgesellschaften.
Wenzel Hausmann: „Das ist auch historisch bedingt: Henry Dunant und seine Mitstreiter haben das IKRK schon 1863, vier Jahre nach der Schlacht von Solferino, gegründet, um dem Elend der Verwundeten zu begegnen, das waren damals noch 99,9 Prozent Soldaten. 
Die starke Nordrhein-Delegation bei der "Fiacollata 2010". Foto: ml/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/ Agentur ProfiPressAber schon die Erfahrungen im Ersten Weltkrieg haben gezeigt, dass das nicht reicht.“
Deshalb habe sich 1919 die Föderation gegründet. Man habe es also weltweit mit zwei Rotkreuz-Organisationen, aber nur einer Rotkreuz-Bewegung zu tun. Rolf Zimmermann: „Es hat gut getan, das an den wesentlichen Schauplätzen dieser Bewegung noch einmal ganz bewusst zu machen.“
pp/Agentur ProfiPress
(6.7.2010)
Weitere Bilder von der "Fiacollata 2010":

Foto: ml/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/ Agentur ProfiPress
Wenzel Hausmann aus Mechernich-Schützendorf im Internationalen Rotkreuz-Camp von Solferino. Der pensionierte Bankleiter und frühere Sprecher der Genossenschaftsbanken im Kreis Euskirchen mit Wohnsitz in Mechernich-Schützendorf nahm mit einer Delegation des Roten Kreuzes aus der Stadt Mechernich und dem Kreis Euskirchen an den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Schlacht von Solferino teil, die den Schweizer Kaufmann Henry Dunant zur Gründung des Internationalen Roten Kreuzes inspirierte.

Foto: ml/pp/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/ Agentur ProfiPress
Stimmung und pure Lebensfreude herrschten vor dem Start des Fackelzugs auf dem Burg- und Kirchplatz hoch über dem Dorf Solferino. 
Foto: rz/Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen/pp/ Agentur ProfiPress
Ein Moment mit Gänsehautgefühl ist es, wenn die ersten Fackeln angezündet werden und das Feuer von Mensch zu Mensch weitergegeben wird, um die Nacht auf dem einzigen Schlachtfeld zu erhellen.




















