„Es war Liebe auf den ersten Blick“

Freundeskreis-Vorsitzender Wilfried Hamacher, Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Bürgermeister Pierre Combes (von links) bei der Einweihung des Georges-Girard-Rings an den Vier Wegen. Den Kreisverkehr am östlichen Ortseingang von Mechernich ziert ein verkleinerter Nachbau der historischen Brücke von Nyons. Foto: privat/pp/ Agentur ProfiPress
Freundeskreis-Vorsitzender Wilfried Hamacher war schon als Junge in der Provence und verliebte sich trotz Heimweh in die Mechernicher Partnerstadt – Im Mai und im Juli feiern Mechernich und Nyons den 40. Jahrestag ihrer Verschwisterung
Die 1967 besiegelte Freundschaft zwischen Nyons und Mechernich näherte sich langsam der Jubiläumszahl 30. „Da trat in der Mechernicher Politik eine gewisse »Müdigkeit« auf, was die Aufrechterhaltung der Städtepartnerschaft betraf“, erzählt Wilfried Hamacher. Um dem entgegen zu kommen, gründete ein kleiner Kreis von Mechernicher Bürgern den „Freundeskreis Nyons-Mechernich“.
Hamacher: „Unsere Arbeit funktioniert nur durch die gute Zusammenarbeit des gesamten Vorstandsteams.“

Gäste aus Frankreich bei der Ankunft in Mechernich: Momentan sind es hauptsächlich die Gymnasien, die den Schüleraustausch zwischen den Partnerstädten pflegen, aber auch die Grund-, Haupt- und Realschulen sollen die Möglichkeit zu gegenseitigen Besuchen nutzen. Foto: privat/pp/ Agentur ProfiPress
170 Mitgliedschaften mit gut 300 Personen zählt der Freundeskreis Mechernich-Nyons aktuell. Das bedeutet 110 Familien-, 60 Einzel- und zwei Vereinsmitgliedschaften.
Wie oft Wilfried Hamacher bereits die Strecke aus der beschaulichen Eifel in die malerische Provence zurückgelegt hat, weiß der Französisch- und Sportlehrer am Berufskolleg Eifel in Kall nicht mehr. Fakt ist, dass Hamacher bereits während seiner Schulzeit in Mechernich durch seinen Lehrer Wolfgang Müller mit Nyons in Berührung kam. Müller ist, wie in einem gesonderten Bericht der Agentur ProfiPress bereits dargelegt wurde, der geistige Vater und Begründer der Städtepartnerschaft Nyons-Mechernich.
1976 reiste Wilfried Hamacher mit dem Rhythmuschor seines Heimatdorfes Eiserfey, erstmals nach Nyons – und bekam prompt Heimweh. Dennoch: „Das Städtchen ist zauberhaft, es war Liebe auf den ersten Blick“, beschreibt der heute 51-Jährige seinen ersten Eindruck von Nyons.

Wilfried Hamacher, der Vorsitzende des Freundeskreises Nyons, zeigt auf das Plakat seiner Lieblingsstadt. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erzählt der gebürtige Eiserfeyer, der heute in Kommern lebt, über seinen ersten Besuch in der Mechernicher Partnerstadt. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPress
Die Offenheit dort, das Wetter, die Landschaft, die unkomplizierte Herzlichkeit, alles das veranlasste Hamacher, selbst immer wieder nach Nyons zu fahren, auch mit seinen Schulklassen und Gruppen. Schon drei Mal legte er die Strecke von etwas über 900 Kilometern mit dem Fahrrad zurück. „Etwa sieben bis acht Tage brauche ich für die Strecke“, so der sportliche Pädagoge.
Neben der Unterstützung mit Rat und Tat helfen die Mitglieder des Freundeskreises auch ein wenig mit finanziellen Mitteln, damit die Freundschaft lebendig erhalten bleibt. So richteten die Nyons-Fans, angetrieben von Freundeskreismitglied Uwe Nikoleit, in Mechernich den „Georges-Girard-Kreisel“ ein.
Ein stark verkleinerter Nachbau der historischen Brücke von Nyons und viele Lavendel- und Rosenpflanzen zieren seitdem diesen Kreisverkehr am östlichen Ortseingang von Mechernich an den Vier Wegen.
Die 7000-Einwohnerstadt Nyons lebt zu einem wesentlichen Teil von der Landwirtschaft, hauptsächlich vom Aprikosen-, Oliven-, Kirschen- und Traubenanbau. Auf dem historischen Jahrmarkt in Kommern bieten die Mitglieder des Freundeskreises jedes Jahr wieder Nyonser Weine an. Weiter sorgt das Team um Wilfried Hamacher dafür, dass der Austausch von Schülern, Praktikanten und Studenten in beide Richtungen floriert.

Auszubildende als Köche, Restaurant- und Hotelfachleute des Berufskollegs Eifel auf Besuch in Nyons: Sie kochten und servierten dort ein viergängiges Menü mit Eifeler Spezialitäten für die 130 Mitglieder des Comité de Jumelage anlässlich der Jahreshauptversammlung 2005. Foto: privat/pp/ Agentur ProfiPress
Hamacher: „Was wir auf jeden Fall wieder aufleben lassen möchten, ist der Austausch der Grund-, Haupt- und Realschulen.“ Momentan findet primär ein Austausch zwischen den Gymnasien der befreundeten Städte statt. Auf sportlichem und kulturellem Gebiet soll die Partnerschaft ebenfalls intensiviert werden.
Dem Partnerschaftsverein in Nyons steht Chantal Gougouzian vor. Regelmäßige, fast verwandtschaftliche Telefonate zwischen den beiden Vorsitzenden gehören zum Jahresablauf.
Zum 40-jährigen Jubiläum werden die französischen Freunde vom 16. bis zum 20. Mai in Mechernich erwartet.
Der Nationalpark, die Ausstellung „Wir Rheinländer“ und auch Besuche bei diversen heimischen Vereinen stehen auf dem Programm. Im Gegenzug fahren Mechernicher Bürger vom 13. bis 18. Juli nach Nyons. Weitere Informationen zur Städtepartnerschaft gibt es auf der Internetseite www.nyons-mechernich.com.
Gudrun Klinkhammer/pp/Agentur ProfiPress

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