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Testament-Änderungen am laufenden Band

Mitglieder der \"Heimbatbühne der Eifeler Mundartfreunde\"
Die Mitglieder der „Heimatbühne der Eifeler Mundartfreunde“ führten am Sonntag das Stück „Hermann, schriev“ im Feuerwehrgerätehaus auf. Foto: Romanowski/pp/Agentur Profipress
Die „Heimatbühne Eifeler Mundartfreunde“ aus Bad Münstereifel gastierte im Vussemer Feuerwehrgerätehaus

Wer sich in seinem Testament nicht genau festlegen will, der sorgt zuweilen für viel Wirbel in seinem sozialen Umfeld. Wie das aussehen kann, das wurde den Besuchern am Sonntag im Feuerwehrgerätehaus Vussem vor Augen geführt. Dort führten die Mitglieder der „Heimatbühne Eifeler Mundartfreunde“ aus Bad Münstereifel das Theaterstück „Hermann, schriev“ vor vollbesetzten Zuschauerrängen auf.
„Karl Roberz hatte den Dreiakter aus dem

Bayerischen  in die Eifeler Mundart übersetzt. Da er sich also gut mit dem Stück auskannte, übernahm er auch gleich die Regie und besetzte die Hauptrolle des Schwanks mit sich selbst“, berichtet Bernhard Romanowski im „Kölner Stadt-Anzeiger“.  So habe Roberz in Vussem als „Herr Matthes“ agiert – ein  älterer Herr, der in Schweinheim wohnt und vor vier Jahren seine Frau verloren hat.

Seitdem sei es seine Hauptaufgabe gewesen, den Rest der Familie ganz gewaltig auf die Nerven zu fallen. Sein Vorsatz, seinen letzten Willen notariell beglaubigt zu Papier zu bringen, scheiterte jedes Mal an seiner Unbeständigkeit. Immer wieder bat er den Bürgermeister Hermann (Michael Küpper), der auch als Notar tätig war, zu einer Testamentsänderung, die jedes Mal mit den Worten „Hermann, schriev“ begann.

Dieses Hin und Her machte zum einen Matthes' Sohn Andreas (Karl Lessenich) schwer zu schaffen. Auch dessen Frau Karin (Edith Lessenich) und Mutter Hilde (Waltraud Wirtz) zeigten sich in dem Theaterstück alles andere als erfreut. Ähnlich ging es Matthes' beiden Schwestern (Gertrud Kau und Eva Roberz). Schließlich hatte die Familie von Hermann genug und beschloss, dem Unentschlossenen eine Schocktherapie zu verpassen.

Gelegenheit dazu bot sich schon bald, als Matthes einen „Probeleichenschmaus“ zu seiner eigenen fiktiven Beerdigung veranstalten ließ, um einmal zu sehen, wer alles so erscheinen würde, wenn er das Zeitliche segnete. „Seine Familie spielt anfangs brav mit, ändert dann aber die Regeln nach ihrem Geschmack und, dem Beifall in Vussem nach zu urteilen, auch nach dem Geschmack des Publikums“, urteilte der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die „Heimatbühne“ führt das Stück übrigens auch am Freitag, 11. Dezember, 19.30 Uhr, in der Eifelhöhen-Klinik Marmagen auf.

pp/Agentur ProfiPress

(20.11.2009)