Pater Leo aus Indien feierte in Vussem
Weil ihn die Gemeinde St. Margareta seit über 30 Jahren bei seinem Waisenhausprojekt in Indien unterstützt, feierte Pater Leo jetzt sein Diamantenes Priesterjubiläum in Vussem. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPressSein Diamantenes Priesterjubiläum beging der indische Priester in St. Margareta, die Gemeinde, die sein Waisenhausprojekt seit über 30 Jahren unterstützt
Seit über 30 Jahren unterstützt die Pfarrgemeinde Vussem das „Aloysian Boys Home“, ein Waisenhaus in Kotekar vor den Toren der südindischen Stadt Mangalore. Der Kontakt zwischen den Vussemern und Indien kam durch Johannes Klinkhammer, Ortsvorsteher Vussem, und seine Frau Anneliese zustande: Die lernte Leo D’Souza noch zu Studentenzeiten 1966 auf einer Berlinfahrt des Max-Planck-Instituts kennen.
Anneliese Klinkhammer charakterisierte Pater Leo als offen für die Schwächsten der Gesellschaft. Sie lernte Leo D’Souza noch zu Studentenzeiten 1966 auf einer Berlinfahrt des Max-Planck-Instituts kennen, 1974 traute er sie mit Johannes Klinkhammer, seit Jahren Ortsvorsteher Vussem. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPressDer Jesuit, der nach seinem Studium an der Universität seines Ordens in Frankfurt-St. Georgen Priester und Theologieprofessor in seiner indischen Heimat wurde, traute Johannes Klinkhammer und seine Frau Anneliese 1974 in Holzheim.
Der persönliche Kontakt mit der Familie Klinkhammer zu dem Priester mit Doktortitel und Professur für Biologie, der acht Sprachen spricht und ein großes Herz für die Schwächsten der Gesellschaft hat, sprang bald auf die gesamte Gemeinde über: Seit 1978 nähen, häkeln, stricken, basteln und malen die Vussemer, um das Projekt von Pater Leo zu unterstützen. Der Jesuit begann Ende der siebziger Jahre mit einem Waisenhaus für zehn Kinder – mittlerweile werden 120 Kinder zwischen fünf und 18 Jahren in familienähnlichen Kleingruppen betreut und gefördert, 90 Jungen und 30 Mädchen.
„Es sind Kinder von der Straße, die Eltern sind im Gefängnis oder tot“, berichtete der Pater. Ihnen wird eine Schulbildung und oft auch spätere Ausbildung ermöglicht, sie bekommen Nahrung und werden medizinisch versorgt. Der Kontakt nach Vussem ist Pater Leo so wichtig, dass er am vergangenen Donnerstag sogar seine Diamantene Priesterweihe in der Vussemer Pfarrkirche St. Margarete feierte.
„60 Jahre sind vergangen, seit ich in Indien zum Priester geweiht wurde“, sagte Pater Leo (78) beim Gottesdienst. Wenn er zurückblicke, könne er sagen: „Der Herr hat mich begleitet!“ Seit 37 Jahren sei er mit der Eifel verbunden: „Deshalb bin ich dankbar, mein Diamantenes Priesterjubiläum hier feiern zu können.“
Johannes Klinkhammer, Ortsvorsteher von Vussem, besuchte schon mehrfach das „Aloysian Boys Home“, ein Waisenhausprojekt von Pater Leo in Indien. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPressIn seiner Predigt erinnerte er an die 613 Regeln für Israeliten, von denen im Alten Testament die Rede ist. „Aber Jesus sah, dass diese Regeln eine menschliche Barriere waren – eine Barriere, die verhinderte, zu Gott zu kommen, eine unerträgliche Last.“ Den größten Teil seiner 60 Jahre als Jesuiten-Pater habe er damit verbracht, Menschen von Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu befreien: „Denn die Arbeit im Kinderheim und der Handwerkerschule bedeutet genau dies. Von St. Margareta werde ich seit so vielen Jahren darin unterstützt!“
Auch die Realschule Mechernich unterstützt die Sozialprojekte von Pater Leo. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPressUlrike Dasburg von der Pfarrgemeinde sagte im Gottesdienst: „Das Teilen hat uns in der Eifel sehr gut getan.“ Anneliese Klinkhammer betonte: „Offen sein, das ist es, was Pater Leo am besten charakterisiert – offen für seine Studenten, für die Kinder, für Jugendliche, für Arme und Schwache.“
Das Aloyian Boys Home, das an das St. Aloysius College der Jesuiten angegliedert ist, verfügt über eine Grundschule und eine Technikerschule, an der die Kinder unter anderem Klemptner, Elektriker, Automechaniker, Computerfachmann oder Näher/in lernen können.
Pater Leo: „Sie lernen bei uns vor allem, auf eigenen Beinen zu stehen.“ Wenn keine Verwandten existieren, die sie nach ihrer Volljährigkeit aufnehmen können, vermittle man die erwachsen gewordenen Schützlinge in feste Arbeitsverhältnisse. Johannes Klinkhammer hat das Heim zusammen mit seiner Frau schon mehrfach selbst besucht, in Vussem werden regelmäßig Bazare und weitere Aktionen organisiert, um das „Aloysian Boys Home“ zu unterstützen.
pp/Agentur ProfiPress
(19.07.2010)




















