Stephanusschule ist jetzt Bildungspartner
Bei der Unterschrift zur Bildungspartnerschaft: Gerhard Ohliger (l.), Leiter der Stephanusschule Bürvenich, und Dr. Josef Mangold, Direktor des LVR-Freilichtmuseums Kommern, wollen mit ihrer Zusammenarbeit Schülern besseres Lernen ermöglichen. Foto: gte/pp/Agentur ProfipressLVR-Freilichtmuseum Kommern und Bürvenicher Förderschule wollen künftig eng zusammenarbeiten – „Kommerner Museum als außerschulischer Lernort ideal“
„Warum kann unsere Schule eigentlich nicht hier im Freilichtmuseum sein?“, fragte Dennis, Schüler der Stephanusschule in Zülpich-Bürvenich, kurz vor der Vertragsunterzeichnung einer besonderen Bildungspartnerschaft: Dr. Josef Mangold, Direktor des LVR-Freilichtmuseums Kommern, und Gerhard Ohliger, Leiter der Zülpicher Förderschule, wollen gemeinsam das Projekt „Schüler wohnen im Museum“ weiterentwickeln.
Schüler der Stephanusschule berichteten von ihren vielen Erlebnissen im Freilichtmuseum Kommern. Durch die Kooperation ist für die Stephanusschule künftig einmal im Jahr eine Woche „Schüler wohnen im Museum“ reserviert. Foto: gte/pp/Agentur Profipress
Bei der museumspädagogischen Woche tauchen die Kinder fern von Computer und Fernseher in den Arbeitsalltag des 19. Jahrhunderts ein: Morgens stochen sie den Ofen an, tagsüber gehen die Kinder mit dem Landwirt aufs Feld, flechten Topfuntersetzer aus Weidenruten, bauen mit der „Musfallskrämerin“ Mäusefallen aus Draht, backen Brot im holzgefeuerten „Backes“ und versorgen die vielen Museumstiere mit. Das beeindruckte die Schüler sehr, wie sie bei der kleinen Feierstunde zur Vertragsunterzeichnung berichteten.
So meinte Lukas: „Das Leben war ganz anders, es gab halt keine elektrische Spülmaschine oder einen Elektroofen.“
Sarah war von der Mitarbeit bei der Weberin begeistert, eine andere Schülerin staunte darüber, mit wie viel Mühsal in vergangenen Zeiten Wäsche mit Waschbrett und Wäschestampfer gereinigt wurde und Dinge für den täglichen Bedarf oft nicht gekauft, sondern selbst hergestellt werden mussten.
Museumschef Mangold: „Das ist genau der Effekt, den wir erreichen wollen: Die Kinder können erleben, dass das Leben früher nicht besser oder schlechter, sondern eben anders war – und oft mit mehr körperlichen Mühen verbunden.“ Durch die Kooperation, durch die der Schule ein fester Termin in dem für teilweise Jahre vorgebuchtem Projekt garantiert wird, könne das Museum das Programm gezielt an die Bedürfnisse der Schule und den Entwicklungen im Lehrplan anpassen.
Umgekehrt profitiert die Schule von dem Projekt sehr, wie Leiter Ohliger betonte: „Das ist eine wesentliche Maßnahme für uns, der große Lerneffekt in der Klasse ist ein großer Gewinn.“ Denn wie Konrektorin Edeltraud Lorenzen berichtete, bietet das Museum hervorragende Voraussetzungen für ihre Schützlinge: „Hier können sie mit Spaß über das Erleben und Tun lernen. Wenn etwas praktisch erfahren wurde, können die Schüler das besser verstehen und behalten es auch, beispielsweise bei mathematischen Zusammenhängen, die sonst schwer für unsere Schüler erlernbar wären.“
Außerdem ermöglicht das Museum den Schülern eine enge Anbindung an die Museumsschreierei, wie Dr. Mangold sagte: „Das kann auch sehr wertvoll für die Berufsorientierung sein.“ Schulleiter Ohliger: „Hier gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, so ein außerschulischer Lernort ist ideal für uns.“
Wie Museumspädagoge Claus Cepok berichtete, gibt es seit 1983 das Projekt „Schüler wohnen im Museum“. Bis zu 32 Schüler und fünf Begleitpersonen können an dem Projekt teilnehmen. Dass nach zwei Kölner Gymnasien und der Astrid-Lindgren-Schule Schleiden jetzt eine zweite Förderschule in den Genuss der Kooperation kommt, ist Josef Mangold wichtig: „Es ist auch der Auftrag des Landschaftsverbandes, sich auch um Schülerinnen und Schüler zu kümmern, die besonders gefördert werden müssen. Hier im Freilichtmuseum Kommern sind wir für alle Menschen da und haben optimale Möglichkeiten, damit die Besucher mit Freude etwas lernen können.“
pp/Agentur ProfiPress
(29.04.2010)




















