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Schulen wollen „Brücken bauen“


Symbolisch für die am Montagmittag, 3. März, geschlossene Partnerschaft zwischen den beiden Schulen bauten die ehemaligen Schüler der Kommerner Grundschule und jetzigen Fünftklässler des Gymnasiums „Am Turmhof“ im Foyer des Mechernicher Schulzentrums eine Brücke. Foto: Bianca Metternich/pp/Agentur ProfiPress
Partnerschaft zwischen der Grundschule Kommern und dem Gymnasium „Am Turmhof“ – Ziel ist es, den Kindern den Schulwechsel so einfach wie möglich zu gestalten

Neuer Schulweg, neue Umgebung, neue Lehrer, neue Fächer: Der Wechsel von der Grundschule zur weiterführenden Schule ist mit großen Veränderungen und Anforderungen verbunden.
„Die Kinder kommen sozusagen von der behüteten Welt in die große weite Welt“, bringt Willy Gemünd, Schulleiter der Grundschule Kommern, die Sache auf den Punkt.

Um diesen großen Lebenseinschnitt für die Kinder im Mechernicher Stadtgebiet künftig etwas weicher zu gestalten, haben Willy Gemünd und sein Kollege Josef van de Gey, Schulleiter des Gymnasiums „Am Turmhof“, nun das Projekt „Brücken bauen“ ins Leben gerufen.

Ziel der am Montag, 3. März, geschlossenen Partnerschaft ist es, die jeweils andere Schule und ihre Anforderungen besser kennen zu lernen. „Denn nur durch einen gezielten Austausch ist es für uns möglich, auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler einzugehen“, erklärt Josef van de Gey.

In einem ersten Schritt haben die beiden Partnerschule bereits diese Woche mit dem Austausch von Lehrern begonnen. Insgesamt werden vier Lehrer des Mechernicher Turmhof-Gymnasiums den Unterricht an der Kommerner Grundschule besuchen. Im Gegenzug stellt Willy Gemünd drei seiner Lehrer frei, um sich die Vorgehensweisen und den Unterrichtsinhalt am Gymnasium anzuschauen. „Dies ist natürlich mit einem großen Aufwand verbunden“, erklärt Josef van de Gey. Schließlich müssten die dadurch ausfallenden Stunden der freigestellten Lehrer von anderen Kollegen übernommen werden.

„Letztendlich lohnt sich der ganze Aufwand jedoch“, erzählt Marita Eckern, Koordinatorin der „Erprobungsstufen fünf und sechs“ am Mechernicher Gymnasium. Denn durch den Austausch bekämen sie als Gymnasiallehrer eine ganz andere Sichtweise für die Bedürfnisse der Kinder. Auch der Kommerner Grundschullehrer Karl Frohn, der am Montag, 3. März, erstmals in den Unterricht der Jahrgangsstufen fünf und sechs reinschnupperte, spricht schon von dem ein oder anderen „Aha-Erlebnis“. 
 
Beim Projekt „Brücken bauen“ setzen Willy Gemünd (re.), Leiter der Grundschule Kommern, und Josef van de Gey (2. v. re.)  Leiter des Gymnasiums „Am Turmhof“, auf den Erfahrungsaustausch ihrer Lehrer Marita Eckern und Karl Frohn (li.). Foto: Bianca Metternich/pp/Agentur ProfiPress
 
Der Unterricht am Gymnasium sei im Gegensatz zur Grundschule sehr facettenreich, so Frohn. Denn während die Kinder an der Grundschule in fast allen Fächern von ihrem Klassenlehrer unterrichtet würden, fände auf der weiterführenden Schule fast stündlich ein Wechsel von Fach und Lehrer statt. „Aus diesem Grunde müssen wir die Kinder künftig noch besser auf die neue Situation vorbereiten“, sagt Frohn.

Gleichzeitig, davon sind Schulleiter und Lehrer beider Schulen überzeugt, müssen die weiterführenden Schulen einen noch sanfteren Übergang schaffen und intensiver auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler eingehen.

„Dies funktioniert jedoch nur durch eine rege Kommunikation“, so van de Gey. Er will künftig dafür sorgen, dass die Fünfklässler vor allem in der Anfangszeit so viel Unterrichtszeit wie möglich mit ihrem Klassenlehrer verbringen können. Neben der Einführung von Doppelstunden in der Erprobungsphase plant der Schulleiter des Gymnasiums auch einen Wandertag. „Und das schon gleich in den ersten Wochen des neuen Schuljahres“, betont van de Gey. Denn nur so könnten die neuen Gymnasiasten gleich einen viel engeren Bezug zu ihrem neuen Klassenlehrer aufbauen.

„Wir können jedoch nur die Konstruktion für die Brücke schaffen, drüber gehen müssen die Schüler alleine“, ergänzt Willy Gemünd. Er plant in einer weiteren Phase sogar, die Lehrer für den Unterricht auszutauschen. Dies würde bedeuten, dass die Gymnasiallehrer zum Schuljahresende zur Kommerner Grundschule fahren, um dort ihre künftigen Fünftklässler kennen zu lernen und zu unterrichten.

Im Gegenzug würden die Grundschullehrer zum Schuljahresbeginn am Gymnasium „Dienst schieben“, um nachzuschauen, wie sich ihre ehemaligen Schüler an der neuen weiterführenden Schule eingelebt haben. „So könnten wir dem Kollegen am Gymnasium auch Tipps und Tricks verraten, wie sie vielleicht besser auf den ein oder anderen Schüler eingehen“, ist sich Karl Frohn sicher.

Das Projekt zwischen den beiden Schulen soll laut Willy Gemünd keine Eintagsfliege sein. Ihr Ziel sei es, nach und nach immer mehr Grundschulen und weiterführende Schulen aus dem Mechernicher Stadtgebiet einzubinden, damit der Schulwechsel in Zukunft vielleicht für alle Kinder leichter wird.

pp/AgenturProfiPress

(6.3.2008)