Logo der Stadt Mechernich
Bilderleiste Kopf
Blauer Kasten
  Stadtplan // eCards // Impressum // Datenschutz // Sitemap // English
 
   Kontakt // Gästebuch
 

Kinderabenteuer unter Tage

Schatzsuche im Besucherbergwerk Mechernich
Einen „unvergesslichen“ Kindergeburtstag kann man im Besucherbergwerk Mechernich unter Tage erleben. Foto: Heike Nickel/KStA/pp/Agentur ProfiPress
„Unvergesslicher Kindergeburtstag“ im Mechernicher Besucherbergwerk – Zwei Stunde lange Schatzsuche im Schein der Taschen- und Grubenlampen

Womit will man den Kindern der heutigen Generation noch eine wirkliche Geburtstagsüberraschung bereiten?

Eine Fete der besonderen Art können die „Pänz“ unter Tage bei einer Schatzsuche im Mechernicher Besucherbergwerk feiern – im Schein der Gruben- und Taschenlampen.

„Die Kinder waren von Anfang an begeistert. Dieser achte Geburtstag versprach etwas ganz Besonderes zu werden!“, schreibt die Journalistin Heike Nickel dazu im „Kölner Stadt-Anzeiger“. Beim Abenteuer in den Tiefen des Bleibergs wird auf Sicherheit geachtet: In die Grube „einfahren“ dürfen die Kleinen nur mit Helm. Geleitet werden die Geburttagsgäste von einem der insgesamt 14 ehrenamtlichen Führer des Besucherbergwerks „Grube Günnersdorf“.

Friedhelm Schmidt erklärt den jungen Gästen den Bergbau
Friedhelm Schmidt (r.), einer der 14 ehrenamtlichen Führer des Besucherbergwerks „Grube Günnersdorf“, erklärt den jungen Gästen ebenso kindgerecht wie spannend den Bergbau. Foto: Heike Nickel/KStA/pp/Agentur ProfiPress
Einer von ihnen ist Friedhelm Schmidt, der die Kinder erst einmal mit dem Bergmannsgruß „Glück auf“ im oberirdischen Museum empfing.
Heike Nickel: „Mit sonorer Stimme und erzählerischem Talent gab er eine Mischung aus knorrigem Bergmann und Käpt'n Blaubär ab - die kleinen Gäste waren sogleich in seinem Bann und lauschten den kindgerechten Erklärungen, während er durch die Ausstellung führte.

Mehr als 2000 Jahre alt ist der Erzbergbau am Mechernicher Bleiberg. Bereits Römer und Kelten schürften hier nach dem begehrten Bleierz, erfuhren die Kinder.

Aber auch, was ein Entwässerungsstollen ist, was der Bergmann unter Tage mit einem »Frosch“ und einem „Hunt« machte, dass Schlägel und Eisen auch »Gezäh« genannt werden und weshalb in alten Zeiten Vögel mit in die unterirdischen Stollen genommen wurden, erläuterte Ex-Bergmann Schmidt.“

Ohne Helm kommt niemand ins Bergbaumuseum
Ob große oder kleine, junge oder alte „Bergleute“: Ohne Helm kommt niemand ins Bergbaumuseum. Foto: Heike Nickel/KStA/pp/Agentur ProfiPress
Die Kinder hingen förmlich an den Lippen von Friedhelm Schmidt – nicht nur, weil die Erläuterungen einfach spannend sind, sondern auch, weil sie wichtige Informationen für die Schatzsuche in den Stollen gaben.

„Gut zwei Stunden lang dauerte die Schatzsuche, bei der an zehn Stationen Fragen rund um den Bergbau beantwortet werden mussten“, so Heike Nickel. „Grubenführer Friedhelm Schmidt, mit imposanter Lampe vor dem Bauch, führte die Kinder durch die Stollen und erzählte allerlei Spannendes und Interessantes.

Natürlich fehlte es auch nicht an Nervenkitzel: Einmal wurden alle Lampen gelöscht, und die Kinder kamen in den Genuss totaler Finsternis und Stille. Anekdötchen vom Berggeist heizten die Fantasie an, und so wurde das vereinzelte Plitschen und Platschen von Wasser in den Kinderköpfen gleich zu gefräßigem Schmatzen des unsichtbaren Geschöpfes.“

Dann kam der ersehnte Augenblick: Im Schein der Taschenlampen tauchte eine kleine Truhe auf. Die Kinder scharrten sich um den Schatz, öffneten den Deckel und fanden für jeden ein Tütchen mit echtem Mechernicher und im Lichtschein glitzerndem Bleierz. Außerdem bekommt jeder Teilnehmer eine Urkunde.

Urkunden und ein Tütchen mit Mechernicher Bleierz für die Kinder
Am Ende des Abenteuers unter Tage bekommen die Kinder nicht nur eine Urkunde, sondern auch ein Tütchen mit echtem Mechernicher Bleierz. Foto: Heike Nickel/KStA/pp/Agentur ProfiPress
Das Fazit von Heike Nickel: „Für 40 Euro (bis zu zehn Personen) bekommt man im Besucherbergwerk Mechernich einen unvergesslichen Kindergeburtstag geboten, der nicht nur lehrreich, sondern vor allem ein schönes Abenteuer für Mädchen wie Jungen ist. Vor dem Museum finden sich ausreichend Picknicktische, so dass im Anschluss an die aufregende Untertage-Aktion alle hungrigen Mäuler umgehend gestopft werden können.“

pp/Agentur ProfiPress

(3.11.2008)


Nach der Stilllegung der Grube Günnersdorf wurden sämtliche Stollen und Abbaukammern mit Schlamm aufgefüllt. Ehrenamtliche Mitglieder der „Vereinigung der Berg- und Hüttenleute“ in Mechernich verbrachten innerhalb von sechs Jahren über 90 000 Stunden damit, um den Schlamm größtenteils wieder zu entfernen und so die Voraussetzung für das Besucherbergwerk zu schaffen. Eröffnen konnten die fleißigen Bergbaufans die „Grube Günnersdorf“ im April 1995. Seitdem kümmern sich Ehrenamtler um das Museum und organisieren die Führungen. Zu ihren Aufgaben gehört auch das regelmäßige Austauschen der Stützbalken, um so für die Sicherheit unter Tage garantieren zu können.

Während des Zweiten Weltkrieges diente der Bergbaubetrieb als Luftschutzbunker bot so bis zu 5000 Menschen Schutz. Die letzte Schicht „auf Spandau“, dem legendären Mechernicher Bleibergwerk, gab es zur Jahreswende 1957/1958 und beendete so eine 2000jährigen Ära.  In seiner Blütezeit  verschaffte das Bergwerk über 4000 Knappen Arbeit und deren Familien Unterhalt. Rund 1000 Knappen und ihre Familien standen Neujahr 1958 vor dem Aus. Und zwar von einem Tag auf den anderen, weshalb unter Tage teilweise noch liegen gelassene Arbeitsgeräte zu finden sind.

Das gesamte Jahr über herrscht in den Stollen Besucherbergwerk eine Temperatur von etwa neun Grad, deshalb sollten sich die Besucher auch im Sommer warm anziehen, ehe sie in den Bleiberg steigen. Zur Schatzsuche müssen die Kinder eigene Taschenlampen mitbringen. Um Anmeldung mindestens eine Woche vor dem Termin wird gebeten.
Weitere Informationen unter Telefon 0 24 43/4 86 97 oder im Internet:
www.bergbaumuseum-mechernich.de