Tausende beim Georgsritt

Auf dem Hinweg zum Georgspütz reiten die berittenen Pilger voran, es folgt hier der aus dem Sattel von Johannes Seidenfaden (links) und Heinz Rosemann gefahrene Sakramenten-Wagen, auf dem die Geistlichen und Kommunionkinder das Allerheiligste begleiten. Es folgen die Fußpilger. Foto: Gunnar Tameer Eden/pp/Agentur ProfiPressMechernicher Traditionsveranstaltung in Kallmuth zog am 1. Mai zwischen 2000 und 3000 Fußpilger sowie 168 Reiter an – In Kallmuth geborener Monschauer Pfarrer Karl-Heinz Stoffels war Festprediger und Hauptzelebrant – Auch sein Vetter Pastor Michael Stoffels feierte mit den Gläubigen Gottesdienst, ebenso die Pfarrer Kurt Hoberg aus Kallmuth und Ulrich Olzem aus Königswinter sowie die Ständigen Diakone Bruno Lascheid (Bad Münstereifel) und Manfred Lang (Mechernich)
„Der christliche Glaube ist kein Selbstzweck, man muss ihn auch leben, das heißt im Alltag in die Tat umsetzen, und zwar gemeinschaftlich.

Bei der Eucharistiefeier um den Altar versammelten sich (von links) Pfarrer Ulrich Olzem, Pfarrer Michael Stoffels, Diakon Bruno Lascheid, Hauptzelebrant Pfarrer Karl-Heinz Stoffels, Diakon Manfred Lang und der Kallmuther Pfarrer und Prozessionsleiter Kurt Hoberg. Foto: Gunnar Tameer Eden/pp/Agentur ProfiPressSo beginnt die KirchenZeitung für das Bistum Aachen in ihrer Ausgabe am kommenden Wochenende den Bericht über den nunmehr 56. St.-Georgsritt in Kallmuth.
„Sakramentenwagen“ wird vom Sattel aus gefahren
Zwischen 2000 und 3000 Fußpilger nahmen an der Traditionswallfahrt von Kallmuth zum Georgspütz bei Urfey teil, die nachweislich bereits im Mittelalter abgehalten wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg um eine Reiterprozession erweitert wurde, an der diesmal 168 Pferde und Reiter teilnahmen. Auch die Geistlichkeit fuhr traditionsgemäß im von Kaltblutpferden gezogenen Sakramentenwagen, vom Sattel aus gefahren von Heinz Rosemann und Johannes Seidenfaden.
Dem Sakramentenwagen voraus ritt der Mechernicher Diakon Manfred Lang auf seiner Kaltblutstute „Hera“.
Für die musikalische Umrahmung der Traditionsveranstaltung sorgte der Musikverein Kallmuth unter der Leitung von Werner Knaus:

