Eiserne Exponate

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick eröffnete am Sonntag die neue Ausstellung im Bergbaumuseum. Damit werde die Eisenindustrie in Mechernich in den Fokus gerückt. Foto: privat/pp/ProfiPress
Takenplatten und Öfen bei der Ausstellung „So heizte die Eifel“ - Mechernich hatte nicht nur Bleibergwerke – Ausstellung über die Eisenerzeugnisse der Eifel
„Ich freue mich, dass der Mechernicher Eisenerzabbau und die Eisenindustrie in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden“, sagt Bürgermeister Dr. Schick zur neuen Sonderausstellung im Bergbaumuseum Mechernich.
Denn vielen sei nur der Bleierz-Abbau in Mechernich ein Begriff.

Bei der Eröffnung der Ausstellung „So heizte die Eifel“ dankte Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (links) besonders Dr. Dieter Pesch, der in seinem “Un-Ruhestand“ das Bergbaumuseum tatkräftig unterstützt. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPressPesch hatte den Beginn seines „Un-Ruhestandes“ nach 26 Jahren als Direktor des Freilichtmuseums Kommern genutzt, um dem Bergbaumuseum bei einer Verjüngungskur zu helfen: Das „Über-Tage-Museum“ soll in den nächsten Monaten erweitert und durch Sonderausstellung bereichert werden. Den Anfang hat Pesch nun zusammen mit Friedrich Hunsicker, dem Vorsitzenden des Fördervereins Bergbaumuseum Mechernich, mit der Ausstellung „So heizte die Eifel“ gemacht.
Pesch hat die Exponate ausgewählt, zusammengestellt und beschrieben.
Als ehemaliger Direktor hat er natürlich beste Beziehungen zum Freilichtmuseum: Nahezu alle Ausstellungsstücke wurden vom Kommerner Museum als Leihgaben zur Verfügung gestellt.
Vor dem eigentlichen Rundgang durch die Ausstellung gab Pesch einen historischen Abriss über die Geschichte der Takenplatten und der Mechernicher Eisenindustrie. Dabei erklärte er auch, wie Takenplatten eigentlich funktionieren: „Der so genannte Taken ist eine Weiterentwicklung der Herdstelle, nämlich eine Art Warmluftheizung. Hinter der Takenplatte befindet sich ein Mauerdurchbruch, der über die Platte Wärme in eine angrenzende Kammer leitet“.

Die Ausstellung „So heizte die Eifel“ mit Öfen und Takenplatten soll im Bergbaumuseum noch bis Ende November zu sehen sein. Foto: privat/pp/ProfiPressViele Takenplatten sind verziert, häufig mit religiösen Motiven. In der Eifel hat die Eisenverarbeitung eine lange Tradition. Bereits Anfang des 14. Jahrhunderts gab es in Eiserfey die erste Eisenhütte. Seit dem 15. Jahrhundert wurden mit Erfindung des Hochofens auch in der Eifel gusseiserne Kamin- und Herdplatten hergestellt.
„Bis zum 19. Jahrhundert entstanden in der Eifel rund 50 Hüttenwerke, die zeitweise bis zu 10 Prozent der europäischen Eisenproduktion abdeckten“, sagt Pesch.
Das große „Hüttensterben“ begann erst in den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts, als die Konkurrenz der Eisenindustrie im Ruhrgebiet übermächtig wurde.
Bis Ende November soll die Ausstellung bei freiem Eintritt während der Öffnungszeiten des Bergbaumuseums zu sehen sein, dann wird Platz geschaffen für die nächste Exposition. Hunsicker und Pesch planen bereits fleißig. Hunsicker: „Die neue Sonderausstellung gibt es dann zu Weihnachten zu sehen“.
pp/Agentur ProfiPress



















