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Obst für die Grundschulen

Kind mit Apfel im Vordergrund
Obst und Gemüse für alle soll es ab Mitte März kostenlos in der Kommerner und der Lückerather Grundschule geben. Foto: Gudrun Klinkhammer/ pp/Agentur ProfiPress
Die kath. Grundschulen in Kommern und Lückerath dürfen am „Schulobstprogramm“ der Landesregierung NRW teilnehmen – Ab Mitte März soll es bereits losgehen, dann steht für den Nachwuchs täglich 100 Gramm Obst oder Gemüse kostenlos bereit

Esst mehr Früchte, und ihr bleibt gesund!“ – Dies ist sicherlich einer der ältesten Slogans. Aber er scheint immer noch seine Richtigkeit zu haben, zumindest, wenn man das neue „Schulobstprogramm“ der Landesregierung betrachtet, das gesunde Ernährung in die Stundenpläne der Klassen eins bis vier einbinden möchte.

Drei Grundschulen und eine Förderschule dürfen im Kreis Euskirchen am Schulobstprogramm teilnehmen, wie gestern der Landtagsabgeordnete Clemens Pick in einer Pressemitteilung bekannt gab. Bis Ende Januar 2010 konnten sich die insgesamt 3500 Grund- und Förderschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) bewerben. Bestimmte Kriterien wie Ernährungsschwerpunkte im Rahmen des Unterrichts oder auch Kühlmöglichkeiten für Obst und Gemüse in den Schulgebäuden waren zu erfüllen.

750 Schulen nahmen an der Ausschreibung teil. 355 wurden auserkoren, die die Bedingungen erfüllten. Den Zuschlag für das Schulobstprogramm im Kreis Euskirchen erhielten die katholischen Grundschulen in Kommern und Lückerath, die Gemeinschaftsgrundschule in Blankenheim und die Stephanusschule in Bürvenich.

Obst und Gemüse für Kinder
Ab Mitte März soll es los gehen, dann stehen für jedes Kind 100 Gramm  an frischem Obst oder Gemüse kostenlos bereit. Symbolfoto: mt/pp/ProfiPress
„Mitte März 2010 soll es schon losgehen. Dann sollen für jedes Kind (756 ausgewählte Schülerinnen und Schüler im Kreis) pro Schultag 100 Gramm Obst oder Gemüse bereitstehen. Genannt werden 22 Obst- und zehn Gemüsesorten. Neben Äpfeln schlägt das Land Birnen, Bananen, Blaubeeren, Brombeeren, Jostabeeren, Mirabellen, Stachelbeeren und Zwetschgen vor. Für die Gemüseabteilung werden Gurken, Kohlrabi, Paprika, Sellerie, Speiserüben und Zucchini aufgeführt“, berichtet jetzt Gudrun Klinkhammer im „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Optimale Programmergänzung

In der Pressemitteilung des Landes heißt es weiter: „Obst und Gemüse sollen jedoch nicht nur einfach in den Schulen angeliefert werden, sondern gemeinsam von Lehrern und Kindern mundgerecht zubereitet und der Verzehr in den Unterricht integriert werden.“ Die von der Landesregierung bereits auf den Weg gebrachten Projekte „Kein Kind ohne Mahlzeit“ und „Schulmilch im Fokus“ will man durch das Schulobstprogramm nun optimal ergänzen.

Das Geld für die kostenlosen Obstportionen kommt aus EU-, Bundes- und Landestöpfen. Für jede Portion wird ein Betrag von 28 Cent kalkuliert. Die erste Schulobst-Phase soll bis Ende des laufenden Schulhalbjahres laufen, dann möchten die Verantwortlichen eine erste Bilanz ziehen. Doch auch für das kommende Schuljahr, 2010/2011, können sich bereits Schulen bewerben.

„Angelaufen ist jetzt auch die Ausschreibung für die Zulieferer. Über die praktische Umsetzung des Schulobstprogramms wird derweil noch debattiert. Die Blankenheimer Schulleitung wollte das Thema erst einmal im Lehrerkollegium besprechen. Schneller reagierte die Grundschulleitung in Kommern. Uli Lindner-Moog, der stellvertretende Schulleiter, sagte gestern Morgen: »Unser Schulleiter Willy Gemünd hat den Schülerinnen und Schülern, nachdem wir vom Zuschlag gehört hatten, ein Schreiben an die Eltern mitgegeben«“, so Klinkhammer weiter. Darin würden die Eltern über den Sachstand informiert und um Mithilfe gebeten. In Kommern stünden zwar der oder die Zulieferer noch nicht fest. Klar sei allerdings, dass ein oder mehrmals pro Woche das Obst in Mehrwegkisten angeliefert werden soll.

Kinder greifen nach Äpfel auf einem Baum

Obst und Gemüse sollen für die Kleinen jetzt in unmittelbare Nähe rücken. Symbolfoto: mt/pp/Agentur ProfiPress
„Unsere Schule zählt 386 Kinder. Wir suchen nun einige Eltern, die die Ware in der Küche unserer Offenen Ganztagsschule annehmen und in 16 Klassenpakete sortieren“, berichtete Lindner-Moog dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Sollte etwas übrig bleiben, könnte dies in der Schulküche verkocht werden oder notfalls an die Mechernicher Tafel weitergegeben werden. Auch überlege die Schulleitung, einen Komposthaufen anzulegen.

In einer Glosse unter dem Titel „Nicht ganz ohne Risiko“ spöttelt Gudrun Klinkhammer, dass es wohl erheblicher Disziplin bedarf, „wenn einige hundert Grundschüler anfangen, Orangen zu schälen, Äpfelchen zu schnippeln oder Traubenkerne umherzuspucken.“

Und sie stellt sich die tollsten Szenen vor: „Was passiert, wenn die lieben Kleinen ein Messerchen kriegen, um die Möhrchen zu schälen oder die Kohlrabi zu zerteilen? Mit diesen Geräten lässt sich auch hervorragend an Schulmöbeln herumschnitzen oder ein Federmäppchen zerlegen.“

Darüber hinaus stellt sie die Frage, was geschieht, wenn ein Kind nun keine Möhren oder Äpfel mag, und fragt sich, ob die Pädagogen dann intervenieren und erklären müssen, warum Obst und Gemüse so gesund sein soll?  Ihr Fazit: „Man wird noch Erfahrungen sammeln müssen, grau ist alle Theorie. Wichtig ist jedoch, dass die Kinder gesund bleiben und etwas fürs Leben lernen.“

pp/Agentur ProfiPress

(1.3.2010)