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Erschwommene Spende für Haiti

Scheckübergabe an Dr. Höfler
Mechernicher Grundschüler übergaben Dr. Barbara Höfler (am Scheck links) 2800 Euro für die Haiti-Hilfe des Vereins „Lespwa“. Das Geld war beim Sponsorenschwimmen der DLRG in der Eifel-Therme Zikkurat zusammengekommen, wie Bianca Tanzya (r.), Geschäftsführerin der Mechernicher DLRG, und Schulleiterin Rita Gerdemann (daneben) berichteten. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress
Schüler der Grundschule Mechernich überreichten Dr. Barbara Höfler vom Verein „Lespwa“ einen Scheck über 2800 Euro – Das Geld war beim Sponsorenschwimmen der DLRG in der Eifel-Therme Zikkurat zusammengekommen

Eine Spende von 2800 Euro übergaben am Donnerstagmorgen Schüler der Grundschule Mechernich an Dr. Barbara Höfler für den Verein „Lespwa“ („Hoffnung“). Der unterstützt Straßenkinder in Haiti, deren Situation sich nach dem verheerenden Erdbeben im Januar noch weiter verschlechtert hat – obwohl das Land auch vor der Katastrophe schon zu den ärmsten Ländern der Welt gehörte. Schulleiterin Rita Gerdemann berichtete, wie die stolze Summe zusammengekommen ist: „Die haben die Kinder erschwommen!“
Denn beim Sponsorenschwimmen, das der Mechernicher Ortsverein der DLRG (Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft) zusammen mit der Eifel-Therme Zikkurat für alle vier Grundschulen im Stadtgebiet organisiert hatte, legten sich die Grundschüler mächtig ins Zeug. Durch Sponsorengelder kamen insgesamt über 10 000 Euro zusammen, wie Hans-Peter Jansen von der DLRG berichtete. Ramtin Khazdouzian, Geschäftsführer der Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat, war von dem Mammut-Schwimmen so angetan, dass er den Schulen 500 Euro zusätzlich spendete.

Kinder auf der Hangrutsche
Die andere Hälfte des beim Sponsorenschwimmen erlösten Geldes steckte die Grundschule Mechernich in eine viel benutzte Hangrutsche. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress
Da wollte sich auch Alexander Koser, Betriebsleiter des Firmenicher Firmenicher Bowling- und Entertainmentcenters „Big Bowl“, nicht lumpen lassen: Vom Big Bowl machte er 300 Euro für die Schulen locker und legte als Vize-Deutscher Meister im Cocktailshaken von seiner Cocktailfirma „Freaky Fresh Cocktails“ nochmal 180 Euro drauf.

Schon aus der ersten Klasse der Grundschule Mechernich legte ein Schüler 50 Bahnen hin, aus der 4. Klasse gab es gleich drei Kinder mit 100 Bahnen und Alexander Frisch aus der 3c war mit 105 Bahnen Schwimmkönig.

5750 Euro kamen an der Grundschule Mechernich insgesamt an Sponsorengeldern zusammen, und auf den Vorschlag der Schulleiterin beschloss die Elternpflegschaft einstimmig, die Hälfte des Geldes an die Haiti-Hilfe zu spenden. Die Ärztin Dr. Barbara Höfler, die nach ihrer Pensionierung seit 1998 für die Straßenkinder in Haiti arbeitet, nahm den Scheck von den Kindern persönlich entgegen und war überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Schüler:

„Das ist wirklich ganz toll, mit dem Geld können wir in Haiti ganz viel helfen!“ Bianca Tanzyna, Geschäftsführerin der Mechernicher DLRG, lobte die Schüler kräftig: „Die waren so begeistert von der Aktion, manche mussten die Eltern förmlich aus dem Wasser ziehen!“

Den Rest des erschwommenen Geldes schoss die Schule für eine Hangrutsche dazu, die mit insgesamt 12 000 Euro zu Buche schlägt. Rita Gerdemann: „Die Kinder sind ganz begeistert von der Rutsche, die Investition hat sich also gelohnt.“ Nach der Scheckübergabe zog Barbara Höfler eine Film-DVD aus ihrer Tasche: „Ich habe Euch etwas mitgebracht, einen Film über Haiti, wie es jetzt nach dem Erdbeben aussieht.“

Dr. Barbara Höfler
Dr. Barbara Höfler, die seit 1998 Straßenkindern in Haiti beisteht, berichtete den Grundschülern von der Armut im Inselstaat. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress

Ein erster Film von „Lespwa“ hatte die Schüler seinerzeit so beeindruckt, dass Schülerinnen danach aufs Feld Blumen pflücken gegangen waren und den Verkaufserlös an die Haiti-Hilfe spendeten.

Der Verein „Lespwa“ unterstützt neben dem Straßenkinderprojekt der Salesianerpatres Don Bosco  das „Werk der kleinen Schulen des Pater Bohnen“. Dieses Hilfswerk ist im größten Elendsviertel „Site Soley“ (Stadt der Sonne) der Hauptstadt Haitis beheimatet. Rund 20 000 Kinder aus den Slums werden dort von den Don-Bosco-Salesianern unter der Leitung von Pater Zucchi Olibrice in 150 Kleinschulen, vier Zentralschulen und zwei Berufsschulen mit Werkstätten betreut.

„Ohne diese Unterstützung könnten die Kinder nicht lesen und schreiben lernen, denn die Eltern können ihnen nicht helfen: Die können nämlich oft selber nicht lesen und schreiben“, berichtete Dr. Höfler den Grundschülern.


pp/Agentur ProfiPress

(9.7.2010)