Tapetenwechsel im Kindergarten Strempt

Eine kleine Kostprobe, wie zumindest einige Akteure beim Orientfest der Kindertagesstätte Strempt am Sonntag, 28. Januar, ab 14 Uhr aussehen werden, gaben (von rechts) Astrid Theis, Carolin Resske und René Kunze der Fotografin von ProfiPress. Foto: G. Klinkhammer/ pp/Agentur ProfiPressEltern und Personal griffen in Eigeninitiative zu Farbe und Pinsel – Awo stellte das Material – Am Sonntag, 28. Januar, ist ab 14 Uhr Besichtigung beim „Orientfest“ des Kindergartens Strempt
Ein Tapetenwechsel tut gut, ein Tapetenwechsel schafft Abwechslung - selbst in den eigenen vier Wänden. Das dachten sich auch Personal, „Pänz“ und Elternschaft des von der Arbeiterwohlfahrt betriebenen städtischen Kindergartens in Strempt. Und das dachten sie eigentlich schon seit längerem. Denn das Kindergartengebäude, 1993 errichtet, ist zwar noch recht neu, aber an den Wänden im Innenbereich trug es bislang immer noch das erste Kleid.

Seit Monaten haben Mütter, Väter und Kindergärtnerinnen die städtische Kindertagesstätte der Awo in Strempt renoviert. Dabei bekam jeder Raum eine andere Farbe, Dekorationsartikel wurden aufgehängt. Foto: kli/pp
Die Einheitsfarbe, ein in allen Räumen vorherrschendes sanftes Gelb, war einfach „stinklangweilig“ geworden, so Kindergartenleiterin Beate Hausmann-Solh: „Und auch ein wenig blass!“
Mitte des vergangenen Jahres konnten es Kinder, Eltern und Erzieher nicht mehr mit ansehen: Sie griffen zum Farbeimer. Raum für Raum arbeiteten sich die fleißigen ehrenamtlichen Helfer vor, jeder Raum erhielt eine andere Farbe und damit einen anderen Charakter. Sattes Blau, saftiges Rot, sonniges Gelb - frische Farben locken die gute Laune der Besucher des Kindergartens nun aus der Reserve.
Ein Zimmer hat es ganz besonders in sich: Das Büro von Kindergartenleiterin Beate Hausmann-Solh. Es vereint an seinen Wänden in Streifenform alle Farben, die in den übrigen Kindergartenräumen großzügig verteilt wurden.
Die Arbeiterwohlfahrt übernahm die Materialkosten, die Arbeiten erledigten die Eltern und Erzieherinnen in Eigenregie. 
Kindergartenleiterin Beate Hausmann-Solh und Astrid Theis, eine der engagierten Kindergarten-Mütter, mit einer exotischen Flaschensammlung, die beim "Orientfest" der von der Arbeiterwohlfahrt geführten städtischen Kindertagesstätte in Strempt am Sonntag, 28. September, ab 14 Uhr ebenfalls eine Rolle spielt. Foto: Gudrun Klinkhammer/pp/ Agentur ProfiPressEbenso sorgten die Erwachsenen für neue Gardinen und passende Dekorationsartikel. Hierfür griffen sie in die Elternkasse der Einrichtung. Durch diesen Eingriff ist dieses von den Erziehungsberechtigten gefüllte Sparschwein derzeit ziemlich leer.
Fast zeitgleich zum Auftakt der Renovierungsmaßnahmen im September 2006 entwickelte sich aus einem regelmäßigen Vorgang im Kindergarten ein tolles Projekt. Drei der insgesamt 26 Kinder sind islamischen Glaubens. Irgendwann wollten die nicht islamischen Kinder wissen, warum denn diese drei Spielkameraden kein Schweinefleisch während des gemeinsamen Frühstücks essen und was es mit dem Wort „Ramadan“ auf sich hat.

Auch die orientalische Art, Tee aufzubrühen, studierten die 26 Strempter Kindergartenkinder während ihres monatelangen Orientprojekts. Foto: kli/pp
Die Betreuerinnen erklärten ihren Schützlingen den Hintergrund und landeten damit prompt mitten im „Orient“. Unter diesen Oberbegriff stellten sie eine ganze Projektphase, die am kommenden Wochenende in einem großen Fest gipfeln und die die Kindergarten-Elternkasse wieder befüllen soll.
Unter anderem auf einem dicken Teppich sitzend, umgeben von vielen Kissen, erlebten die Kindergartenkinder den Orient in Strempt hautnah. „Klasse war, wie wir das Licht ausmachten und Kamele gegessen haben“, erinnert sich der dreijährige Aaron. Viel mehr verrät er dazu nicht, doch eines fügt er seinem geheimnisvollen Bericht noch hinzu: „Die Kamele, die waren sehr scharf.“ Die Kinder säten über die exotischen Kindergartenmonate hinweg orientalische Kräuter und zogen diese groß, sie fertigten fein duftende Seifen und bemalten Flaschen mit Goldfarbe.
Weiter lernten sie, ihren Namen auf Arabisch zu schreiben und orientalisch zu tanzen. 
Diese beiden Kinder des Kindergartens Strempt präsentieren ein Exemplar der legendären "Rose von Jericho", einer Wüstenpflanze, die sich nach unverhofftem Regenfall selbst nach jahrelanger Trockenheit wieder sofort zu neuem Leben entfaltet. Foto: G. Klinkhammer/Agentur ProfiPress
Alle diese Errungenschaften und noch viel mehr würden die Kinder, unterstützt von ihren Eltern und Erzieherinnen, am kommenden Sonntag, 28. Januar, ab 14 Uhr im Awo-Kindergarten in Strempt gerne einem breiten Publikum präsentieren.
Mit dabei sein soll der Märchenerzähler Rolf Schmitz, der von Aladin, den Wunderlampen und weiteren Ereignissen des Orients in kindgerechter Form berichten möchte. Versunkene Schätze warten darauf, gehoben zu werden. Eine Wahrsagerin, eine Hennamalerin und der bezaubernde Bauchtanz einiger Lotusblüten, die von der Simmerather Bauchtanzlehrerin Hildegard Wirtz instruiert wurden, runden das Programm ab.
An einem Stand mit orientalischen Getränken und Speisen können sich die Gäste bedienen. Und wenn er gerade Lust hat, vielleicht erzählt Aaron dann ja noch mehr zum spannenden Thema Kamel-Essen ...
Gudrun Klinkhammer/pp/Agentur ProfiPress

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