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2500 Menschen wollen Maike helfen


2500 Menschen ließen sich am Sonntag, 17. Dezember, während der Typisierung für die neunmonatige an Leukämie erkrankte Maike aus Mechernich im Foyer des Gymnasiums Am Turmhof Blut abnehmen. Foto: pp

Riesen-Hilfsbereitschaft der Bevölkerung bei Typisierungsaktion für neun Monate altes an Leukämie erkranktes Mechernicher Mädchen

Die Typisierungsaktion auf der Suche nach einem geeigneten Knochenmarkspender für die erst wenige Monate alte und an Leukämie erkrankte Maike war ein Erfolg.
Noch steht nicht fest, ob einer der am Sonntag, 17. Dezember, zwischen 9 und 18 Uhr in der Aula des Mechernicher Turmhof-Gymnasiums auf ihre Stammzellenmerkmale untersuchten Stadt- und Kreisbürger lebensrettendes Knochenmark spenden darf.


Mit 2500 hilfsbereiten typisierten Mitbürgern, so Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, war die Hilfsaktion für die kleine Mitbürgerin Maike ein beeindruckendes Signal von Mitmenschlichkeit und Solidarität. Schick war mit Ehefrau Gabi gekommen, um sich auch selbst typisieren zu lassen.

„Warum habt ihr das gemacht?“, so zitiert Manfred Hilgers in der „Kölnischen Rundschau“ einen Knirps, der seine Eltern auf dem Nachhauseweg von der Typisierung in Mechernich nach der Motivation fragt, warum sie sich dreimal hatten „pieksen“ und ein wenig Blut hatten abnehmen lassen. Die Mutter erklärte ihrem Sohn, dass er selbst ja gesund sei, es aber andere Kinder wie die kleine Maike gebe, die „ganz schlimm krank“ seien. Vielleicht könnten Mama oder Papa der Maike mit ihrem Blut helfen. Um festzustellen, ob das Blut dafür geeignet ist, müsse es untersucht werden. 


Dreimal "pieksen" und ein wenig Blut abzapfen: Mehr gehört nicht dazu, um in die weltweite Knochenmarkspenderdatei aufgenommen zu werden. Über 50 Stammzellen-Spender für Kranke in der ganzen Welt wurden so bislang in der Eifel ermittelt. Foto: pp
Auffallend fand es Redakteur Hilgers, dass besonders viele Familien mit Kindern und junge Leute zur Typisierung kamen. Auch Sportvereine, etwa ein Kickboxer-Club aus Euskirchen, oder Feuerwehren traten geschlossen zur Typisierung an, die von der Hilfsgruppe Eifel in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) organisiert worden war.

Freiwillige Helfer aus der Stadtverwaltung und von der Hilfsgruppe Eifel erledigten die Schreibarbeiten an der Annahme. Auch Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick war mit seiner Ehefrau dabei: „Wir haben europaweit die dichteste Typisierung“, freute sich der Bürgermeister.

Willi Greuel, Sprecher der Hilfsgruppe Eifel, kann eine entsprechend stolze Bilanz ziehen: In den fünf bisher durchgeführten Aktionen konnten schon 50 Stammzellenspender gefunden werden. Trotzdem machen derartige Aktionen auch im Kreis Euskirchen laut Greuel noch Sinn: „Das Potential ist noch nicht ausgereizt.“

Reiner Züll, Redakteur beim „Kölner Stadt-Anzeiger“ und selbst Aktivist in der „Hilfsgruppe Eifel“, schildert eine Szene während der Typisierungsaktion sehr eindringlich: „Den vielen Helfern bei der Typisierungsaktion für die leukämiekranke Maike aus Mechernich wurde es plötzlich schwarz vor Augen. Das hatte aber nichts mit den Zapf-Aktivitäten der 40 Ärzte und Krankenschwestern zu tun, sondern mit dem Aufmarsch der Löschgruppe Hollerath-Ramscheid: Gleich 28 Wehrmänner waren in ihren schwarzen Einsatzuniformen zur Blutabnahme angetreten. Bereits eine Stunde vorher war auch der Gemünder Löschzugführer Oliver Kliem mit einer zehnköpfigen uniformierten Truppe zur Typisierung gekommen.

