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Lavendel aus Mechernichs Partnerstadt Nyons


(Foto: Jeub)

Norbert Jeub, Chefredakteur von Radio Euskirchen, schildert in einem Essay für
die mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mechernich betraute AGENTUR PROFIPRESS einen Besuch in Mechernichs Partnerstadt Nyons.

Ein Besuch, der eigentlich erst in Jahrzehnten anstand – und der nun alles verändert: 


Mechernich ist um seine Partnerstadt zu beneiden!
 

Seit 10 Jahren verbringen wir unsere Sommerurlaube in Südfrankreich. Die mediterrane Küste zwischen der Camargue und den Pyrenäen zieht uns regelmäßig an.


(Foto: Jeub)
Die von vielen so umschwärmte Provence haben wir bisher immer gemieden. Zu klischeehaft und künstlich erschienen uns die Postkartenmotive der Olivenbäume und Lavendelfelder  - und weit und breit kein Meer. Meine Frau mag keine Oliven und Lavendel rief bei mir allenfalls Erinnerungen an den Geruch alter Leute wach. Den Besuch der Provence wollten wir uns für unser Rentenalter aufheben ...
Doch dann kam alles anders:


Die entzückten Berichte einer jüngeren Kollegin weckten meine Neugierde auf die französische Region zwischen Alpen und Cote Azur. Insbesondere die Lavendelblüte sei unbeschreiblich schön, hatte die Kollegin erzählt. Auf dem Weg zum Meer beschließen wir also in diesem Jahr, einen Abstecher in die Provence zu machen. Unser Ziel steht schnell fest: Mechernichs Partnerstadt Nyons!


(Foto: Jeub)
Nach acht Stunden Nachtfahrt erreichen wir an einem Mittwoch unser Ziel.
Die Stadt empfängt uns bereits um 10 Uhr in der Frühe mit 27 Celsiusgraden. Es ist Markttag. Alle offiziellen Parkplätze sind voll, parkende Autos säumen die Straßenränder. Es sind so viele Menschen unterwegs, dass ich mich an das Mechernicher Brunnenfest erinnert fühle ...
Und doch ist es alles anders hier:



(Foto: Jeub)

Nicht nur ein unbeschreiblich helles Licht fällt, wie von Scheinwerfern angestrahlt, durch die Alleebäume auf die Szenerie.
Auch die Menschen, ihre Gelassenheit und ihre fröhliche Leichtigkeit fallen sofort auf.
Niemand beschwert sich über Fußgänger, die ohne zu gucken auf die Straße treten, kein städtischer Beamter hat zollstockgenau die Marktstände platziert. Es geht leger zu in Mechernichs Partnerstadt ... 



(Foto: Jeub)
Das für uns Deutsche scheinbare Durcheinander hat offenbar seine eigene Ordnung. Unsere Lebensmittelkontrolleure wären bei dem Marktgeschehen vermutlich einer Ohnmacht nahe. Wie selbstverständlich wird frischer Fisch an der Theke neben Schuhen verkauft, regionale Produkte wie Oliven, Lavendel, Honig und Keramik, stehen neben Kunsthandwerk, Ledertaschen und Backwaren. An vielen Ecken gibt es Livemusik; Hier spielt jemand Jazz, da französische Klassiker auf dem Akkordeon. Das hat was. Das hat Stil. Das ist Lebensart!

In Gedanken beglückwünsche ich Mechernich zu dieser charmanten Partnerstadt, auch wenn - oder gerade weil - Landschaft und Städte so verschieden sind.


Zur Zeit der Lavendelblüte zeigt sich die Provence von ihrer schönsten Seite (Foto: Hamacher).
Am Stadtrand erleben wir in einer Lavendeldestille, wie aus getrockneten Lavendelhalmen jenes Öl gewonnen wird, welches der gesamten Region seinen Geruch verleiht. Aber es ist ein anderer Duft, als der, den ich mit alten Leuten und Mottenpulver in Verbindung bringe. Das hat nichts Chemisches oder Künstliches – da dringt der unverwechselbare Duft einer sehr schön blühenden Pflanze in meine Nase, die ab einer Höhe von ca. 700 Metern so prächtig gedeiht, dass sie dort kommerziell angebaut wird. Unsere Neugier darauf zieht uns ins Umland.


Norbert Jeub im Studio von Radio Euskirchen.
Etwa eine halbe Autostunde von Nyons entfernt erleben wir dann Lavendelfelder in voller Blüte. Wir stehen mitten in einer einzigartigen Landschaft, geprägt von lilablühenden Büschen und früchtetragenden Olivenbäumen.
Keine geschönten Werbefotos und keine künstlichen Postkartenklischees, sondern eine einzigartige Landschaft.

Meine Frau mag zwar immer noch keine Oliven, und Lavendelöl gehört auch nach dem Nyonsbesuch keineswegs zu unseren bevorzugten Duftnoten, aber jetzt können wir endlich nachvollziehen, warum es so viele Freunde der Provence gibt. Mit unserem nächsten Besuch in Nyons und Umgebung werden wir sicher nicht bis zum Rentenalter warten ...
Mechernich ist zu beneiden um diese Partnerstadt!

Norbert Jeub