„Es ist cool in Mechernich“

Jürgen Weiss (ganz links) organisiert zusammen mit seiner Kollegin Katinka Hermes (rechts mit Schal) den Schüleraustausch. In der Mitte Chantal Gougouzian, Deutschlehrerin aus Frankreich: „Wir sind begeistert! Ich freue mich jedes Jahr aufs neue, nach Mechernich zu kommen.“ Foto: gte/pp/ Agentur ProfiPress
46 Franzosen zu Gast am Turmhof - Seit dem Jahre 1967 sind Mechernich und Nyons Partnerstädte – Offizielle Feten zum „40-Jährigen“ im Mai und Juli d.J. geplant
„Ausgesprochen gut“ gefällt Jörg Weiss (33), Französischlehrer am Gymnasium Am Turmhof Mechernich, der Schüleraustausch mit dem französischen Gymnasium Nyons. „Ausgesprochen gut“ ist auch das Motto des diesjährigen Treffens und dieses kleine Wortspiel umschreibt treffend die Stimmung zwischen Mechernichern und ihren Freunden aus dem Nachbarland.
46 Gäste aus Frankreich sind zurzeit in der Stadt am Bleiberg zu Besuch.

Deutsch-Französische Freundschaften: Christina Fuhs (3. von links) und Sarah Chalon (4. von links) halten auch außerhalb des Schüleraustauschs Kontakt: Sie schreiben sich E-Mails und chatten regelmäßig. Foto: Gunnar Tameer Eden/pp/Agentur ProfiPress"Der Austausch ist immer hervorragend organisiert, wir bieten unseren Gästen ein abwechslungsreiches Programm mit viel Kultur und Feizeit“, berichtete Jörg Weiss im Pressegespräch: „Wenn wir im Juni nach Nyons fahren, ist auch für uns alles bestens vorbereitet.“
In diesem Jahr steht für die französischen Gäste am Bleiberg eine Fahrt nach Köln mit Besuch des Schokoladenmuseums auf dem Programm.
Eine Besichtigungstour durch Mechernich und eine Führung durch das Bergbaumuseum dürfen natürlich nicht fehlen.
Die Schüler beider Nationalitäten profitieren sehr vom interkulturellen Lernen – nicht nur sprachlich.

In der Aula des Turmhofgymnasiums Mechernich haben die Schüler ihre Projekte vorgestellt: Jeweils ein deutscher hat mit einem französischem Schüler die unterschiedlichen Lebensweisen in Familien beider Länder untersucht und die Ergebnisse auf einer Projektwand dargestellt. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPressAm "Weiberdonnerstag", 15. Februar, werden die Austauschschülerinnen und -schüler mit den jecken Gebräuchen des Rheinlandes vertraut gemacht.
„In Nyons wird nur am Faschingsdienstag etwas gefeiert – wir freuen uns sehr, dass die Franzosen unseren rheinischen Karneval mitbekommen!“ meint Katinka Hermes, eine der drei für die Organisation verantwortlichen Französischlehrer des Gymnasiums Am Turmhof Mechernich. So war „Carneval“ auch bei den Projektarbeiten ein Thema, die französischen und deutschen Schülern von ihren Lehrern aufgegeben waren. Je ein Schüler aus Mechernich und aus Nyons bildeten zusammen ein Projektteam, das bestimmte soziologische und kulturelle Gegebenheiten zu untersuchen hatte.

Die Unterschiede in den Essgewohnheiten werden in den Gastfamilien schnell deutlich. Das schadet der Freundschaft zwischen den Schülern des Mechernicher Gymnasiums und denen der Schule in Nyons aber nicht – im Gegenteil: Beide Seiten sind neugierig auf die Lebensgewohnheiten ihrer europäischen Nachbarn. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPressNeben den Unterschieden bei den Essgewohnheiten (Was wäre eine französische Mahlzeit ohne Baguette?) fiel den Jugendlichen aus Nyons vor allem die andere Form der Schule auf. In Frankreich geht die Unterrichtszeit bis 17.00 Uhr nachmittags, danach müssen noch Hausaufgaben gemacht werden. Dadurch bleibt kaum noch Zeit für Freizeitaktivitäten. „Hier in Deutschland sind Schule und Lehrer nicht so streng“, war die einhellige Meinung der Franzosen.
Sarah Chalon (15) ist begeistert von ihrem bereits dritten Besuch in Mechernich. „Es ist gut hier, wirklich cool“, sagt sie in perfektem Deutsch und im Slang ihrer deutschen Altersgenossen.
Mit ihrer Mechernicher Freundin hält sie zwischen den Treffen per Computer Kontakt. „Wir chatten regelmäßig“, berichtet Christina Fuhs. Julia Reiche vom Gymnasium Am Turmhof bedauert, dass sie nicht mehr Zeit mit den französischen Gästen verbringen kann: „Morgens kommen sie in den Unterricht, sind dann aber fast den ganzen Tag über unterwegs. Wir sehen uns häufig erst abends“.
Bereits seit 40 Jahren besteht die offizielle Freundschaft zwischen Mechernich und der Stadt Nyons im Süd-Osten Frankreichs. Im Laufe der Jahre haben sich viele Freundschaften entwickelt. Der Schüleraustausch fand bis vor einiger Zeit auch zwischen den Grundschulen statt. „Aus organisatorischen Gründen gibt es momentan nur den Austausch zwischen den Gymnasien, aber wir versuchen auch die Grundschulen und die Realschule mit ins Boot zu holen“, berichtet Uwe Nikoleit vom Freundeskreis Mechernich-Nyons. Zum Jubiläum in diesem Jahr steigt im Mai in Mechernich eine Freundschaftsparty mit einer Delegation aus Frankreich, die dann im Juli mit Mechernicher Gästen in Nyons fortgeführt wird.
Gunnar Tameer Eden/pp/Agentur ProfiPress




















