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Bussicherheitstraining für Senioren

Bussicherheitstraining für Senioren beim Mechernicher Busunternehmen Schäfer Reisen

Wie man auch im Seniorenalter sicher und einfach mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln mobil bleibt, konnten Teilnehmerinnen jetzt in einem Training beim Mechernicher Busunternehmen „Schäfer Reisen“ lernen. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress

Beim Mechernicher Busunternehmen „Schäfer Reisen“ konnten Senioren lernen, wie man Fahrpläne liest, Unfälle vermeidet und sicherer mit den „Öffentlichen“ unterwegs ist – Modellprojekt vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg in Kooperation mit Kreis Euskirchen, „Schäfer Reisen“, RVK, SVE und Kreispolizei

Damit Senioren sicher mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein können und sich besser mit Fahrplänen zurechtfinden, haben sich jetzt Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS), Kreis Euskirchen, das Mechernicher Busunternehmen „Schäfer Reisen“, Regionalverkehr Köln (RVK),  Stadtverkehr Euskirchen (SVE) und die Kreispolizei zusammengetan:
Markus Rügler
Markus Rügler vom Mechernicher Busunternehmen „Schäfer Reisen“ konnte den Seniorinnen einige Ängste nehmen, als er zeigte, wie man sich bei schließenden Türen richtig verhält. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress
In einem Modellprojekt, zu dem der Kreis Euskirchen vom VRS ausgewählt wurde, werden spezielle Kurse für Senioren angeboten. So gab es am Mittwochvormittag im Seminarraum von „Schäfer Reisen“ erst einmal für bereits busfahrende Senioren und „Umsteiger“ vom PKW auf die „Öffentlichen“ eine Einführung in das Fahrplanlesen. Wie findet man Zeiten und Linien, was ist ein Taxibus und was ein Anruf-Sammeltaxi und wie lange vor der Fahrt muss man die bestellen? So erfuhren die Teilnehmerinnen unter anderem, dass man den Taxibus auch als „Dauerauftrag“ buchen kann.

„Ich komme jetzt hoffentlich besser mit dem Fahrplan zurecht“, berichtete Ingelore Olschewski nach dem Fahrplan-Training, das Susanne Kratzke vom Kreis Euskirchen gehalten hatte. Die 72-jährige Ingelore Olschewski hat sich aus Altersgründen bewusst dazu entschieden, künftig das Auto stehen zu lassen und mit dem Bus zu fahren. Begeistert war sie auch vom praktischen Sicherheitstraining: Markus Rügler vom Busunternehmen Schäfer führte die Damen durch verschiedene Busse, machte auf Sicherheitsaspekte beim Einstieg und auf den Sitzplätzen aufmerksam.

An der Bushaltestelle fuhr dann ein Gelenkbus in einer leichten Kurve heran – bei vielen Haltestellen ein alltägliches Bild. Polizeihauptkommissar Tido Janssen hatte eine blaue Plastiktonne mitgebracht, die er in einigen Abstand zum Bordstein auf den Gehweg stellte. „Gleich sehen Sie, warum man reichlich Abstand zur Fahrbahn halten muss“, sagte er den Seniorinnen, als der Omnibus heranfuhr.

Demonstration eines Tonnenunfalles
Warum man immer ausreichend Abstand an der Haltestelle haben sollte, lernten die Seniorinnen in einer eindrucksvollen Demonstration. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress
Denn der große Vorbau des Busses ragte beim Einschwenken weit über den Kantstein hinaus und riss die Tonne um.

Auch beim Bremstest kam die Tonne wieder zum Einsatz, diesmal im Bus. Nachdem die Seniorinnen sicher Platz genommen hatten und die Tonne im Mittelgang postiert wurde, stieg der Fahrer bei lediglich 15 Stundenkilometer in die Bremse. Sofort setzte sich die Tonne einige Meter in Bewegung.

„Und jetzt mal bei Tempo 30“, forderte Heiko Herr vom Regionalverkehr Köln (RVK) auf.

„Gut festhalten“, rief der Fahrer, ging in die Eisen und mit lautem Rumpeln schoss die Tonne längs durch den Bus bis zum Fahrerraum.

Ingelore Olschewski: „Das sind schon eindrucksvolle Demonstrationen. Man weiß ja, dass man sich festhalten soll, aber so richtig ernst habe ich das nie genommen – jetzt werde ich besser aufpassen.“ Erleichtert war sie nach einer weiteren Demonstration von Markus Rügler: Er zeigte, was man tun soll, wenn sich die Bustüren schließen und man noch dazwischen steht. „In den Türgummis sind Sensoren eingebaut, wenn Sie da drauf drücken, geht die Tür sofort wieder auf“, sagte er. Ingelore Olschewski:

Demonstration eines Bremsmanövers
Nach dem Bremsmanöver mit Tonne im Mittelgang betonte eine Teilnehmerin, dass sie künftig immer eine Hand zum Festhalten freihalten will. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress
„Ich bin schon so oft eingeklemmt worden, allein für den Tipp hat sich der Kursus schon gelohnt!“.

Auch was man tun soll, wenn etwa die Handtasche in der Tür eingeklemmt ist, zeigte das Team. Rügler wies auch darauf hin, dass der Busfahrer nicht nur zum Bussteuern da sei. „Wenn Sie Fragen haben oder Hilfe brauchen, sprechen Sie ihn an“, betonte er.

Polizeihauptkommissar Tido Janssen bemerkte am Rande, dass Senioren zwar im Grunde nicht beim Busfahren verunglücken.

„Aber durch den demographischen Wandel nehmen immer mehr Senioren am Öffentlichen Personennahverkehr teil, deshalb sind uns diese Seminare in der Verkehrsunfallprävention sehr wichtig.“ Markus Rügler von „Schäfer Reisen“: „Für manche Senioren sind gerade die Fahrpläne eine große Hemmschwelle. Nach so einem Kursus können sie sich aber leicht zurechtfinden und werden so mobiler und unabhängiger – und das auch noch umweltfreundlich und kostengünstig.“

pp/Agentur ProfiPress

(2.7.2010)