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Herbie Feldmann ermittelt im Figurentheater

Ralf Kramp, Nartano Petra Grupe und Tameer Gunnar Eden
Ralf Kramp (links) schrieb den Kriminalroman „Hart an der Grenze“. Nartano und Tameer Eden inszenieren das Werk derzeit als Figurentheaterstück. Foto: Manfred Lang/pp/ Agentur ProfiPress
Nartano und Tameer Eden haben Ralf Kramps Krimi „Hart an der Grenze“ als Figurentheaterstück inszeniert – Bühne wie ein großer Adventskalender mit Kläppchen, hinter denen Kriminelles geschieht

Eines der ungewöhnlichsten Projekte im Umfeld der „Criminale 2010 Nordeifel“ entsteht derzeit in Mechernich-Holzheim. Die beiden Figurentheater-Künstler Nartano Petra und Tameer Gunnar Eden haben sich des Kriminalromans „Hart an der Grenze“ von Ralf Kramp angenommen und sind derzeit dabei, ihn nach allen Regeln ihrer Kunst als Bühnenstück umzusetzen.
Dabei erwartet die Zuschauer keinesfalls Kasperletheater für Kinder. Das moderne Figurenspiel genießt heute vielmehr längst den Ruf einer neu entdeckten Kunstform. Anders als im normalen Puppentheater bedient man sich hier nicht selten der offenen Spielweise, das heißt: die Figuren und die Schauspieler treten in unmittelbaren Kontakt zueinander, man kooperiert mit verschiedensten anderen Kunstgattungen unter Einbezug moderner Medien und arbeitet mit einer ganzen Palette an Darstellungsformen, die unter anderem auch das Schattenspiel miteinbeziehen.

„Uns hat an Kramps Roman vor allem der Humor gereizt, mit dem viele  der Eifeler Typen charakterisiert werden“, berichtet Nartano Petra Eden. Nicht nur Ermittler Herbie Feldmann und sein unsichtbarer Begleiter Julius gäben dem Roman eine sehr groteske Note, auch die im Roman auftauchende Familie Brock seien einfach herrlich dargestellt und verbreiteten viel Lokalkolorit. Für Eden gilt geradezu die Plumpsklo-Szene, die auf dem Hof der Familie Brock spielt, als Schlüsselszene des ganzen Romans.

„Es dürfte der erste Eifel-Krimi sein, der als Figurentheater umgesetzt wird“, berichtet Tameer Gunnar Eden. Für das Figurentheater sei der Stoff des Romans aber geradezu ideal, da man auch den unsichtbaren Julius sehr gut darstellen könne. „Unsere Inszenierung wirkt sehr filmisch, wir arbeiten quasi mit Nahaufnahmen und Totalen, das Bühnenbild ist recht aufwendig gestaltet und sieht aus wie ein riesengroßer Adventskalender, an dem sich immer wieder Türchen öffnen, um einen anderen Spielort zu zeigen.“

In Stuttgart studiert

Tameer und Nartano Eden
Tameer Gunnar Eden (l.) und Nartano Petra Eden mit den Hauptfiguren des Eifel-Krimis „Hart an der Grenze“, der am Samstag, 7. August, in Alendorf Premiere feiert. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress
Über die Idee, den Roman auf diese Weise umzusetzen, sei Ralf Kramp zunächst sehr überrascht, schließlich aber begeistert gewesen. „Wir freuen uns auch, dass Pfarrer Hans-Peter Meuser mitmacht und uns seine Kirche für die Aufführung zur Verfügung stellt“, so Eden weiter. Denn in der Alendorfer Alten Kirche soll die Premiere stattfinden – Alendorf und der Kalvarienberg spielen eine wichtige Rolle in dem Eifelkrimi.

Bereits im Oktober letzten Jahres startete das Figurentheater-Duo mit den Vorbereitungen zum Stück.


Denn die beiden Künstler, die ihr Handwerk an der Hochschule für Darstellende Kunst und Musik in Stuttgart erlernten, machen alles selber, das Skript, den Bühnen- und Figurenbau, die Beleuchtung, und falls nötig wird auch noch die Musik selbst komponiert.

Im Kramps Roman geht es um Dave Nizer, der als amerikanischer Soldat am Westwall kämpfte, verrät Eden. Als alter Mann kehre Nizer noch einmal an den Ort des Schreckens zurück und sei plötzlich tot. Eine Kugel aus einer alten deutschen Armeepistole habe sich durch seinen Schädel gebohrt, und jedermann denke, dass er freiwillig aus dem Leben geschieden sei. Nur Herbie Feldmann sei natürlich anderer Meinung und übernehme mit seinem unsichtbaren Begleiter Julius die Ermittlungen, unfreiwillig assistiert von einer lüsternen Anwaltstochter.

Da wichtige Teile der Buchvorlage in Alendorf spielen, findet dort auch im Rahmen des Wacholderfestes die Premiere statt, und zwar am Samstag, 7. August, um 18.30 Uhr in der Alten Kirche in Alendorf. Ralf Kramp will dabei zur Einführung seiner Krimifiguren Herbie Feldmann und dessen unsichtbaren Begleiters Julius aus einem seiner Werke lesen. Karten für die Veranstaltung für Jugendliche und Erwachsene gibt es bei der Gemeinde Blankenheim unter 0 24 49/8 72 22 oder an der Abendkasse.

pp/Agentur ProfiPress

(30.7.2010)