Kallmuther Kommunionkinder während des Mairittes. Sie durften mit den Priestern auf dem Sakramentenwagen mitfahren. Foto: Gunnar Tameer Eden/pp/Agentur ProfiPress
„Gespielt wird während der Prozession Marschmusik, während des Feldgottesdienstes Choräle und Kirchenlieder und später auf dem Festplatz lockere Unterhaltungsmusik“, so sagte der Dirigent zu der Journalistin Gudrun Klinkhammer.
450 Liter Suppe, 850 Würste und 800 Stück Kuchen
„Viele Pilger ließen sich nach dem Schlusssegen in der Pfarrkirche St. Georg auf der Festwiese vom 40köpfigen Helferteam des Pfarrgemeinderates bewirten.
Dabei wurden unter anderem 450 Liter Erbsensuppe 850 Würstchen und 800 Stücke Kuchen sowie diverse Flüssigkeitsmengen unter die Leute gebracht“, schreibt die Aachener KirchenZeitung. Robert Ohlerth vom Organisationskomitee des Pfarrgemeinderates sagte: „Es herrschte eine gelöste, fröhliche Volksfeststimmung.“ 
"Leben in Communio, in der konkreten Gemeinschaft christlicher Gemeinden untereinander und mit dem Herrn Jesus Christus selbst verbunden": Das war die Botschaft, die der Monschauer Pfarrer Karl-Heinz Stoffels mit in seinen Heimatort Kallmuth (Stadt Mechernich) gebracht hatte. Stoffels war Hauptzelebrant und Festprediger beim diesjährigen St.-Georgs-Ritt. Foto: gte/pp/ProfiPressInsgesamt, so sagte Ohlerth, der auch stellvertretender Bürgermeister der Stadt Mechernich ist, seien trotz weniger Pferden insgesamt mehr Menschen zum Georgsritt 2009 geströmt als sonst.
Das waren unter anderem auch „Schlachtenbummler“ aus dem Blankenheimer und Monschauer Raum, die „ihren“ früheren beziehungsweise aktuellen Pfarrer Karl-Heinz Stoffels zu einem solchen Festtag predigen hören wollten. Der Wallfahrtsort Kallmuth mit seinen beiden Pilgerzeiten zur Schmerzhaften Muttergottes und eben zum Georgspütz hat die beiden Pastöre Stoffels seit ihrer Kindheit geprägt und ihre Berufung vermutlich mit beeinflusst.
„Communio-Gedanke ist überlebenswichtig“
Die Aachener KirchenZeitung: „Stoffels spann den Communio-Gedanken aus der Zeit der verfolgten Urchristen zur Zeit Georgs bis in die heutige Zeit, in der das Zusammenstehen und die Zusammengehörigkeit christlicher Gruppierungen und Gemeinden wieder ein überlebenswichtiges Merkmal geworden sei.“
Der Redakteur Manfred Hilgers schreibt: „Mit von der Partie war auch Landrat Günter Rosenke, der wie im Vorjahr zu Pferd unterwegs war, um in der vom Musikverein Kallmuth angeführten Prozession zu reiten.“
Während Rosenke sein Kommen eigens angekündigt hatte und auch vom Altar aus von Pfarrer Kurt Hoberg eigens begrüßt wurde, hatte sich Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick als ganz normaler Fußpilger mit Söhnchen Alexander unter die Menschen gemischt.

Am Schluss wurden die Pferde und Pilger im Vorbeireiten von Pfarrer Karl-Heinz Stoffels vom Sakramentenwagen aus mit der Monstranz gesegnet. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPressIn seiner Predigt brachte Karl-Heinz Stoffels, der seit anderthalb Jahren in Monschau Priester ist, seine Freude darüber zum Ausdruck, dass er in seiner Heimat die Messe feiern konnte: „Es ist schön, nach Hause zu kommen“, sagte er: „Und ganz besonders an einem solchen Tag.“
Bereits am Vortag daheim losgeritten
Gudrun Klinkhammer, die ebenfalls vom Georgsritt berichtet, schreibt: „Ein schnittig gekleideter Radfahrer stand auf der Landstraße zwischen Vollem und Kallmuth.
Er hielt sich ein Handy ans Ohr und verkündete seinem Gesprächspartner lauthals: »Ja, hier ist alles voller Menschen, ich komme derzeit überhaupt nicht weiter.« Tatsächlich war die Kreisstraße 32 auf einer Länge von gut zwei Kilometern durch Menschen und Pferde dicht bevölkert. Die Feuerwehr hatte die Straße für gut zwei Stunden komplett abgeriegelt.“

Ein Blick aus dem Altarzelt heraus auf die Menschenmassen am Georgspütz. Foto: Gunnar Tameer Eden/pp/Agentur ProfiPress„Einige Teilnehmer waren bereits einen Tag zuvor in ihren Heimatorten los geritten“, so die Journalistin: „Kurz nach sechs Uhr am frühen Feiertagsmorgen hatte auch Landrat Günter Rosenke in Bürvenich auf dem Gestüt der Scheuffgens den Isländer „Stjarni“ gesattelt und sich mit anderen Islandreitern auf den Weg nach Kallmuth gemacht.“
pp/Agentur ProfiPress
(5.5.2009)

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