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Keine Hektik, schöne Stimmung

Backraum des Musueums voll Besucher
Im LVR-Freilichtmuseum Kommern herrschte am ersten Adventswochenende Riesenandrang bei einem stimmungsvollen Auftakt in die Vorweihnachtszeit.
Das Besondere: Man kann im möglicherweise schönsten Freilichtmuseum Deutschlands in über 50 Häusern etwas erleben, probieren oder selbst mitmachen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
„Advent im Museum“ hat sich in Kommern vom Geheimtipp zum Publikumsliebling gemausert – Backen, singen, kosten und auch ein wenig kaufen – Im LVR-Freilichtmuseum gab es zum Auftakt der Vorweihnachtszeit zurückhaltende Besinnlichkeit

Trotz am Samstag eher abschreckender  Großwetterlage kamen am Wochenende erneut knapp 6000 Menschen ins LVR-Freilichtmuseum Kommern, um einen besinnlichen ersten Advent zu feiern. Darunter viel Stammkundschaft, wie Organisator Claus Cepok aus der dem schlechten Wetter angepassten Kleidung der Samstagsgäste schloss: „Die Leute waren warm angezogen und gut beschuht, also perfekt ausgerüstet, um trotz Sturm und

Geschenke im Pingsdorfer Saal aufgereiht
"Ein Muh, eine Mäh, eine Täterätätä": Die entsprechenden Geschenke wie im bekannten Weihnachtslied waren bei der Veranstaltung "Advent im Museum" im Pingsdorfer Saal des LVR-Freilichtmuseums Kommern auffindbar - und in der Regel auch käuflich zu erwerben. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Regen durchs Museum zu flanieren und in über 50 Häusern und Gebäuden einen stimmungsvollen Advent zu erleben.“ „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal, dass man durchs Museum spazieren kann, und in die Häuser reingehen, um dort in sehr eigener Atmosphäre jeweils etwas anderes zu sehen, zu riechen, zu schmecken oder selbst mitzumachen“, sagte der LVR-Museumspädagoge der Presse. 1800 Besucher kamen am Samstag, 4000 am Sonntag, um im  rheinischsten aller rheinischen Museen die Vorweihnacht mit allen Sinnen zu erleben. Ihnen wurden Geschichten erzählt, es wurde gesungen, Plätzchen, Printen und Bratäpfel gebacken. „Man sollte so tun, als gebe man seine Uhr an der Kasse ab“, riet Claus Cepok den Besuchern.

Elke Linden, Else Lutterbach und Rita Börder (v. r.) helfen beim Adventkranz binden
Bei (von rechts) Elke Linden, Else Lutterbach und Rita Börder konnten sich die Adventsmarktbesucher ihren ganz eigenen Adventskranz binden und schmücken lassen. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Es gehe um „Entschleunigung“ im von Stress und Hektik überlagerten Großstadt-Advent, der mit Dauergeschäftigkeit und Kommerz längst auch die rheinische Provinz erobert hat. Es gibt zwar auch einen kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt beim Kommerner „Advent im Museum“, aber der Kommerz hält sich in überschaubaren Grenzen. „Man bekommt für Eintritt und Parkgebühren echt was geboten, das so kein anderes Museum und natürlich auch kein kommerzieller Weihnachtsmarkt im Angebot hat“, berichtete Cepok: „Man kann in über 50 Häuser und Gebäude reingehen und was erleben. Meist gibt es auch Sachen zum Probieren, für die man eine Spende geben kann.“ Auch die

Altgermanist und Erzähler Prof. Dr. Ulrich Mehler
In einer ganzen Reihe von Wohnstuben der Museumsbauten aus Eifel, Westerwald, Niederrhein und Bergischem Land gingen Geschichten- und Märchenerzähler ihrer alten Kunst nach, wie hier der in Bleibuir (Stadt Mechernich) lebende Altgermanist und Erzähler Prof. Dr. Ulrich Mehler im Haus Ruppenroth in der Museumsbaugruppe Westerwald. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Weihnachtsmarktbeschicker waren dieses Jahr sehr zufrieden. „Advent im Museum“ hat sich im Lauf der Jahre vom Geheimtipp zum Publikumsliebling entwickelt. Viele Einzelfans, Paare und ganze Familienbünde sind regelmäßig auf dem Kahlenbusch zu Gast, wenn Trompeter die bevorstehende Weihnacht verkünden und Museumslandwirt Karl-Heinz Hucklenbroich als Nikolaus mitsamt einem Esel durchs Gelände streift.

Wie in früheren Zeiten versammeln sich die Besucher im Kerzenlicht der Stuben oder am offenen Herdfeuer der Küchen und lauschen kunstvoll vorgetragenen Märchen und Wintergeschichten, etwa von Professor Uli Mehler, einem Altgermanisten und Geschichtenerzähler aus Bleibuir. Im Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Rheinland konnte man auch an diesem ersten Adventswochenende den Museumshandwerkern bei ihrer interessanten Arbeit über die Schulter schauen. Und man durfte ihnen auch das sprichwörtliche „Loch in den Bauch“ fragen, wovon gerade die vielen Kinder reichlich Gebrauch machten.

Auch Museumsdirektor Dr. Josef Mangold reihte sich mit seiner Familie in den Besucherstrom ein und war wie die meisten Besucher ein weiteres Mal begeistert von der angenehm ruhigen Atmosphäre beim Advent im Museum.

Erstmals wurde Samstagabend im alten Schützendorfer Fachwerk-Kapellchen eine Andacht mit Agape zum Ende

Maronenrösterei am offenen Feuer
Über offenem Feuer wurden Maronen geröstet. Foto: ml/pp
des alten und Anfang des neuen Kirchenjahres angeboten. Der Mechernicher Diakon Manfred Lang erzählte dazu Interessantes und Hintergründiges zum christlichen Advent und seinen Besonderheiten im Rheinland.

 

 

Bratäpfel und Wintergeschichten im Haus aus Elsig (Baugruppe Eifel)

Im Haus aus Elsig (Baugruppe Eifel) wurden Bratäpfel und Wintergeschichten serviert. Foto: ml/pp

 

 

 

Cafeteria des Fördervereins im Waldhaus
Die unentwegten Museumsfreunde aus dem Förderverein hatten in ihrer im neuen Waldhaus betriebenen Cafeteria alle Hände voll zu tun. Foto: ml/pp

 

 

Anna Lang und Erasmus Scheuer (rechts)

Anna Lang und Erasmus Scheuer (rechts) bereiteten für die Besucher von "Advent im Museum" selbst für verwöhnte Gaumen des 21. Jahrhunderts gar nicht mal  schlecht schmeckenden "Muckefuck" zu, den sie aus gemahlenem Getreide aufbrühten. Foto: ml/pp

Andacht mit Diakon Manfred Lang im Schützendorfer Fachwerkkapellchen

Zum Kirchenjahreswechsel wurde erstmals eine Andacht mit Agape im alten Schützendorfer Fachwerkkapellchen abgehalten, während der Diakon Manfred Lang Interessantes über den christlichen Advent und seine besondere Ausprägung im Rheinland erzählte. Am Schluss gab es den Segen sowie Hefezopf und heißen Apfelsaft. Foto: Claus Cepok/LVR/pp/Agentur ProfiPress

pp/Agentur ProfiPress

(02.12.2009)