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Grundschüler und Gymnasiasten forschen gemeinsam

Drittklaessler mit Caroline Dahmen vom staedt. Gymnasium in der Aula
Bevor es hinaus auf die Wildwiese ging, lehrte Caroline Dahmen vom städtischen Turmhof-Gymnasium die Drittklässler der Grundschule Lückerath den Umgang mit unterschiedlichen Hilfsmitteln, Untersuchungsmethoden und Bestimmungsbüchern. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Auf dem Weg zur Zertifizierung als „Nationalpark-Schulen Eifel“ kooperieren das städtische Mechernicher Gymnasium am Turmhof und die städtische Katholische Grundschule Lückerath miteinander – Forschungsbeginn auf der schuleigenen Wildwiese in Lückerath

Montagmorgen schwärmten Mechernicher Grundschüler gemeinsam mit Schulleiterin Rita Jenniges, ihren Klassenlehrern sowie die Biologielehrern Caroline Dahmen und Andreas Maikranz in die Natur aus, um Tier- und Pflanzenleben der schuleigenen „Wildwiese“ genauer unter die Lupe zu nehmen. ie man mit dem Spaten Bodenproben nimmt und das Erdreich auf allerlei Insekten und Kleinlebewesen

Die Schueler sammeln Insekten mit einem aufgespannten Regenschirm
Regenschirm verkehrt rum halten, an den Ästen rütteln - und schon hat man im günstigsten Fall eine ansehnliche Käfer-, Spinnen und Blattlausversammlung, die es zu analysieren gilt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
untersucht, wie man Insekten mit dem Kescher oder aber mit dem umgedrehten Regenschirm fängt und wie man Pflanzen systematisch bestimmen kann, das hatten die Drittklässler bereits zuvor in der Theorie gelernt. Die Naturforschung auf der Wildwiese ist kein losgelöstes Einzelprojekt der städtischen Katholischen Grundschule Lückerath, sondern Teil der einjährigen Kommunal-Patenschaft zwischen der Stadt Mechernich und dem Nationalpark-Förderverein. In diese Patenschaft hinein haben sich einige Schulen um ihre Zertifizierung als „Nationalpark-Schule Eifel“ beworben, so auch das städtische Mechernicher Gymnasium am Turmhof und

Gymnasiallehrer Andreas Maikranz erklaert die Entnahme von Bodenproben
Gymnasiallehrer Andreas Maikranz demonstriert den Lückerather Drittklässlern mit dem Spaten, wie man Bodenproben nimmt (links). Auch Schulleiterin Rita Jenniges (ganz rechts) ist mit von der Partie. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
die Katholische Grundschule am Bleiberg in Lückerath. Und diese beiden Schulen sind auch eine Kooperation im Rahmen des Nationalpark-Projektes eingegangen. „An dem zweijährigen Qualifizierungsprozess zur  Nationalpark-Schule beteiligen sich außer uns auch die Gemeinschaftsgrundschule Satzvey und die Realschule Mechernich“, so Rektorin Rita Jenniges. Das Projekt „Nationalpark-Schule“ steht unter der Schirmherrschaft von NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg und Schulministerin Barbara Sommer. Bei der Auseinandersetzung mit dem Kerngedanken eines Nationalparks („Natur Natur sein lassen - Natur darf sich, frei von menschlichen

Schueler beobachten Lehrer Maikranz bei der Bodenuntersuchung
Viele Grundschüler beugen sich interessiert über die Schale, in der Biolehrer Andreas Maikranz eine Bodenprobe auseinandernimmt und unter anderem auf Ameiseneier und Insektenlarven untersucht. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Eingriffen, wieder selbst entwickeln“) entschloss sich die Grundschule Lückerath, einen Teil ihres Wiesengeländes rund um die Schule als „Wildwiese“ sich selbst zu überlassen. Dabei wollen sie nun nach und nach forschen und folgenden Fragen auf den Grund gehen: Wird sich die Artenvielfalt bei den Wiesenblumen vergrößern? Wie schreitet die Besiedlung mit Insekten und anderen Tierarten voran? Verändert sich das Leben im Boden? „Um all diese Prozesse beobachten, dokumentieren und auswerten zu können, bedarf es der Unterstützung und dem Knowhow älterer Schüler und Schülerinnen“, so Schulleiterin Rita Jenniges: „Die Biologielehrer Andreas Maikranz und Caroline Dahmen vom Gymnasium am Turmhof waren sofort bereit, eine Kooperation zwischen den drei 3. Klassen der Grundschule und einer 6. Klasse bzw. der Jahrgangsstufe 12 des städtischen Mechernicher Gymnasiums am Turmhof einzugehen.“
Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses hatte es im Sommer vergangenen Jahres bereits eine Projektwoche zum Thema gegeben. Zuvor hatte Sabine Wichmann, Fachleiterin für den Sachunterricht am Studienseminar in Vettweiß und Projektkoordinatorin, an einer entsprechenden Fortbildung teilgenommen. In dieser Projektwoche lernten alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 – 4 zunächst die geographische Lage des Nationalparkes kennen, studierten die geschützten Tier- und Pflanzenarten und schrieben „Sachbücher“ hierzu.

Sie bauten den Nationalparkwald im Vergleich zum Wirtschaftswald „im Karton“ nach, besuchten die Wildniswerkstatt in Düttling, wo sie „Wald – Wasser – Wildnis“ entdecken und erleben konnten. Die 4. Klassen fuhren in die Jugendherberge nach Gemünd und unternahmen dort eine Exkursion zum Thema  Fledermaus mit Frau Dr. Körber, nachdem sie vorher in der Schule einen Diavortrag zu diesem Thema gesehen hatten.

Im Kunstunterricht der 3. Schuljahre bauten die Kinder mit ihrem Werklehrer Wolfgang Schmitz „Insektenhotels“ zur Unterstützung des biologischen Pflanzenschutzes. Die fertigen „Hotels“ stellen die Schüler und Schülerinnen in ihren eigenen Gärten auf und tragen so den Schutzgedanken auf „große Fläche“. Gleichzeitig lernen sie den Wert der Natur zu schätzen.

Unter der Leitung von Maria Böhmer töpferten die Jungen und Mädchen die Tiere des Nationalparks nach. Rita Jenniges: „So befinden sich im Eingangsbereich unserer Schule Wildkatzen, Wildschweine, Neuntöter, Schwarzspechte und Mauereidechsen.“ Ina Hamacher schaffte den entsprechenden Lebensraum dieser Tiere, indem sie mit den Schülern eine Wald- und Wiesenlandschaft gestaltete. Die zweiten Klassen bearbeiten als Schwerpunktthema den „Ameisenhaufen“, wobei die Wichtigkeit dieser Tiere im ökologischen Waldgefüge im Vordergrund steht.

pp/Agentur ProfiPress

(08.06.2010)