Jederzeit wieder Afrika

Stephanie Janssen (ganz links) führte in den Dankgottesdienst für Schwester Jutta ein, die Sternsinger sangen "Heller Stern, leuchte in der Dunkelheit" für die Tausende Kilometer entfernte goldene Ordensjubilarin in Namibia. Die Missionsschwester stammt aus der Stadt Mechernich, aus Firmenich. Foto: Konrad Hamacher/pp/Agentur ProfiPressDankgottesdienst zum Goldenen Ordensjubiläum von Schwester Jutta
In Abwesenheit der Jubilarin, aber in ausdrücklicher Verbundenheit und Dankbarkeit feierte die Pfarrgemeinde St. Hubertus das Goldene Ordensjubiläum der aus dem Dorf stammenden Missionsschwester Jutta. Zelebranten waren der frühere Pfarrer Jakob Biester und Prof. Dr. Dr. Hans F. Fuhs.
Eine gute Woche nach den Feierlichkeiten in Namibia begrüßte Stephanie Jansen in der St.-Hubertus-Pfarrkirche Obergartzem die von Familienangehörigen, Pfarrmitgliedern, aber auch von vielen Freunden und Gönnern von Schwester Jutta sehr gut besuchte Festversammlung zur Vorabendmesse.

Zuletzt im September 2008 war Schwester Jutta in Firmenich/Obergartzem, um sich vor allem für die zahlreichen Spenden zu bedanken. Das Foto zeigt sie mit ihren Freunden Gertrud und Konrad Hamacher sowie mit Stephanie Janssen (v.l.) vor der örtlichen Pfarrkirche St. Hubertus. Foto: Gunnar Tameer Eden/pp/Agentur ProfipressIn einem Bildervortrag zeigte sie einen Überblick über Leben und Wirken von Schwester Jutta. Sie war 1935 als Maria Nöthen als ältestes von fünf Kindern in Wisskirchen geboren worden. Als sie ein Jahr alt wurde, zog die Familie nach Firmenich. Vom Ordenseintritt war die Familie zunächst nicht begeistert, bedeutete das doch zu jener Zeit, dass man Tochter und Schwester so gut wie nie mehr wiedersehen würde. Gleichwohl legte Schwester Jutta am 11. Februar 1960 ihre erste Profess ab.
Im April 1962 gehörte Schwester Jutta zu den ersten sechs Schwestern ihrer Kongregation, die nach dreiwöchiger Schifffahrt in Swakopmund anlegten, damals noch Südwest-Afrika, heute Namibia. Bereits am nächsten Tag erreichte sie ihren Bestimmungsort: Gobabis, wo die Schwestern ein kleines Krankenhaus für Weiße und eine Schule für schwarze Kinder übernahmen.
Ihre eigentliche Bestimmung war jedoch das Eingeborenen-Reservat Aminuis. 1965 legte sie das Ewige Gelübde ihres Ordens ab. 1967 ließ sie sich als Hebamme ausbilden. In Aminuis arbeitete sie 27 Jahre lang in der staatlichen Klinik als Krankenpflegerin und Hebamme.
Stephanie Jansen sagte jetzt beim Dankgottesdienst in Obergartzem: 
Der frühere Kommerner und Obergartzemer Pfarrer Jakob Biester und Prof. Dr. Dr. Hans F. Fuhs zelebrierten die Dankmesse für Leben und Werk der Firmenicher Ordensschwester Jutta in Afrika. Foto: Konrad Hamacher/pp/Agentur ProfiPress„Wenn Schwester Jutta heute Abend hier bei uns sein könnte, hätte sie wahrscheinlich ein Lächeln im Gesicht, hätte im Vorfeld aber bestimmt gesagt: Macht bloß nicht so einen Wind um mich, ich habe doch zu diesem Jubiläum so gut wie nichts beigetragen.“
Eigentlich, so Stephanie Jansen, müsse man über Schwester Jutta und ihre Arbeit in Afrika gar nichts mehr sagen, denn sie sei mittlerweile auch bei den jüngeren Gemeindemitgliedern durch Besuche, Gespräche und Briefe bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“.

Zwei lebensfrohe Katholiken: Schwester Jutta, geborene Maria Nöthen, und Konrad Hamacher, der unter anderem auch Fraktionsvorsitzender im Mechernicher Stadtrat ist. Foto: Gunnar Tameer Eden/pp/Agentur ProfiPressKonrad Hamacher schreibt: „Wer vor zwei Jahren anlässlich Ihres Besuches bei uns die Gelegenheit hatte, sich mit ihr persönlich zu unterhalten, der hat festgestellt, dass es ihr bei allem, was sie tut, um das Wohl der Kinder geht, die in ihrer Missionsstation zur Schule gehen und das Rüstzeug bekommen, das sie brauchen, um ihr Land nach vorne zu bringen. Ausbildung unter Berücksichtigung der Eigenarten, die die Kinder mitbringen, ist ihr oberstes Ziel. Denn die Kinder müssen sich später außerhalb der Station und der Schule bewähren und zurechtfinden.“
Er erinnerte daran, dass die örtlichen Sternsinger seit 1990 in Firmenich/Obergartzem Geld für die Unterstützung der Arbeit von Schwester Jutta sammeln. Hamacher: „Die Dankesbriefe, die sie schreibt, machen deutlich, wie wichtig diese finanzielle Unterstützung – neben der Unterstützung durch das Gebet - für sie ist.“
Der Dankgottesdienst habe deutlich gemacht, dass ohne Gebet und Gottes Beistand ein solches Leben für andere nicht möglich sei. Die Kollekte aus diesem Gottesdienst wurde in voller Höhe Schwester Jutta zur Verfügung gestellt.
Ein Grußwort der Jubilarin wurde verlesen, in dem es heißt: „Ich danke Gott, dass er mich diesen Weg geführt hat. Ich habe meinen Schritt noch keinen Augenblick bereut und würde jederzeit denselben Entschluss fällen.“
pp/Agentur ProfiPress
(10.3.2010)




















