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Jetzt geht‘s dem Holzwurm an den Kragen

Werner Thomas links u.a. vor der Hosteler Kapelle

Werner Thomas (links) und seine Mitarbeiter sind stolz auf ihre Kapelle, ein Kleinod in der Kirchenlandschaft des Bistums Aachen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Mit Mitteln der Bistumsstiftung wird die Hosteler Kapelle unter Gas gesetzt, um Schädlingen im alten Gebälk den Appetit zu verderben – Kapellengemeinschaft sorgt sich seit Jahren intensiv um das kleine Gotteshaus aus der Spätgotik

Ohne Frage, sie ist eine der schönsten Gotteshäuser der Region: die Kapelle zu den Heiligen Drei Mauren und des Heiligen Hubertus in Hostel. Sie hat nur ein Problem: In ihrem Gebälk nagt der Holzwurm. Mit Mitteln der Prälat-Dr.-Erich-Stephany-Stiftung für Kirchen, Kunst und Denkmalpflege soll dem zerstörerischen Appetit der Schädlinge jetzt Einhalt geboten werden.
„Exakt 4000 Euro, die Hälfte der Gesamtkosten, hat das von Hans-Josef Siebertz beim Bistum Aachen betreute Stiftungsforum bewilligt, um Dachgebälk, Orgeltempore und hölzernes Mobilar der altehrwürdigen Hosteler Kapelle einer speziellen Gasbehandlung zu unterziehen“, berichtet die KirchenZeitung Aachen jetzt in ihrer aktuellen Ausgabe. Man erhoffe sich dadurch, dass wieder Ruhe im Gebälk einkehre, wo derzeit noch Hausbock, Gescheckter Nagelkäfer, Splintholzkäfer und andere Tierchen ihr Unwesen treiben.

In der Hosteler Kapelle
Altäre und Kunstschätze sind restauriert, jetzt muss die gesamte Inneneinrichtung begast werden, damit das Holz nicht erneut ein Opfer der Schädlingsinsekten wird. Foto: Manfred Lang/pp/ Agentur ProfiPress
Ohne diese Begasungsmaßnahme, so der Architekt Bernhard Steenmanns von der Abteilung Kirchenbau und Denkmalpflege des Aachener Generalvikariates, sei vieles Makulatur, das in den vergangenen Jahren in das Hosteler Kirchlein investiert wurde.

Und das, so die KirchenZeitung, sei eine ganze Menge gewesen: „Denn dank des Vorsitzenden Werner Thomas und seiner Mitstreiter im Kapellenvorstand wurden seit 2005 fast im Wortsinn Himmel und Erde in Bewegung gesetzt, um große Restaurierungsaufgaben mit kleinem Geldbeutel umzusetzen.“


Gemeinsam mit der Hilfe des Bistums sorgten die Hosteler dafür, dass sich jahrelang angehende Restauratoren der Fachhochschule Köln und  Experten des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege immer wieder des Kirchleins annahmen. 2006 heimsten sie sogar den Rheinischen Denkmalpreis ein, in dessen Jury der Aachener Bistums-Architekt Elmar von Reth vertreten war.

Weihbischof Karl Reger
Der emeritierte Weihbischof Karl Reger ist ein besonderer Freund des kleinen Gotteshauses. Er kam erst kürzlich zum Tabernakelfest nach Hostel. Foto: Michael Thalken/pp/Agentur ProfiPress
„Werner Thomas und seine Leute haben den Diplomanden der Fachhochschule Köln /University of applied Science Cologne (Prof. Dipl. Rest. H. Portsteffen) in den Jahren 2005 – 2009 Unterkunft und Verpflegung gegeben, da sind familiäre Freundschaften entstanden“, zitiert die KirchenZeitung Bernhard Steenmanns. Viele Ex-Studenten seien auch jetzt beim Tabernakelfest der Hosteler Kapelle mit Weihbischof Karl Reger dabei gewesen. St. Hubertus und die Heiligen Drei Mauern zähle zu den Lieblingskirchen des emeritierten Episkopus. 

Da sich die Gemeinde so außerordentlich für ihr kleines Gotteshaus einsetzt, fiel es auch dem Stiftungsforum nicht schwer, die Begasung der hölzernen Inneneinrichtung – sogar Teile des Gewölberückens sind aus Holz – zu finanzieren.

Werner Thomas, Wolfgang Velser, Peter Scheffler und Hubert Hilger sind die führenden Köpfe der Kapellengemeinschaft, die sich seit vielen Jahren erfolgreich für die Hosteler Kapelle einsetzt.


pp/Agentur ProfiPress

(22.6.2010)