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Die Frau, die Karl den Großen klein kriegte


Die Erwartung von historischem Romanstoff einer prominenten Autorin sowie die Aussicht auf Kaffee und Kuchen in der Alten Schule lockte eine gute Anzahl Interessierte zur jüngsten Auflage von "Kultur om Dörp". Foto: Manfred Lang/pp/ProfiPress
Martina Kempff, Erfolgautorin von Historien-Romanen, las in der Reihe „Kultur om Dörp“ in Bleibuir aus ihrem Buch „Die Beutefrau“ – Literatur bei Kaffee und Kuchen

Knapp zwei Dutzend Literaturinteressierte fanden am Sonntagnachmittag, 14. Oktober, den Weg in die alte Schule von Bleibuir, die heute als Dorfgemeinschaftshaus dient. Dorthin hatte der Förderverein zur neuesten Auflage seiner Reihe „Kultur om Dörp“ eingeladen. Diesmal ging es um Literatur. Eingeladen war die in Stuttgart geborene und in Kehr bei Hallschlag lebende Autorin Martina Kempff.


Klaus-Peter Hoß, der Vorsitzende des Fördervereins "Alte Schule Bleibuir" begrüßt die Autorin Martina Kempff bei der neuesten Auflage von "Kultur om Dörp" am Sonntag, 14. Oktober, in Bleibuir. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Aus ihrer Feder stammen so bekannte Historienromane wie „Die Marketenderin“, „Die Beutefrau“ oder „Die Königsmacherin“. Im Februar 2008 erscheint bei Piper ihr neuestes Werk „Die Welfenkaiserin“, ein Roman um Kaiserin Judith und das Erbe Karls des Großen. In Bleibuir las Martina Kempff  am Sonntag Auszüge aus ihrem bislang jüngsten Roman „Die Beutefrau“, Piper 2006. Darin geht es um die Tochter des Sachsenfürsten Widukind, die als Geisel am Hof Karls des Großen lebt. Ausgerechnet diese Frau schafft es, den mächtigen Karl den Großen, vor dem die Feinde zittern, zu bezwingen. Und zwar mit ihrer Liebe.


Geboren in Stuttgart, wohnhaft in Kehr bei Hallschlag: die Schriftstellerin Martina Kempff. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress

Gerswind, so ihr Name, ist drei Jahre alt, als sie im Jahr 785 als lebende Kriegsbeute an Karls Hof nach Regensburg kommt.

In dreizehn Jahren ist es dem Frankenkönig nicht gelungen, das heidnische Volk der Sachsen zu unterwerfen; erst als ihm Widukinds Familie in die Hände fällt, erklärt sich dieser, um Frau und Kinder zu retten, zur Taufe bereit. Trotzdem besteht Karl darauf, die kleine Gerswind als Pfand am Hof zu behalten. Zehn Jahre später will er die blonde Sächsin zu seiner Geliebten machen, doch sie weist ihn ab. Denn Gerswind liebt Karls bevorzugten Sohn, der nun für den Vater zum ernst zu nehmenden Rivalen wird.

Die Bleibuirer Zuhörerschaft war beeindruckt von den vorgelesenen Romanauszügen und nutzte natürlich auch die Gelegenheit, mit Martina Kempff ins Gespräch zu kommen.


Klaus-Peter Hoß, der Vorsitzende des Fördervereins "Alte Schule Bleibuir". Foto: ml/pp/ProfiPress
Auch Kaffee und Kuchen, die der Förderverein für seine Gäste bereithielt, fanden guten Absatz.

Martina Kempff wurde in Stuttgart geboren und lebte wegen der Diplomatentätigkeit ihres Vaters unter anderem in Bonn, San Francisco, Berlin und Helsinki. Heute wohnt die gelernte und langjährig praktizierende Tageszeitungs- und Magazinredakteurin (unter anderem bei „Berliner Morgenpost“, „Die Welt“ und „Bunte") in Kehr – und zwar nicht auf der nordrhein-westfälischen zum Kreis Euskirchen gehörenden Seite, sondern im zu Hallschlag (Rheinland-Pfalz) gehörenden Teil.

In die Eifel kam Martina Kempff über einen Bekannten, ebenfalls Autor. Und es gefiel ihr so gut, dass sie blieb. Heute habe sie ein ganz besonderes Verhältnis zu diesem Landstrich, verriet die gelernte Journalistin ihren Zuhörerinnen und Zuhörern in Bleibuir.

Und dieses besondere Verhältnis zur Eifel teile sie im Übrigen auch mit Karl dem Großen. Dessen Reichshauptstadt Aachen liege nicht nur am Rande der Eifel. Nach ihrer Theorie sei der spätere Frankenkaiser in Mürlenbach/Eifel geboren worden. Fest steht, dass Karls Nachfahre Kaiser Lothar 855 im karolingischen Familienkloster Prüm sein Leben als Mönch beschlossen hat.

Nach Bleibuir und zu „Kultur om Dörp“ war die Erfolgsautorin völlig unproblematisch gekommen: „Klaus-Peter Hoß hat mich angerufen und gefragt, ob ich in Bleibuir lesen könne – ein großes Budget stehe nicht zur Verfügung.“ Auf diese sympathisch direkte und ehrliche Anfrage habe es nur eine Antwort gegeben: Ja.    

pp/Agentur ProfiPress