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Gedenkgang zur Mahnung und Erinnerung

Gedenkgang zum Mahnmal An der Linde
Einen Gedenkgang zum Mahnmal „An der Linde“ zum 70. Jahrestag der Pogromnacht veranstalten die Mechernicher Kirchen und Schulen am Sonntag, 9. November. Start der Aktion gegen das Vergessen der jüdischen Mitbürger und zur Mahnung vor Gewalt gegen Minderheiten ist um 16.30 Uhr am Parkplatz vor dem Eifelcenter. Foto: og/pp/Agentur ProfiPress
Die Reichspogromnacht jährt sich am 9. November zum 70. Mal – Christliche Kirchen und Mechernicher Schulen rufen zu Mahngang auf – 200 Jahre lang waren jüdische Mitbürger Teil von Mechernich

Zur Erinnerung an die Pogromnacht vor 70 Jahren veranstalten die evangelische und katholische Kirche sowie sämtliche Schulen des Kernortes am Sonntag, 9. November, einen Gedenkgang und rufen die Mechernicher Bevölkerung zur regen Beteiligung auf. Die gewalttätigen Ausschreitungen um die „Reichskristallnacht“ waren der grausame Auftakt zur Verfolgung, Internierung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung in Europa, der auch die meisten Mechernicher Juden zum Opfer gefallen sind.

Nicht nur Juden, sondern auch Christen wie der Bäckermeister Andreas Girkens, nach dem eine Straße in Mechernich benannt ist, wurden Opfer des Terrors – weil ihnen ein allzu enger Umgang mit ihren jüdischen Nachbarn vorgeworfen wurde.

Reiner Klick, Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums Mechernich, sagt: „Die Mechernicher Geschichte ist  durch den starken Zuzug auch immer eine Geschichte des Umgangs mit Fremden und Minderheiten.“

Eine der bedeutendsten dieser Minderheiten seien die Juden gewesen, die als Viehhändler und Kaufleute nach 1700 in Mechernich ansässig waren. „Über 200 Jahre waren die jüdischen Mitbürger ein Teil von Mechernich. Noch 1925 war die jüdische Gemeinde mit 93 Mitgliedern eine von drei größeren jüdischen Ansiedlungen im Altkreis“, so der Arzt für Jugendmedizin.

Der nunmehr achte Gedenkgang in Mechernich beginnt um 16.30 Uhr am Parkplatz vor dem Eifelcenter, zwischen Bettenhaus Schmitz und der Metzgerei Schmitz, in der Nähe des ehemaligen Hauses vom Metzgermeister Heinrich Ruhr, dessen Geschäft in der Gewaltwelle um die Pogromnacht verwüstet wurde.

Weiter geht es auf der Bahnstraße vorbei an den Plätzen, wo sich die Bäckerei Girkens und die Zahnarztpraxis des jüdischen Arztes Dr. Ernst Davids befanden. Die Familie Davids ist ebenfalls ein Opfer des Holocausts geworden.

Über den Rathausplatz geht es dann zum Gedenkstein für die jüdischen Mitbürger in der Straße „An der Linde“.  „Direkt daneben stand einst die Mechernicher Synagoge, die die Randalierer in der Nacht vom 10. auf den 11. November vergeblich einzureißen versuchten“, so Reiner Klick. Erst später habe der damalige Bürgermeister Johannes Zander das Gebäude auf Kosten der jüdischen Gemeinde dem Erdboden gleich machen lassen.

pp/Agentur ProfiPress

(27.10.2008)