Vussemer Rentnerkolonne arbeitet für Gotteslohn

Ortsvorsteher Johannes Klinkhammer (rechts) mit "seiner" Rentnerkolonne. Die Männer halten nicht nur den Vussemer Friedhof "in Schuss", sie pflegen auch Bänke und Picknicktische rund um den geschichtsträchtigen Ort. Bild: pp/Agentur ProfiPressAber die Anerkennung der Mitbürger für die Pflege des Friedhofs, von Tischen und Bänken rund ums Dorf sind ihnen gewiss
Vussem - Manchmal stecken ihnen ältere Damen zehn Euro zu, ein Schnäpschen darf es natürlich auch sein und die Einladung zum gemeinsamen Frühstück ins Offizierscasino der Mechernicher Bundeswehr ist sozusagen der gesellschaftliche Höhepunkt des Arbeitsjahres.
Ansonsten arbeiten Alfred Brell, Adolf Paulsen, Peter Gülden, Michael Wielspütz und die Brüder Josef und Heinrich Reinartz für Gotteslohn, und zwar zum Wohl ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger von Vussem.
Seit sieben Jahren treffen sich die Rentner einmal in der Woche. Aber nicht etwa, um ihren wohlverdienten Ruhestand zu genießen, sondern um für ihren Ort Gutes zu tun. Donnerstags sieht man sie auf dem Friedhof. Sie schneiden, sie hacken, sie mähen und säubern die Wege. Alles ehrenamtlich.
Vor kirchlichen Feiertagen legen die freundlichen Herren Sonderschichten ein. Die Angehörigen der Verstorbenen sollen einen gepflegten Friedhof vorfinden, wenn sie ihre Lieben besuchen. In vierzig Stunden Arbeit hat die eingespielte Truppe gerade erst das Dach der Friedhofskapelle saniert. Wegen Asbest mussten sie dabei sogar Mundschutz tragen.
Besonders stolz sind sie auf einen Geräteständer, den sie mit Unterstützung der Zimmerei Bruns errichtet haben. Dort können auch die übrigen Friedhofsbesucher Harke, Rechen und Gießkanne ausleihen – und anschließend wieder hinhängen. Noch nie ist ein Gerät weggekommen, so der Vussemer „Sheriff“ Johannes Klinkhammer. Auch die Vussemer passen auf ihren Friedhof auf.
Als ob die Arbeit auf dem Friedhof nicht genug wäre, kümmert sich die Rentnergruppe in ihrem Heimatdorf auch um die Ruhebänke samt Tischen. Die für ihre Tätigkeiten erforderlichen Maschinen und Geräte hat Johannes Klinkhammer aus der Aufwandsentschädigung bestritten, die er als städtischer Ortsvorsteher erhält.
Trotz Haus und Hof finden die engagierten Ruheständler Zeit für wertvolle gemeinnützige Arbeit. Und wenn man sie so anschaut und erzählen hört, merken selbst Außenstehende, wie viel Freude sie an ihrer Tätigkeit und ihrer Gemeinschaft haben.
Einen Wunsch hätten die Vussemer Friedhofsgärtner aber doch:
Weniger Müll auf dem Friedhof! Da stehe jeder Besucher in der Verantwortung!
Gleichgesinnte mit helfenden Händen sind im übrigen herzlich willkommen.
Judith Rosen/Agentur ProfiPress




