„Das ist einfach sensationell“, kommentierte Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel den Ansturm bei der sechsten Typisierungsaktion, die der Eifeler Förderkreis zusammen mit der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) veranstaltete. Züll weiter: „Ziel der Aktion ist es, einen Stammzellenspender für die neun Monate alte Maike aus Mechernich zu finden, die seit ihrer Geburt an Leukämie leidet und deren Leben nur durch eine Knochenmarkübertragung gerettet werden kann. Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Aktion um 9 Uhr standen die Spender Schlange vor dem Gymnasium am Nyonsplatz.“


Auch Bürgermeistergattin Gabi Schick (Mitte) und stellv. Fachbereichsleiter Ralf Claßen (links) gehörten zu dem größtenteils von der Stadtverwaltung Mechernich gestellten Team, das alle Registrierungs- und Schreibarbeiten während der Riesen-Typisierungsaktion in Mechernich erledigte. Foto: pp
Bereits um 10 Uhr konnte Sabine Hildebrand von der DKMS den Aderlass von 200 Spendern verkünden. Eine weitere Stunde später hatten die „Zapfer“ bereits über 600 Menschen Blut abgenommen. Die Krankenhäuser Mechernich und Schleiden sowie mehrere Arztpraxen im Kreisgebiet hatten medizinisches Personal zur Verfügung gestellt. Ein Großteil der 80 Schreiber, die die Daten der Spender erfassten und den Laufzettel für die Blutentnahme ausfüllten, waren Bedienstete der Stadt Mechernich.
Insgesamt, so Willi Greuel, beteiligten sich an der Aktion rund 200 freiwillige Helfer.
Auffallend groß war die Spendenbereitschaft der Menschen. Viele leisteten den Obolus von 50 Euro aus eigener Tasche, die eine Typisierung der Blutprobe kostet.

Für die bisherigen fünf Typisierungsaktionen, an denen sich 15 000 Menschen beteiligten, hat die Hilfsgruppe Eifel rund 800 000 Euro aufgebracht. Aus den Eifeler Aktionen sind bisher 50 Lebensretter ermittelt worden, die für einen anderen Menschen Stammzellen gespendet haben.

Die Mechernicher Aktion zog laut Rundschau nicht nur Kreisbürger an, sondern auch Menschen aus den Nachbarkreisen. Auch eine Gruppe aus Hannover, die während ihrer Eifeltour auf die Aktion für die kleine Maike aufmerksam wurde, ließ sich typisieren. Für Willi Greuel war der enorme Andrang toll, aber nicht verwunderlich: „Es ist für die Eifeler typisch: Wenn sie wissen wofür, kommen sie.“

„Die Wartezeit hatte mich bisher immer abgeschreckt“, sagte Helmüt Külzer, selbst Vater von zwei gesunden Kindern. Er sehe es aber als eine Bürgerpflicht an, sich typisieren zu lassen. „Ich habe enorme Angst vor Spritzen“, erklärte die Keldenicherin Elisabeth Rechholz. Doch sie kam trotzdem und überwand ihre Angst. „Wir haben einen gesunden Sohn von 22 Monaten, aus diesem Grunde lasse ich mich typisieren“, sagte Andrea Effelsberg aus Swisttal. Auch die beiden jungen Mütter Diana Dederichs und Kerstin Schmitz aus Nettersheim sind froh, dass es solche Aktionen gibt.

„Unsere Tochter Thalia ist einen Monat älter als die kleine Maike. Wir können vieles nachvollziehen, denn auch unsere Tochter steht vor einer Operation im Krankenhaus, wenn die auch nicht lebensbedrohlich ist“, gab Familie Hönig aus Erftstadt der Rundschau zu Protokoll. Sie hatte in der Zeitung von der Typisierung gelesen und sich spontan fürs Mitmachen entschieden.

pp/Agentur ProfiPress


 
 
 
 
 
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