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Wikinger eroberten Burg Satzvey

Wikinger im Kampf zu Pferde und ohne Pferd
Rund 2000 Besucher erfreuten sich auf Burg Satzvey an kämpfenden Wikinger-Horden. Bei der vierten Auflage der Veranstaltung erfuhren die Gäste auch allerhand Interessantes über die Nordleute. Foto: Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress
Die grimmigen Nordmänner waren aus ganz Deutschland angereist – In einer wilden Reitershow drehte sich alles um „Das Zepter der Pferdegötter“ – Wirkungsvolle Zaubertränke machten hinterlistige Anschläge zunichte

Auf Burg Satzvey waren am letzten Wochenende die Wikinger los. Mit einem Vorurteil musste allerdings aufgeräumt werden: Die Hörner auf den Helmen, wie man sie aus einschlägigen Filmen kennt, sind „historischer Humbug“. Dies zumindest betonte Mark Schwarz, der Veranstaltungsmanager von Burg Satzvey. „In

ein Feuerspucker 
Auch ein Feuerspucker sorgte für die Unterhaltung der Gäste. Sein Treiben dürfte aber historisch gesehen, ebenfalls nicht ganz korrekt gewesen sein. Foto: Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress
der Tat hat man bei Ausgrabungen Trinkhörner neben den Helmen gefunden und zunächst als kriegerische Symbole gedeutet. Hollywood hat diesen Gedanken begeistert aufgegriffen, und mit dem ersten Film war dann eines von vielen Wikinger-Klischees zementiert“, berichtet Claudia Hoffmann jetzt im „Kölner Stadt-Anzeiger“. Mehr als 2000 kleine und große Besucher kamen auf Burg Satzvey, um sich das Treiben der Händler, Feuerspucker und Fakire anzuschauen. Die Wikingerfreunde waren aus allen Teilen Deutschlands angereist, um ein Wochenende lang unter möglichst historisch

ein Wikinger in Kostuempracht
Sie kamen aus ganz Deutschland und präsentierten sich zuweilen in den schönsten Kostümen. Foto: Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress
exakten Bedingungen zu leben. „Bei Wikingerfesten kommt man der Erwartungshaltung der Zuschauer in einigen Punkten aber auch schon mal entgegen. So fand sich in der Reitershow »Das Zepter der Pferdegötter« neben original nachgeschneiderten Kostümen auch die eine oder andere nicht überlieferte Fellgewandung“, so Hoffmann weiter. Die Handlung des Stücks führte die Besucher in das Jahr 859 nach Christus – eine Zeit, in der der gesamte Norden Europas heidnisch war. Seit Generationen tobten dort unzählige Kleinkriege, Verwandte bekämpften sich auf verschiedenen Seiten, und täglich fielen „gute und ehrbare“ Krieger. Um diesem sinnlosen Gemetzel ein Ende zu bereiten, beschlossen die Sippen, dem Land mit einem Großkönig und dem sagenumwobenen magischen Zepter der Pferdegötter wieder Frieden zu bringen.


Heimdalls Erben


„Pferde standen denn auch im Mittelpunkt der Wettkämpfe. Beeindruckend war, mit welchem Können Pferd und Reiter die Kampfbahn hinauf und hinab preschten. Stets im Galopp gaben „Heimdalls Erben“ - die Reitertruppe zeigte ihr Können bereits häufiger auf dem Burggelände - ihren Pferden die Sporen“, schwärmte Johannes Mager in der „Kölnischen Rundschau“.

Wikinger zu Pferd
Zu Pferd und zu Fuß wurde beim Wikinger-Spektakel auf Burg Satzvey das Schwert geschwungen. Bei den nordischen „Spielen ohne Grenzen“ siegten schließlich die Schweden. (Bild: Hoffmann)
Als weiblicher Herold habe Claudia Hörstkamp alias Disa, die Rote, die rauen Männer wie Holdger Ulfgardsson, Ragnar Robertsson oder Harald Schönhaar dirigiert. Und sie habe, wenn es nötig war, auch einmal selbst zur Waffe gegriffen. Es galt für die schwedischen Recken um Anführer „Holdger Ulfgardson“ und die norwegischen Mannen unter „Ragnar Robertson“, ein Duell mit insgesamt 21 kämpferischen Disziplinen zu gewinnen. „Kurzspeere, Ringe und Äxte flogen durch die Lüfte, trafen oder verfehlten ihr Ziel, Schweinsblasen zerplatzen mit lautem Knall, hölzerne Wildschweine bangten um ihr Leben, und wirkungsvolle Zaubertränke machte hinterlistige Anschläge zunichte“,

ein kleiner Wicki
Richtige „Wickinger“ haben Hörner, meinte dieser Knirps. Womit er historisch gesehen allerdings falsch lag. Foto: Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress
so der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Applaus des Publikums habe schließlich die Schweden zu Siegern und neuen Herrschen im Land „aus Feuer und Eis“ gekürt. Die „Kölnische Rundschau“ fügt hinzu: „Neben den Kämpfen präsentierten »Heimdalls Erben« die lyrische Seite der Wikinger. Zwischen den Waffengängen habe einer der Fußkämpfer die Zuschauer nämlich mit witzigen Geschichten unterhalten.



pp/Agentur ProfiPress

(17.05.2010)