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Ein Jahr gemeinsame Bauaufsicht Mechernich und Zülpich

(v. l.) Thomas Schiefer, Ralf Gehlen, Marcus Seel, Albert Bergmann, Ulf Hürtgen, Dr. Hans-Peter Schick
Die gemeinsame Bauaufsicht Zülpich und Mechernich ist eine Erfolgsgeschichte, berichteten jetzt Thomas Schiefer (v.l.) Mechernicher Stadtplaner, Ralf Gehlen, Bauaufsicht der Stadt Mechernich, Marcus Seel, für die Zülpicher Baubelange zuständig, Albert Bergmann, Bürgermeister der Stadt Zülpich, Ulf Hürtgen, Erster Beigeordneter der Römerstadt, und Dr. Hans-Peter Schick, Bürgermeister der Stadt Mechernich. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress
Resümee fiel durchweg positiv aus – Mehr Bürgerfreundlichkeit, kürzere Wege und ein effektives Team

Seit einem Jahr hat die Stadt Mechernich die Aufgabe der Bauaufsicht für die Stadt Zülpich übernommen.

Bei einem Resümee am Montagvormittag im Zülpicher Rathaus konstatierte Zülpichs Bürgermeister Albert Bergmann:
„Andere reden von der interkommunalen Zusammenarbeit – wir leben sie, und zwar sehr erfolgreich!“ Denn die Ziele der Kooperation, mehr Bürgerfreundlichkeit und kürzere Wege für die Bürger, seien deutlich erreicht worden. Bergmann berichtete, wie es zu der Zusammenarbeit gekommen ist:

„Als wir zu einem bestimmten Termin die 20000-Einwohner-Marke überschritten hatten, konnten wir die Bauaufsicht entweder selbst vom Kreis übernehmen oder sie an eine andere Kommune delegieren.“

Wie Ulf Hürtgen, Erster Beigeordneter der Römerstadt, sagte, wäre der Aufbau einer eigenen Bauaufsicht  zu kostspielig gewesen – zumal die Kommune dann laut Gemeindeordnung auch noch weitere Aufgaben wie Rechnungsprüfung und Straßenverkehr zusätzlich hätte übernehmen müssen. Albert Bergmann: „Außerdem platzt unser Rathaus eh aus allen Nähten, wir hätten gar keine Büros dafür gehabt.“

Und der Weg nach Mechernich habe wesentlich näher gelegen als der nach Euskirchen, so Bergmann. Also sprachen die Zülpicher die Stadtverwaltung Mechernich an. Dr. Hans-Peter Schick, Bürgermeister der Stadt am Bleiberg: „Mechernich hat seit dem 1. Januar 2000 eine eigene Bauaufsicht, durch Vorerfahrungen unserer Mitarbeiter konnten wie die Behörde schnell und erfolgreich zum Laufen bringen.“ Mit dieser Sicherheit im Hintergrund war Mechernich gern bereit, als erste Kommune im Kreis in einem Pilotprojekt die Bauaufsicht für eine andere Stadt zu übernehmen.

Der Ratsbeschluss der Stadt Zülpich zu der gemeinsamen Bauaufsicht fiel einstimmig aus. Und so kam Marcus Seel von der Bauaufsicht des Kreises Euskirchen am 1. April 2009 ins Mechernicher Rathaus. Dort ist er seitdem für die Belange der Zülpicher in Bauangelegenheiten zuständig. Allein 165 Bauanträge und dazu zahlreiche weitere Anfragen, Teilungs- und Abgeschlossenheitsgenehmigungen hat er seitdem bearbeitet. Um die Wege für die Zülpicher kurz zu halten, ist Seel zweimal die Woche im Rathaus der Römerstadt im Zimmer 209 vor Ort: Dienstags von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr und donnerstags von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Hinzu kommen frei vereinbarte Termine, „und ich schaue auch auf meinem Weg von oder zur Arbeit bei den Bauherren vorbei“, sagte Marcus Seel. Rund 90 Prozent der Antragsteller machten von den Sprechstunden in der Römerstadt Gebrauch.

Wie Mechernichs Stadtplaner Thomas Schiefer konstatierte, passt die Zusammenarbeit mit Seel sowohl fachlich wie menschlich. Zusammen mit den Mechernicher Mitarbeitern Ralf Gehlen und Elena Fetter sowie Helga Schmidt, die den ordnungsbehördlichen Teil abdeckt, habe sich ein starkes Team gebildet, das auch durch Erfahrungsaustausch sehr effektiv sei. Wie Bürgermeister Schick erklärte, hat das nicht nur für die Bürger Vorteile: „Wir sind auch froh, dass wir personell mit Marcus Gehlen etwas breiter aufgestellt sind. Im Krankheits- oder Urlaubsfall springen die Mitarbeiter gegenseitig ein.“

Der Weg für die Zülpicher, die bis vor einem Jahr nach Euskirchen ins Bauamt mussten, ist nicht nur räumlich näher geworden, wie Marcus Seel sagte: „Durch den persönlichen Kontakt vor Ort kann man Missverständnisse schnell ausräumen und viele Dinge im Vorfeld klären. Allein durch die Verkürzung des Postwegs gewinnt der Bauherr etwa eineinhalb Wochen.“ Ihm selbst bringe es auch mehr Spaß, wenn er eine Sache in einem Zug bearbeiten könne und eine Akte nicht immer wieder herauskramen müsse. Wie Mechernichs Stadtplaner Thomas Schiefer sagte, gibt das Team zwischendurch besonders viel Gas: „Bei einem jungen Ehepaar mit einer hochschwangeren Frau haben wir den Bauantrag in vier Tagen erledigt!“

Bürgermeister Dr. Schick wies auf einen weiteren Vorteil hin: „Langwierige Entscheidungsprozesse kosten viel Geld. Wenn der Wirtschaftsförderer mit einem Investor gleich im Nebenzimmer mit dem Stadtplaner und der Bauaufsicht etwas klären kann, hat das für alle einen Nutzen.“ Dies gelte sowohl in Mechernich wie in Zülpich. Mit der Übernahme der Zülpicher Bauaufsicht habe die Bleibergkommune sich aber nicht „die Rosinen“ herausgepickt: „Die Rosinen kamen auf uns zu, außerdem müssen die auch gehegt und gepflegt werden, und schließlich ist die Bauaufsicht kein finanzielles Gewinngeschäft.“

Für drei Jahre übernimmt Mechernich die Aufgabe auf eigenes finanzielles Risiko, danach wird „spitz abgerechnet“. Durch Gebühren und eventuelle Bußgelder könne man etwa auf „null“ kommen, wie Schiefer sagte. Wie das Bauaufsichtsteam Seel, Gehlen und Schiefer als Fachbereichsleiter erklärten, seien Bußgelder aber eher selten: „Wir klären Probleme meist am Telefon, ehe es zu Bußgelder kommen muss und beraten im Vorfeld.“ Bei Schwarzbauten sei das allerdings etwas anderes.

Ansonsten sei man immer bemüht, den Ermessenspielraum zugunsten der Bürger zu nutzen. „Das bekomme ich auch von vielen Bürgern bestätigt“, so Albert Bergmann, „Rat und Verwaltung sind auch sehr zufrieden, und ich habe keinen Zweifel, dass es mit der Zusammenarbeit auch in Zukunft so gut weitergeht!“

pp/Agentur ProfiPress

(29.03.2010)