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Willi Greuel geht in den Ruhestand

Willi Greuel
Gemeinsam mit der Hilfsgruppe Eifel hat Willi Greuel bereits an die fünf Millionen Euro für schwerkranke Kinder zusammengetragen. Foto: gte/pp
Der Lückerather verabschiedet sich am Freitag, 12. März, aus der Bauzentrale Schumacher, bleibt aber auch als Rentner der Hilfsgruppe Eifel erhalten – 1945 in der Mechernicher Bergstraße als fünftes Kind geboren

Beruflich oder privat – Willi Greuel kennt „seine Eifeler“, und das macht den Erfolg des Hilfsgruppenchefs aus Lückerath aus, der jetzt zum Glück jedoch nur seine beruflichen Zelte in der Kaller Bauzentrale Schumacher abbauen wird.

Am Freitag, 12. März, wird sich Willi Greuel von „seinen“ Kunden und Kollegen verabschieden. „Für uns ist das nicht ganz so einfach; wir haben ewig zusammengearbeitet, in guten und in schlechten Zeiten und dann berührt einen das auch menschlich schon sehr“, so der Geschäftsführer der Bauzentrale, Ralf Schumacher.
 
„Im März 1945 kam Greuel in der Mechernicher Bergstraße als fünftes Kind, sozusagen als Nachzügler zur Welt.

Willi Greuel organisiert die Lückerather Kinderkirmes

Die jährliche Kinderkirmes in Lückerath wäre ohne Willi Greuel nicht vorstellbar. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

In der ihn prägenden Nachkriegszeit erfuhr er am eigenen Leibe, dass in der Bergstraße die »Malocher« zu Hause waren, dass man sich hier selbst erziehen musste und dass man halt dorthin ging, wo es in der Nachbarschaft etwas zu essen gab“, berichtet Herbert Born in der kommenden Ausgabe des „Schleidener Wochenspiegel“.

Nach dem Ende der Volksschulzeit begann Willi Greuel im Baustoffhandel Anton Müller KG in der Turmhofstraße eine Lehre, weil er damals für seinen „Traumberuf Postbote“ einfach zu klein gewesen sei. Fortan sei er dann mit allem Möglichem („Sujar met Koks en dä Keller scheppe!“) beschäftigt gewesen.

Garten und Enkeltag

Born weiter: „Nach seiner Bundeswehrzeit bei der Marine in Glückstadt und Flensburg und der Rückkehr zu den Müllers nach Mechernich wechselte Willi Greuel dann zwei Tage nach seiner Hochzeit mit Kati Schumacher zum 1. Oktober 1969 nach Kall an die Trierer Straße, dem damaligen Sitz der Bauzentrale Schumacher KG.

Ramtin Khazdouzian und Willi Greuel
Hilfsgruppenchef Will Greuel (rechts) wird ab Freitag mehr Zeit für seine Projekte haben, so zum Beispiel für die Oldienacht, die er diesmal gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat, Ramtin Khazdouzian, auf die Beine stellen will. Foto: gte/pp/ProfiPress
Damals sei dort noch ausschließlich im »Handbetrieb« gearbeitet worden, so dass die Anschaffung eines Gabelstaplers schon etwas ganz Besonderes gewesen sei.“  Als künftiger Rentner will Greuel, so verriet er Born, zunächst einen Lehrvertrag bei seiner Frau unterschreiben, seiner großen Leidenschaft „Garten“ frönen und einen „Enkeltag“ verbindlich festlegen.

Doch nicht so sehr wegen seiner Arbeit in Kall, sondern weit mehr als Chef der Hilfsgruppe Eifel ist Greuel in der Region bekannt.

Beim „Wochenspiegel“-Gespräch wurde auch von den Anfängen der Hilfsgruppe Eifel gesprochen, wobei Willi Greuel ganz besonders seinem Chef, Geschäftsführer Ralf Schumacher, für das stetige Verständnis und die ständige Unterstützung dankte. „Als die Firma Schumacher 1990 ihr 100-jähriges Bestehen mit einer großen Oldie-Zeltnacht und mit Hilfe des Kaller »Maigeloog« feierte und dabei rund 32 000 Deutsche Mark Erlös erzielte, suchten Willi Greuel und Helmut Lanio nach dem »guten Zweck« – und wurden bei Professor Bode in Bonn und den Tschernobyl-Kindern fündig“, so Born. Hier habe es den ersten Eintrag in der „Bilanz der guten Taten“  gegeben.

Dank Unterstützung der Eifeler Bevölkerung hat die Hilfsgruppe Eifel bis heute knapp fünf Millionen Euro Spenden gesammelt, die vorwiegend für schwerstkranke Kinder eingesetzt wurden. Für die „Hilfsgruppen-Väter“ Willi Greuel und Helmut Lanio habe der „soziale Aspekt“ dabei stets im Vordergrund gestanden.

pp/Agentur ProfiPress

(9.3.2010)