Das Allerheiligste durch den Ort getragen

Die Geistlichen und die Gläubigen machten sich gemeinsam auf den Weg, um das Allerheiligste einmal rund um den Dorfanger zu tragen. Foto: mt/pp/Agentur ProfiPressSeit 100 Jahren darf in der kleinen Dorfkapelle in Hostel der Leib Christi aufbewahrt werden – Zum Jubiläumsfest kam der emeritierte Weihbischof Karl Reger als Festtagsprediger – Zahlreiche Gläubige nahmen an einer Prozession rund um den Dorfanger teil
Für den Durchgangsverkehr war der kleine Ort Hostel am vorletzten Sonntag komplett gesperrt. Grund war eine Prozession, bei der das Allerheiligste einmal rund um den schönen Dorfanger mit seinen Krim-Linden und zurück in die Kapelle „Zu den heiligen drei Mauren und St. Hubertus“ getragen wurde.
Die zahlreichen Gläubigen, darunter auch Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, freuten sich über einen ganz besonderen Gast an diesem heißen Tag: den emeritierten Aachener Weihbischof Karl Reger. Dieser war eigens eingeladen worden, weil er einmal die bescheidene Würde und Schönheit dieser in einigen Teilen bis zu 900 Jahre alten Kapelle gewürdigt hatte.

Der emeritierte Weihbischof Karl Reger war als Festprediger nach Hostel eingeladen worden, da er die Würde und Schönheit der Kapelle einmal gelobt hatte. Foto: mt/pp/Agentur ProfiPress„Gefeiert wurde nicht der Bau des Gotteshauses im 12. Jahrhundert, sondern der dauerhafte Einzug des Allerheiligsten im Jahre 1910“, weiß die aktuelle Ausgabe der KirchenZeitung Aachen zu berichten. Damals habe Anton Kardinal Fischer von Köln binnen weniger Tage die Erlaubnis erteilt, dass in der Pfarre Glehn das Allerheiligste unter bestimmten strengen und bis heute gültigen Auflagen neben der Pfarrkirche St. Andreas auch in der Filialkapelle Hostel aufbewahrt werden dürfe.
Ortspfarrer Heinz-Josef Arenz fragte sich allerdings, wie lange diese Auflagen und wie lange auch die wöchentliche Feier einer heiligen Messe angesichts von Priestermangel und Gemeindezusammenlegungen noch aufrecht erhalten werden könne. Weihbischof Karl Reger sah im Tabernakelfest hingegen einen Anlass, Mut zu fassen und sich der Gegenwart Christi mitten in der Gemeinde in den Gestalten von Brot und Wein zu freuen. Die KirchenZeitung: „Reger warb um Ehrfurcht vor Gott und Zuversicht im Vertrauen auf ihn: Werte, die die Eifeler Vorfahren in besonderer Weise geprägt hätten.“

Auch der Lückerather Diakon Manfred Lang nahm an der Tabernakelfeier teil und trug das Allerheiligste rund um den Dorfanger. Foto: mt/ppNach dem Festhochamt, zu dessen Gelingen auch der Kirchenchor Bleibuir-Eicks und der Musikverein Waldlust beitrugen, zog der Weihbischof mit dem Allerheiligsten durch Hostel, wo an zwei Stationsaltären der Sakramentale Segen gespendet wurde.
Neben Ortspfarrer Arenz trug auch der Lückerather Diakon Manfred Lang die Monstranz durch den Ort. Zahlreiche Gläubige, auch aus den mit Hostel in der GdG Mechernich-West verbundenen Pfarreien nahmen an der Prozession teil.
Anschließend war im Dorfgemeinschaftshaus für mehr als 200 Festtagsgäste eingedeckt worden. Der Kapellenvorstand um Werner Thomas hatte an alles gedacht und ein wirklich gelungenes Fest vorbereitet.
pp/Agentur ProfiPress
(16.6.2010)

Foto: mt/pp/Agentur ProfiPress
Vor der Kapelle beteten die Geistlichen ein letztes Mal, bevor die Monstranz wieder in die Kapelle zurückgetragen wurde.




















