Bürgerinitiative fürs Marienkapellchen

Zahlreiche Gläubige nahmen am Freitagabend, 21. September, an der Wiedereinsegnung der renovierten Ehrenmal- und Marienkapelle in Obergartzem teil. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Weil weder die Kirchen- noch die Zivilgemeinde zuständig waren, nahmen Obergartzemer Renovierungsarbeiten selbst in die Hand – Freitag, 21. September, war Wiedereinweihung
Eine Bürgerinitiative ganz besonderer Art hat sich 2005 in Obergartzem gebildet. Ein Zusammenschluss von Bürgern, die sich für den Erhalt der ehrwürdigen Ehrenmal- und Marienkapelle in Mechernich-Obergartzem verantwortlich fühlten. Und die dieses Verantwortungsbewusstsein auch konkret in die Tat umgesetzt und das Gotteshaus in den vergangenen beiden Jahren renoviert haben.

Pfarrer Burkhard Möller (von links), sein Amtsvorgänger Jakob Bister und Pfarrgemeinderat Richard Ernst. Foto: ml/pp/ProfiPress
Pastor Burkhard Möller segnete das Kapellchen nach Abschluss der umfangreichen Arbeiten am Freitagabend, 21. September, im Beisein seines Amtsvorgängers Pfarrer Jakob Bister und zahlreicher Gläubiger neu ein. Auch Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, Stadtratsvertreter, Kirchenvorstands- und Pfarrgemeinderatsmitglieder nahmen an der Zeremonie teil, die vom Musikverein Obergartzem und vom Kirchenchor musikalisch untermalt wurde.
Anschließend zog die Gemeinde ins Dorfgemeinschaftshaus, wo man den Anlass gebührend feierte.
Dabei ließ Ortsvorsteher Johannes Weisheit die bewegte Geschichte des Gotteshauses in einem Lichtbildervortrag Revue passieren. Dabei zeigte sich, dass das heutige Kapellchen ursprünglich einmal als bloßes Gefallenendenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Obergartzemer errichtet und im September 1934 eingeweiht worden war.

Hinter dem Musikverein Obergartzem zog die Festgemeinde nach der Kapelleneinsegnung zum Dorfgemeinschaftshaus. Foto: ml/pp/ProfiPressDie Grundstücke hatten die Familien Sürth und Wachendorf der früheren Zivilgemeinde Obergartzem gestiftet. 1956 und 1957 wurde über dem Ehrenmal dann ein Kapellenbau errichtet. Und zwar überwiegend aus Spenden und durch ehrenamtliche Helfer.
Eine federführende Rolle spielte Pfarrer Johannes Decker, der über dem Ehrenmal auch eine Marienstatue, eine Kopie der „Mutter der Armen“ aus dem belgischen Wallfahrtsort Banneux, aufstellen ließ. Am 14. Juli 1957 war Einweihung.

Ins Gespräch vertieften sich am Rande der Kapelleneinweihung der Kommerner Kirchenvorstand Jörg Ernst (links), Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (Mitte) und der Obergartzemer Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende Konrad Hamacher. Foto: ml/ppIm Laufe der Jahre gab es immer wieder Unstimmigkeiten wegen der Zuständigkeiten zur Substanzerhaltung der Kapelle. Es gab keine einwandfreie Zuordnung zur Pfarre St. Hubertus oder zur Zivilgemeinde. Ein Umstand, an dem sich bis heute nichts geändert hat – und der Ortsvorsteher Johannes Weisheit jetzt anlässlich der anstehenden Renovierungsarbeiten zur Bildung der eingangs erwähnten Bürgerinitiative veranlasste.
Am 4. April 2005 lud Weisheit zu einer Bürgerversammlung ein.
In der Einladung hieß es:

Pfarrer Johannes Decker ließ nach dem Kapellenbau 1956/57 eine Kopie der "Mutter der Armen" aus dem belgischen Wallfahrtsort Banneux beschaffen. Foto: ml/pp
„Wir haben ein Problem, das nur von der Dorfgemeinschaft gelöst werden kann. Für unsere jetzt fast 50 Jahre alte Marienkapelle am Kriegerehrenmal in Obergartzem gibt es keinen zuständigen Träger mehr.“
Der „Sheriff“ von Obergartzem schlug seinen Dorfgenossen die Gründung eines Kapellenvereins vor, der die Sache selbst in die Hand nehmen sollte.
Die Stadt Mechernich war dann auch bereit, mit diesem neuen Träger einen entsprechenden Überlassungsvertrag zu schließen.
Viele Bürger machten mit im Kapellenverein, einige packten mit an, andere unterstützten die Arbeiten materiell.
pp/Agentur ProfiPress

Pfarrer Burkhard Möller segnete am Schluss der Einweihungsfeier die Gläubigen, die sich als "lebendige Steine" in die wahre Kirche einfügen sollten, die nicht von Gebäuden, sondern von der Gesamtheit der Christgläubigen gebildet wird.
Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress




















