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Der Äezebär zog drei Stunden lang durch Kommern

Äezebär
Als Äezebär zog Sven Bank am Veilchendienstag durch Kommern. Bereits zum 49. Male fungierte Manfred Worm dabei als Bärenführer. Sein 50-jähriges Jubiläum als Äezebär-Führer will der 68-Jährige im kommenden Jahr gebührend feiern. Foto: Reiner Züll/ksta/pp/Agentur ProfiPress
Die Äezebär-Anhängerin Magdalena Voihs schrieb ein Briefchen aus dem Jenseits und die „Bärenband“ spielte so schräg wie eh und je - Nach dem traditionellen Umzug wurde das Erbsenlaubkostüm am Bleibachufer verbrannt

Im wahrsten Sinne des Wortes „der Bär los“ war am Dienstagabend in den sonst so beschaulichen Straßen und Gassen von Kommern. Zum Abschluss der tollen Tage machte sich dort der Äezebär (Erbsenbär) auf den Weg durch die „jecke“ Menge. Wie der Journalist Reiner Züll in der heutigen Ausgabe des Kölner Stadt-Anzeigers berichtet, hatte sich unter dem dicken Erbsenlaubpanzer dieses Mal der 30-jährige Bauunternehmer Sven Bank versteckt. Er ist der Sohn von dem Kommerner „Urgestein Banks Noli", der schon seit vielen Jahren mit der „decke Tromm“ zum Bärengefolge gehört.

Das machte auch in diesem Jahr traditionsgemäß am Veilchendienstag mit viel Getöse und schräger Musik auf sich aufmerksam. Seit über 43 Jahren gehört wild zusammen gewürfelte Bärenband auf das Kommando von Trompeter Hubert Lock. „Me spelle jeden Dress“ lautet dabei das Credo der Kommerner „Vielharmonie“ um den 70-jährigen Bandleader.

Äezebär
Während seines dreistündigen Fußmarsches durch die Straßen und Gassen Kommerns wurde der diesjährige Äezebär Sven Bank von den Zuschauern und Anwohnern mit zahlreichen Leckereien verwöhnt. Foto: Reiner Züll/ksta/pp/ Agentur ProfiPress
Urgesteine in der Bären-Crew sind unter anderem Roland Conraths, Siggi Damberg, „Noli“ Bank, Carlo Roberts, Beppo Cönen („Wer Trööt spelle kann, kann bei uns metmaache“) und Franz-Josef Hein. Beppo Cönen zog 1998 und 2002 selbst als Äezebär durch den Ort, Franz-Josef Hein ist Anführer des Fußvolkes, das mit Sammelbüchsen unterwegs ist und auch von den oftmals überraschten Autofahrern „Wegezoll“ einfordert.

Der diesjährige Äezebär Sven Bank, dem man am Mittag vor dem Heischegang durch Kommern in „Heins Schüer“ einen 30 Kilo schweren Erbsenlaubpanzer auf den Leib „geschneidert“ hatte, hielt beim Rundgang tapfer durch.


Auch das Kommerner Prinzenpaar Frank und Lisa Weber gehörte zum Gefolge von Äezebär Sven Bank. Der 30-jährige Bauunternehmer ist übrigens der Sohn von „Banks Noli" (im Bild vorne rechts zu sehen). Seit vielen Jahren spielt er schon de „decke Tromm“ in der Bärenband von Hubert Lock. Foto: Reiner Züll/ksta/pp/Agentur ProfiPress
Gut drei Stunden lang wurde der Äezebär von Bärenführer Manni Worm an der Leine durch den Kommerner Ortskern geführt. Es war bereits das 49. Mal in Folge, dass der 68-jährige Manni Worm als Bärenführer fungierte. Im nächsten Jahr wird deshalb ein großes Jubiläum gefeiert.

Von Heins Scheune aus führte der Weg des Bären zunächst zum Rewe-Markt, dann ging es über den Wingert zur Kölner Straße, wo der Bär zunächst im Café Quasten, dann in der Gaststätte „Stollen“ und schließlich in der Prinzenhofburg „Krug“ Station machte. In der Mühlengasse kam anschließend vor dem Haus von Magdalena Voihs, die kürzlich im Alter von 93 Jahren verstorben war, etwas Wehmut auf. Für die ältere Dame war der Besuch des Äezebären und ein Tänzchen mit dem Laubungetüm im Hof immer das Größte im Karneval gewesen.

An der Haustür von Magdalena entdeckte die Bären-Crew einen an den Äezebären adressierten Briefumschlag, in dem neben einer Geldspende noch ein Brief von „Magdalen oss de Möllejass“ steckte: „Leeve Äezebär! Von ovve lure ich eraff - ob ihr och alles richtich maat. Leider kann ich net mie möt dir danze - nur he ovve en Jedanke. Ich wönsch üch vell Freud höck - un drönkt ene ob mich. Kommere Alaaf!!!“


Keine Scheu vorm Äezebär hatte dieser kleine „Köln-Fan“ am Wegesrand. Foto: Reiner Züll/ksta/pp/Agentur ProfiPress
Ein paar Häuser weiter war im Hof bei Glasmachers die Tafel wieder reichlich gedeckt. Zum Bärengefolge gesellte sich dann auch noch das Kommerner Prinzenpaar Frank und Lia Weber. Auf dem Weg über „Schopsland“ in Richtung Hüllenstraße, wo die Bärenkapelle den Weihnachtsklassiker „Lasst uns froh und munter sein“ intonierte, begleitete der Prinzentross die Bärentruppe ein Stück weit.

Letzte Kneipenstation der diesjährigen Aezebär-Tour war die Gaststätte „Am Bleibach“, wo die Teilnehmer noch das ein oder andere Freibier zur Brust nahmen.


Auch in diesem Jahr hatte das Fußvolk unter der Anführung von Franz-Josef Hein wieder Sammelbüchsen dabei, um bei den Zuschauern und Autofahrern eifrig Spenden zu sammeln. Foto: Reiner Züll/ksta/pp/Agentur ProfiPress
Danach ging es zum Bleibachufer in die Pützgasse, wo der Laubpanzer traditionell verbrannt wurde. Während die Zuschauer dabei vor lauter Rauch kaum noch die Hand vor Augen sehen konnten, intonierte der Trompeter lautstark „Ich hat' einen Kameraden“. Nach dem Abschluss des Zuges wurde noch lange in Kommern weiter gefeiert. Zunächst jedoch ohne den sichtlich erschöpften Äezebär Sven Bank, der sich nach dem Ablegen seines Kostüms erst einmal auf eine Dusche freute.

pp/Agentur ProfiPress  (26.2.2009)





Foto: Reiner Züll/ksta/pp/Agentur ProfiPress






Äezebär Sven Bank war froh, als er nach dem dreistündigen Umzug am Bleibachufer endlich aus seinem 30 Kilo schweren Laubpanzer klettern konnte.












Foto: Reiner Züll/ksta/pp/Agentur ProfiPress



Die Zuschauer standen im Rauch und der Trompeter spielte lautstark „Ich hat' einen Kameraden“, als anschließend das Kostüm des Äezebären verbrannt wurde.











Foto: Reiner Züll/ksta/pp/Agentur ProfiPress




Nach dem Umzug des Äezebären wurde in den Kommerner Gaststätten noch kräftig weiter gefeiert.